Darum gehts
- Spielplätze werden bei über 30 Grad schnell zur gefährlichen Hitzefalle
- Gummiböden und Metalloberflächen heizen sich stark auf, Hautverbrennungen möglich
- Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am stärksten
Ein Besuch auf dem Spielplatz gehört für viele Familien zum Alltag. Doch bei Temperaturen über 30 Grad kann der Lieblingsplatz der Kinder schnell zur Hitzefalle werden.
Der Grund: Viele Spielplätze bestehen aus Materialien, die Wärme speichern. Gummiböden, Kunststoffrutschen und Metallstangen heizen sich in der Sonne massiv auf. Was für Erwachsene nur warm wirkt, kann für Kinderhaut schmerzhaft oder sogar gefährlich werden.
Kinder sind näher am heissen Boden
Kinder trifft die Hitze besonders stark. Sie bewegen sich näher am Boden, wo die Wärme abgestrahlt wird. Gleichzeitig kann ihr Körper die Temperatur noch nicht so effizient regulieren wie bei Erwachsenen.
«Kleine Kinder sind auf aufgeheizten künstlichen Oberflächen stärkerem Hitzestress ausgesetzt, weil sie näher am Boden sind», erklärt der Klimatologe Pavol Faško.
Gerade in Städten verstärkt sich das Problem. Beton, Asphalt und andere versiegelte Flächen speichern Sonnenenergie und geben sie wieder ab. Dadurch entstehen sogenannte Wärmeinseln, in denen die Temperaturen deutlich höher sein können als in begrünten Gebieten.
Diese Stellen sollten Eltern prüfen
Nicht nur die Lufttemperatur ist entscheidend. Eltern sollten vor allem prüfen:
Rutschen
Metall oder Kunststoff kann sich so stark erhitzen, dass die Haut verbrennt. Vor allem beim Rutschen entsteht durch die Reibung auf der Haut zusätzliche Hitze.
Klettergerüste oder Stangen
Die Metallteile der Spielgeräte werden in der Sonne schnell zu heissen Oberflächen. Das Kind verbrennt sich, oder verliert den Griff, weil es vor Schreck loslässt.
(oftmals schwarze) Gummiböden
Die Böden sind zwar für die Sicherheit gemacht, die Kinder fallen weicher. Jedoch speichern sie die Wärme besonders lange und werden oft brennend heiss.
Kinderärztin Marta Špániková rät Eltern, Spielgeräte vor der Nutzung anzufassen und immer genügend Wasser mitzunehmen. Viele Spielplätze verfügen nämlich über keine Trinkwasserquelle.
Die besten Zeiten für den Spielplatz
Während der stärksten Hitze sollten Familien direkte Sonne möglichst vermeiden. Experten empfehlen, Spielplätze vor allem am frühen Morgen oder späteren Nachmittag zu besuchen.
Besonders kritisch ist die Zeit zwischen 11 und 15 Uhr. Dann ist die Sonneneinstrahlung am stärksten und viele Oberflächen erreichen ihre höchsten Temperaturen.
Städte suchen nach Lösungen
Mit zunehmenden Hitzewellen wird auch die Gestaltung von Städten wichtiger. Mehr Bäume, Schattenplätze und natürliche Materialien könnten helfen, öffentliche Räume abzukühlen.
Denn ein Spielplatz soll für Kinder ein Ort zum Toben bleiben und nicht zur versteckten Hitzefalle werden.
Dieser Artikel erschien zuerst auf aktuality.sk. Das slowakische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.