Darum gehts
- Das weltweite Vermögen stieg 2025 um 10,8 Prozent laut UBS-Report
- In der Schweiz sank das Median-Vermögen 2025 um 20 Prozent
- Rekord: 851,5 Milliarden Fr. Vermögen der 300 reichsten Schweizer 2025
Die Weltbevölkerung wurde im letzten Jahr wieder reicher – und zwar deutlich. Das globale Privatvermögen legte 2025 in Dollar gerechnet um 10,8 Prozent zu, wie die UBS in ihrem jährlichen Global Wealth Report schreibt. Dabei wuchs das durchschnittliche Vermögen schneller als die globale Wirtschaftsleistung, getragen durch die florierenden Börsen.
2022 war das weltweite Haushaltsvermögen wegen der Pandemie noch zurückgegangen. Zuletzt stieg es aber dreimal in Folge – jeweils mit starken regionalen Unterschieden. Waren 2024 die Amerikaner die grossen Gewinner gewesen, verzeichneten Europa, der Nahe Osten und Afrika im letzten Jahr das stärkste Vermögenswachstum. Dank des starken Anstiegs gab es 2025 eine Rekordzahl an neuen Dollar-Millionären: Jeden Tag durften sich mehr als 2600 Personen mit diesem Titel schmücken. Aufs ganze Jahr gerechnet durchbrach also knapp eine Million Menschen diese Vermögensschwelle.
Bei Durchschnittsvermögen ist die Schweiz top, aber ...
Die Schweiz schneidet im Reichen-Report der UBS gut ab. Und doch lassen die neuen Zahlen aufhorchen: Beim Durchschnittsvermögen ist unser Land top. Mit 910'382 Dollar (umgerechnet gut 736'000 Franken) führt die Schweiz das Ranking vor den USA, Luxemburg und Hongkong deutlich an. Zum Vergleich: 2024 besass jeder Schweizer Erwachsene laut dem letztjährigen Report noch rund 561'000 Franken – also 175'000 Franken weniger. Dabei definiert die UBS das Vermögen als Summe aller Finanzanlagen und Sachwerte wie Immobilien im Besitz von Privatpersonen abzüglich ihrer Schulden. Ebenfalls eingerechnet wurde das Vermögen privater Pensionsfonds.
Aussagekräftiger ist für die breite Bevölkerung jedoch der Blick auf das Median-Vermögen. Dies ist die Vermögensschwelle, die unsere Bevölkerung in zwei Hälften teilt: 50 Prozent sind reicher, die anderen 50 Prozent ärmer. Und hier hat die Schweiz im Vergleich zum letzten Jahr deutlich eingebüsst. Das mittlere Vermögen ist von 182'248 Dollar auf 145'555 Dollar zurückgegangen – ein Rückgang von 20 Prozent. Oder in heimischer Währung von rund 32'000 Franken. Die Schweiz ist dadurch im weltweiten Ranking vom siebten auf den achten Platz zurückgefallen. Die Top-Position belegt Luxemburg mit einem Median-Vermögen von 394'005 Dollar.
Nur die Reichen werden reicher
Diese beiden gegenläufigen Entwicklungen offenbaren: Die Vermögensungleichheit hat in der Schweiz im letzten Jahr zugenommen. Die Gutbetuchten haben hierzulande ihren Reichtum weiter ausgebaut – und damit das Durchschnittsvermögen nach oben gezogen. Dies belegt auch die aktuellste «Bilanz»-Liste der «300 Reichsten der Schweiz», wonach diese elitäre Gruppe ein Gesamtvermögen von 851,5 Milliarden Franken auf die Waage bringt – ein neuer Rekord.
Gleichzeitig ist ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer ärmer geworden, weshalb das Median-Vermögen eben gesunken ist. Eine ungute Entwicklung selbst im langfristigen Vergleich: Im Jahr 2000 war das mittlere Vermögen 15 Prozent höher als 2025. Die UBS geht in ihrem Report nicht spezifisch auf diese Entwicklung in der Schweiz ein, schreibt aber grundsätzlich von einer «zunehmenden Divergenz zwischen dem Durchschnittsvermögen und den Medianwerten, was auf eine ungleiche Verteilung der Zuwächse zwischen den Haushalten hinweist».