Darum gehts
- Metas neue Bild-KI verwandelt Insta-Fotos in täuschend echte KI-Bilder
- Öffentliche Profile machen automatisch mit, ohne Erlaubnis der Betroffenen
- Der Blick-Test zeigt: Die Funktion läuft bereits in der Schweiz
Zack – und Thomas Benkö, AI Innovation Lead bei Blick, wird zum Rockstar. Nicht weil er so gut singen könnte, sondern weil ich der neuen Bild-KI von Meta einen Befehl gegeben habe, zusammen mit dem Instagram-Namen von ihm. Erstellt habe ich das KI-Bild mit seiner Erlaubnis. Doch Meta ist das egal.
Der Facebook-Konzern hat Muse Image am Dienstag in der Meta-AI-App und auf Instagram lanciert. Wer da ein anderes Konto mit @benutzername erwähnt, baut dessen öffentliche Fotos im Handumdrehen in eigene KI-Bilder ein. Meta-Chef Mark Zuckerberg führte die Technik gleich selbst vor, mit 30 neuen KI-Effekten für Instagram-Storys, einer Ballonjacke und einer virtuellen Armee geklonter Zuckerbergs:
Das Problem: Wer das nicht will, muss jetzt aktiv werden, Opt-out nennt sich das. Denn wer über 18 ist und ein öffentliches Profil hat, macht automatisch mit. Wie Tests mehrerer US-Medien zeigen, kann bis dahin jeder mit dem KI-Modell Bilder generieren von Personen, denen er nie gefolgt ist. Private Konten bleiben davon ausgenommen, bekräftigt Meta.
So schützt du dein Profil
So schaltest du die Funktion ab: In der Instagram-App erst das Profil öffnen, Menü oben rechts antippen, «Teilen und wiederverwenden» wählen. Dort dann die Option «Erlauben, dass andere deine Inhalte auf Instagram und mit KI-Funktionen von Meta verwenden» deaktivieren, für Beiträge und für Reels. Kurios: Bei uns war diese Einstellung auf Englisch, obwohl das Telefon auf Deutsch eingestellt ist. Sie hiess also: «allow people to reuse your content on Instagram and with AI features at Meta».
Meta verspricht beim Kreieren von KI-Bildern Schutzmechanismen gegen Gewaltdarstellungen, sexuelle Inhalte und Verleumdung. Wie schnell Nutzer solche Filter austricksen, zeigte jüngst ChatGPT-Entwickler OpenAI: Deren Video-App Sora geriet gleich zu Beginn wegen Deepfakes von Promis in die Kritik. Im März zog OpenAI den Stecker.
Laut Meta läuft Muse Image erst in den USA. Der Blick-Test zeigt: Es funktioniert bereits in der Schweiz via Meta-AI-App. Wer sein eigenes Konterfei also vor KI-Schindluderei schützen will, sollte den Schalter deshalb jetzt umlegen oder sein Profil auf privat stellen.