Darum gehts
- UBS-Bericht: Weltweite Vermögen 2025 um 10,8 Prozent gestiegen
- Schweizer Medianvermögen sinkt um 20 Prozent auf 145’555 Dollar
- Leserumfrage: 32 Prozent wünschen sich mehr Vermögen, 20 Prozent unzufrieden
Die Welt ist im vergangenen Jahr deutlich reicher geworden. Laut dem aktuellen UBS Global Wealth Report ist das globale Privatvermögen 2025 in Dollar gerechnet um 10,8 Prozent gestiegen. Getrieben wurde dieses Wachstum vor allem von den guten Entwicklungen an den Börsen. Damit setzt sich ein Trend fort: Nach dem pandemiebedingten Rückgang 2022 ist das weltweite Privatvermögen zum dritten Mal in Folge gestiegen, allerdings mit klaren regionalen Unterschieden.
Auch die Schweiz sticht im internationalen Vergleich heraus, zeigt aber ein gemischtes Bild. Beim Durchschnittsvermögen liegt sie mit rund 910’000 Dollar pro Erwachsenem weiterhin auf Platz 1 weltweit. Gleichzeitig ist das Medianvermögen um 20 Prozent gesunken und liegt nur noch bei 145’555 Dollar, was die Schweiz im Ranking zurückfallen lässt. Diese gegenläufige Entwicklung zeigt: Während die Vermögen am oberen Ende weiter stark wachsen, hat ein grosser Teil der Bevölkerung in der Schweiz zuletzt an Vermögen verloren.
Reich auf dem Papier, knapp im Portemonnaie?
Parallel dazu zeigt eine Leserumfrage unter über 3200 Teilnehmenden, wie unterschiedlich die Wahrnehmung der eigenen finanziellen Situation ist. Nur 18 Prozent der Befragten sagen, sie hätten mehr als genug Geld auf der Seite. 32 Prozent sind zwar grundsätzlich zufrieden, hätten aber nichts gegen ein grösseres Vermögen. Gleichzeitig beschreiben ganze 50 Prozent ihre finanzielle Lage als unzureichend.
In den Kommentaren verdichtet sich die Stimmung weiter zu einem klaren Grundtenor: Viele Leserinnen und Leser beschreiben eine zunehmende Belastung im Alltag, getrieben von steigenden Fixkosten. Miete, Krankenkassenprämien und alltägliche Ausgaben würden, so der wiederkehrende Eindruck, längst nicht mehr mit der Entwicklung der Löhne mithalten.
Leser Hans Schweizer reagiert wenig überrascht auf die Zahlen. Für ihn bestätigen sie vielmehr ein bereits vorhandenes Gefühl wachsender Ungleichheit: «Endlich ist es auch mal mit Zahlen belegt, genau das, was man als Mittelstand seit Jahren wahrnimmt. Die Ausgaben sind nur gestiegen, der Lohn hingegen hat sich nicht gross verändert.»
Ähnlich deutlich formuliert Josef Suter seine Einschätzung: «Wen wundert dies? Der normale Büezer, der zum normalen Mittelstand gehört, wird ausgepresst wie eine Zitrone. Die Teuerung/Inflation wird seit Jahrzehnten nicht ausgeglichen, weil weder Wohnungsmieten, erhöhte Krankenkassenprämien, Strom usw. berücksichtigt werden.»
«Falsches Bild vom Reichtum in der Schweiz»
Auch die Einordnung der Statistik selbst sorgt für Diskussion. Fridolin Glarner bezeichnet das Durchschnittsvermögen als «falsches Bild vom Reichtum in der Schweiz» und verweist auf das Medianvermögen als realistischeren Wert. Dieses bilde die Bevölkerung besser ab und zeige klar, dass sich die Vermögensschere in den vergangenen Jahren weiter geöffnet habe.
Cyrill Häusler warnt grundsätzlich vor den gesellschaftlichen Folgen: «Wenn die Schere zu gross wird, wird sie schneiden! Die Nimmersatten treibens auf die Spitze und werden reicher und reicher, weil sie investieren können und Rendite erhalten.» Gleichzeitig reiche das Geld beim Normalverdiener noch knapp bis Ende Monat, wenn überhaupt. «Diese Entwicklung ist sehr gefährlich und sollte nicht gefördert, sondern bekämpft werden. Eine Gesellschaft ist so stark wie ihr schwächstes Glied!»