Darum gehts
- Exklusiver Auto-Event im Juni 2026: Furka und Oberalppass gesperrt
- Teilnahme kostet ab 10'219 Franken, inklusive Luxus-Extras und Hotel
- 2025: Strassensperrung dauerte 1,5 Stunden pro Abschnitt
Die Bilder sind beeindruckend. Alte, teure Autos, genauso wie modernste millionenteure Sportwagen fahren durch das Schweizer Bergpanorama. Ganz ohne Töff- und Rennvelofahrer, Rentner oder Wohnmobile, die sich normalerweise ebenfalls auf den Strassen der Schweizer Alpenpässe tummeln.
Mit der exklusiven – und hindernisfreien – Passfahrt wirbt der Supercar Owners Circle zusammen mit dem Magazin «Classic Driver»: Schon seit einigen Jahren wird für einen Event jeweils kurzzeitig unter anderem der Furkapass gesperrt. «Dank exklusivem, privatem Zugang zum Oberalppass und zum Furkapass – die ausschliesslich für diese Veranstaltung reserviert sind – verläuft die Reise ohne Unterbrechungen», wird für die Ausgabe geworben, die Ende Juni in Andermatt und im Tessin stattfindet.
Ab 10'000 Franken
Der Spass hat seinen Preis. Das Basispaket kostet 10'219 Franken, Extras wie der Autotransport oder der Anflug mit dem Privatjet sind möglich. Dafür wird auch neben den abgesperrten Strassen einiges geboten: Übernachtet wird im Chedi Andermatt, neben ungestörtem Fahren auf dem Oberalp- und dem Furkapass kann auch auf dem Flughafen Ambri das Gaspedal durchgedrückt werden. Fragen von Blick haben die Organisatoren bislang nicht beantwortet.
Immerhin: Allzu lange dürfte die Sperrung nicht andauern. Im vergangenen Jahr war sie am Freitagabend und am Samstagvormittag jeweils maximal Eineinhalbstunden, je nach Streckenabschnitt, wie das «Urner Wochenblatt» schrieb.
Doch warum sperrt der Kanton Uri einen ganzen Pass, damit einige wenige darauf fahren dürfen? Auf Blick-Anfrage anerkennt der Kanton die Interessenskonflikte. Er verweist auf eine Abwägung und einen koordinierten Bewilligungsprozess, bei dem nicht nur die Kantonspolizei, sondern auch Baudirektion, Gemeinden oder Tourismusorganisationen mitreden dürfen.
«Spür- und sichtbaren Stellenwert für Autobegeisterte»
Letztlich wurde beim Abwägen der Tourismus höher gewichtet. Thomas Christen, Tourismusdirektor von Andermatt-Urserntal: «In einer sich im Aufbau befindenden Tourismusdestination wie Andermatt hat der Gesamtevent des SOC einen spür- und sichtbaren Stellenwert für Autobegeisterte und Fotografen aus aller Welt und für die Hotellerie in der Nebensaison einen wichtigen finanziellen Wert», so Christen. Man habe diverse Events, welche Wertschöpfung in den Kanton Uri bringen. «Unsere Destination lebt vom Tourismus und zahlt damit positiv in die Staatsrechnung Uris ein.» Die Sperrung bringt dem Kanton zudem Gebühren ein, der Erlös fliesst in die Staatskasse. Wie hoch diese sind, will man in Altdorf allerdings nicht preisgeben.
Nicht nur die Autofahrer profitieren aber von gesperrten Pässen. Mitte September 2026 können Velofans den Klausenpass erklimmen. Diesen komplett autofrei.