Darum gehts
- OpenAI schaltet Video-App Sora ab – ein Milliarden-Deal mit Disney platzt
- Anfang Woche arbeiteten die Teams noch zusammen. Nun ist Sora Geschichte
- Sora sorgte für Chaos: Deepfakes von Stars, Nazi-Spongebob, Copyright-Klagen
Am Montagabend arbeiteten Teams von Walt Disney und OpenAI noch gemeinsam an einem Sora-Projekt. Dreissig Minuten nach der Sitzung dann die Nachricht: Sora ist Geschichte. «Das war ein Reinfall», sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person zur Nachrichtenagentur Reuters.
OpenAI bestätigte am Dienstag öffentlich: Die KI-Video-App wird eingestellt. Sowohl die Konsumenten-App als auch die Profi-Plattform. Das Unternehmen will sich künftig auf Robotik, Unternehmenskunden und den Aufbau einer KI-Super-App konzentrieren.
Milliarden-Deal ist geplatzt
Mit Sora fällt auch ein Milliarden-Vertrag. Noch letzten Dezember hatte Disney mit viel Trara einen Deal mit OpenAI geschlossen und versprochen, eine Milliarde Dollar zu investieren und 200 ikonische Figuren, darunter Mickey Mouse und Yoda für KI-Videos zu lizenzieren. Der Vertrag ist nun Geschichte. Kein Geld wechselte je den Besitzer, wie Reuters aus informierten Kreisen erfuhr.
Das Branchenmagazin theinformation.com fasst es trocken zusammen: Was Disney «gelernt» hat – so formulierte es der Konzern selbst –, ist die gleiche Lektion wie einst Paypal: OpenAI kann Partnerschaften beenden, bevor sie begonnen haben. Disney schaut sich nun nach anderen Partnern um.
Nazis, tote Stars und Chaos
Sora hinterlässt einen langen Schatten. Nach der Lancierung im September 2025 fluteten Nutzer das Netz mit generierten KI-Videos, die urheberrechtlich geschützte Figuren und verstorbene Prominente zeigten: Spongebob in Nazi-Uniform, Malcolm X mit Fäkalwitzen oder Robin Williams in absurden Szenen. Zelda Williams, Tochter des 2014 verstorbenen Schauspielers, bat öffentlich: «Bitte hört auf, mir KI-Videos von Dad zu schicken.»
Warner Bros., Disney und Sony drängten OpenAI zum Handeln. Die App erreichte trotz Chaos eine Million Downloads in fünf Tagen – schneller als ChatGPT. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die Kosten für das Erzeugen der kurzen Videoclips war enorm. Das rächt sich jetzt. Wann genau Sora abgeschaltet wird, liess OpenAI offen. Man werde «bald» mehr dazu sagen. Für Schweizer Nutzer ändert sich ohnehin wenig: Sora war hierzulande nie offiziell verfügbar.