«Wir mussten eine Stunde warten»
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Rentner genervt von Supercars:«Wir mussten eine Stunde warten»

Kanton sperrt Oberalppass für Superreiche – Normalos müssen warten
«Ich bin halt nicht reich, jetzt komme ich eine Stunde zu spät»

An diesem Wochenende röhren die teuersten Autos der Welt über den Furka- und den Oberalppass. Der Supercar Owners Circle darf wie jedes Jahr für ein paar Stunden die Passtrassen für sich sperren lassen. Blick war am Freitag dabei.
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Für diesen Bugatti-Boliden ist auf dem Oberalppass Schluss. Das Geschoss mit 1600 PS, vier Turboladern und 16 Zylindern hat keine Strassenzulassung. Er wird verladen und zum nächsten Schuss auf abgesperrter Strecke transportiert.
Foto: Beat Michel

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Andermatt treffen sich 60 Supercars für exklusive Passfahrten
  • Ein Basisticket kostet 10’219 Franken, Extras sind kostenpflichtig.
  • Bugatti Veyrons mit über 1000 PS fahren durch die Urner Bergwelt
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Beat MichelReporter

In Andermatt sind teure Autos keine Seltenheit, aber an diesem Wochenende wimmelt es in dem Kurort nur so von wertvollen Supersportwagen. Der Supercar Owners Circle veranstaltet zusammen mit dem Magazin «Classic Driver» eine exklusive und teure Passfahrt. Seit 2014 werden für den Event jeweils kurzzeitig der Oberalp- und Furkapass gesperrt. Am Freitag ist es der Oberalp, am Samstagmorgen die Furka.

Rentner verpasst Termin wegen Sperrung

Am Streckenrand versammeln sich auf der Oberalpstrasse am Nachmittag zahlreiche Autofans mit Kameras. Nicht alle freuen sich aber über die PS-Monster: Manche Touristen am Oberalp werden von der Sperre überrascht. «Ich müsste um 18 Uhr im Hotel in Andermatt sein, ich habe einen Termin. Und ich kann niemanden erreichen, um den Termin zu verschieben», sagt Patrick Blainville (73) aus Cannes (Frankreich).

Den Rentner faszinieren Supercars, meint er. Aber nicht, wenn er dafür einen Termin unentschuldigt verpasst. «Ich bin halt nicht reich», scherzt er. «Jetzt komme ich eine Stunde zu spät.» Sein Kumpel William (75) sieht das entspannter: «Wir sind ja in den Ferien. Das ist ein wunderbarer Klamauk, das sieht man nicht jeden Tag.»

Am Oberalp halten fünf Hypercars an, sie haben keine Strassenzulassung und werden im Lastwagen zur nächsten abgesperrten Strecke gebracht, dem Flughafen Ambri TI. Die PS-Monster sind eindrücklich: Da sind ein Bugatti-Bolide mit 1600 PS, zwei Mercedes SLS AMG GT3 und ein Capricorn 01 Zagato mit 900 Pferdestärken. Den knallroten Capricorn hat der CEO der Firma, Robertino Wild, gleich selber auf den Pass gefahren. Er ist begeistert: «Ich kann die Fahrt viel mehr geniessen, wenn die Strecke sicher abgesperrt ist. Da kann ich zwischendurch ohne Sorge Gas geben.»

«Auto kostet 3 Millionen – das ist ein guter Preis»
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Verständnis für Kritik

Auch vor Ort ist Florian Wagner, der Entwickler des edlen Flitzers. Er ist sehr zufrieden, dass sein Wagen bei dem Anlass dabei ist. Das neue Fahrzeug soll ja bekanntwerden. Auch er spricht mit Blick. Er kann verstehen, dass die Sperrung manchen Leuten sauer aufstösst. Er sagt zu Blick: «Wer mit solchen Autos nichts am Hut hat, findet das natürlich Quatsch. Aber der Pass wird ja auch für Radsportanlässe gesperrt. So eine Stunde kann man doch mal in Kauf nehmen.»

2026 steht der Event unter dem Patronat von Bugatti, der Veyron feiert seit letztem Jahr das 20-jährige Jubiläum. Von den über 1000 PS starken Boliden mit 16 Zylindern und Preisen weit über einer Million Franken donnert aktuell gleich ein kleines Rudel durch die Urner Bergwelt. Der Designchef von Bugatti hat denn auch das Plakat für den diesjährigen Anlass entworfen.

Ticket kostet 10’219 Franken

Das Basispaket für die Millionärsparty kostet 10’219 Franken, Extras wie der Autotransport oder der Anflug mit dem Privatjet kosten zusätzlich. Dafür wird auch neben den abgesperrten Strassen was geboten: Übernachtet wird im Fünfstern-Chedi in Andermatt, neben ungestörtem Fahren auf dem Oberalp- und dem Furkapass kann auch auf dem Flughafen Ambri das Gaspedal durchgedrückt werden.

Unter dem Strich machen die 60 Supercars in Andermatt erstaunlich wenig Radau. Zwischendurch röhrt ein bizarr wirkender violetter Lamborghini Diablo durchs Dorf oder es poltert und raucht ein uralter Porsche 911 RSR 3.0 durch die Gemeinde. Ansonsten wirken die ganzen Bugatti Veyrons und Ferraris überraschend gesittet. Kein Auspuffgeknalle oder Burnouts wie bei Treffen von Autoposern in Schwamendingen ZH. Am Samstag früh geht es weiter mit der Fahrt über den abgesperrten Furkapass.

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