Wiener Entwickler in den USA
OpenAI schnappt sich den Erfinder von gehyptem KI-Butler

Drei Jahre rührte Peter Steinberger keinen Computer an. Dann baute der Wiener einen KI-Assistenten, der viral ging. Damit sicherte er sich einen Job bei OpenAI. Nun will er Agenten für alle bauen.
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Peter Steinberger bei der Clawcon in San Francisco. Der Wiener sprach dort mit mehreren Tech-Konzernen, darunter OpenAI und Meta.
Foto: PD

Darum gehts

  • Peter Steinberger, KI-Entwickler aus Wien, wechselt zu OpenAI, verkündet Sam Altman
  • Sein Projekt Openclaw ermöglicht mächtige, selbständige Computeragenten, birgt jedoch Risiken
  • Fast 200'000 Bewertungen für Openclaw auf Github, monatlich 20'000 Dollar investiert
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Bewerbung mal anders: Peter Steinberger baute in wenigen Wochen einen KI-Assistenten, der für Aufsehen sorgte. Jetzt hat er einen Job bei OpenAI. Das gab CEO Sam Altman am Sonntag auf X bekannt. Der Entwickler hatte mit seinem Projekt Openclaw für Furore gesorgt. «Steinberger ist ein Genie mit vielen Ideen über die Zukunft», so Altman. Der Wiener soll bei OpenAI die nächste Generation persönlicher KI-Assistenten entwickeln. Altman erwartet, dass diese «schnell zu einem Kernbestandteil» der OpenAI-Produkte werden.

Letzte Woche war Steinberger in San Francisco und führte Gespräche mit Tech-Konzernen. Auch Meta hatte den Wiener umworben. «Ich habe Zugang zu Leuten und unveröffentlichter Forschung bekommen», schreibt Steinberger in seinem Blog. Letztlich habe er sich für OpenAI entschieden, weil sie die gleiche Vision teilten. «Mein nächstes Ziel ist es, einen KI-Agenten zu bauen, den meine Mutter nutzen kann», erklärt Steinberger.

Openclaw: Die Risiken

Openclaw wurde zum viralen Phänomen, weil es Nutzern ermöglicht, mächtige KI-Agenten einzurichten, die ihren Computer kontrollieren und komplexe Aufgaben selbständig erledigen können. Anders als bisherige KI-Agenten, die meist auf spezifische Bereiche wie Programmieren oder Enterprise-Software spezialisiert sind, gibt Openclaw Nutzern uneingeschränkten Zugang zu ihrem Computer.

Das macht das Tool mächtig, aber riskant. Sicherheitsforscher Jamieson O'Reilly fand bereits Hunderte offene Installationen mit unverschlüsselten Daten. Googles Sicherheitschefin Heather Adkins riet davon ab, das Tool zu installieren. Die Einrichtung erfordert einiges an technischem Know-how. Auf der Plattform Github haben mittlerweile fast 200'000 Entwickler Openclaw bewertet. Das Projekt wird nun in eine Stiftung überführt und bleibt open source, mit Unterstützung von OpenAI. Steinberger selbst hatte zuletzt monatlich bis zu 20'000 Dollar aus eigener Tasche in die Entwicklung gesteckt, wie er in einem Podcast erklärte.

Der Wiener hatte 2021 seine Firma PSPDFKit nach einer Investorenrunde über 100 Millionen Euro verlassen und drei Jahre lang «kaum einen Computer angefasst». Dann experimentierte er mit KI und baute innerhalb Wochen, was Tech-Giganten seit Jahren nicht schaffen: einen Assistenten, der wirklich funktioniert.

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