Darum gehts
- Whatsapp lanciert ein kostenpflichtiges Messenger-Abo
- Es bietet kosmetische Extras: Themes, Icons, Sticker, Klingeltöne
- Nachrichten und Telefonate bleiben weiterhin kostenlos
Millionen Nutzer sehe bald diese Nachricht auf ihrem Handy: «Whatsapp Plus – jetzt abonnieren.» Meta, der Mutterkonzern des beliebten Messengers, lanciert ein neues Abomodell. Gleich vorneweg: Whatsapp bleibt in der bisherigen Version für Nutzerinnen und Nutzer kostenlos.
Whatsapp Plus ist ein optionales Monatsabo für 2,49 Euro. Wer nicht zahlt, verliert nichts. Nachrichten schicken, telefonieren, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: All das bleibt bestehen, kostenlos. Das Abo richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer, die die App optisch aufmotzen wollen. Was man bekommt, wenn man blecht: 18 Themen für die Oberfläche, 14 alternative App-Icons, Premium-Sticker mit Animationseffekten, zehn neue Klingeltöne. Wer viele Chats verwaltet, kann zudem bis zu 20 Unterhaltungen anheften, statt nur deren drei.
Laufender Test in Europa
Meta testete das Abo im April bereits bei Android-Nutzern. Seit dieser Woche ist es auch für iPhone-User da. Noch befindet sich die Funktion in der Testphase, berichtet wabetainfo.com. Nur ausgewählte Regionen und Nutzerinnen und Nutzer sehen die zusätzlichen Funktionen. Laut wabetainfo.com testet Meta das Abomodell derzeit in Teilen Europas, Pakistan und Mexiko.
Wer bereits für den Test freigeschaltet ist, findet die Option unter Einstellungen > Abos. Whatsapp plane, das Angebot in den kommenden Monaten auszuweiten. Konkrete Termine gibt es bisher nicht. Ob und wann und zu welchem Preis das Abo in die Schweiz kommt, ist ebenfalls unklar. Auf eine schriftliche Anfrage von Blick hat Meta nicht reagiert. Das Abo funktioniert nur im Messenger, nicht bei Whatsapp Business. Nach Abschluss wird das Abo automatisch verlängert, kann aber über den App Store oder den Google-Play-Store jederzeit gekündigt werden.
Warum macht Meta das?
Der Whatsapp-Messenger ist seit Jahren gratis. Meta finanziert sich über Werbung auf Facebook und Insta – Whatsapp blieb die Ausnahme. Das ändert sich nun: Meta führt einerseits Werbung in Whatsapp ein, zudem soll das Abomodell eine weitere Einnahmequelle bilden. Ähnliches kennt man von Snapchat. Die Social-Media-App lancierte 2022 Snapchat+ für 3,99 Dollar monatlich. Auch da gibt es für zahlende Kundschaft zusätzliche Sticker und Themes sowie zusätzliche Funktionen. Anfang 2026 zählte Snap nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Abonnenten. Für den Dienst mit 956 Millionen aktiven Nutzern ein Nischenprodukt, aber ein profitables.
Die Frage bleibt: Wer zahlt 2,49 Euro für ein buntes App-Icon und Klingeltöne? Wer die Nullerjahre erlebt hat, weiss: Für Klingeltöne haben Menschen schon oft das Portemonnaie aufgemacht. Der «Crazy Frog» quäkte damals gefühlt aus jedem zweiten Handy und bescherte der Industrie Riesengewinne. An diesen kollektiven Hype wird Whatsapp Plus nicht anknüpfen können. Ein paar Themes, Klingeltöne und Sticker reissen heutzutage niemanden mehr vom Hocker. Für Meta könnte die Rechnung dennoch aufgehen. Der Aufwand für die Entwicklung der Themes ist gering und wenn nur ein Bruchteil der drei Milliarden Nutzer dafür etwas bezahlt, klingen die Kassen.
Übrigens: Wer einfach das Whatsapp-Logo auf seinem iPhone ändern will, braucht dafür kein Abo. Mit der Apple-App «Kurzbefehle» ist das kostenlos: App öffnen, oben rechts auf «+» tippen, nach «App öffnen» suchen, auf «App» tippen und Whatsapp wählen. Dann aufs Teilen-Symbol und «zum Home-Bildschirm» hinzufügen. Im nächsten Menü kann man dann ein Bild als App-Icon hochladen sowie einen eigenen Namen für die App hinzufügen. Fertig. Mit diesem Trick pappt man sich quasi ein Lesezeichen für die Whatsapp-App auf den Startbildschirm. Die Original-App bleibt dabei vorhanden. Auf Android geht das mit Launcher-Apps wie Nova Launcher ähnlich einfach.