Darum gehts
- Im Pfändertunnel wird bald Durchschnittsgeschwindigkeit per Section Control gemessen
- Damit können Blitzer nicht mehr umgangen werden
- Arisdorftunnel Schweiz: Überwachung seit 2011, Übertretungsquote im Kontrollabschnitt gesenkt
Blitzerstandorte lassen sich leicht herausfinden und weitersagen. Im Pfändertunnel bei Bregenz (Ö) – unmittelbar nach der Schweizer Grenze – ist damit jetzt Schluss. Neu wird im Tunnel zwischen Österreich und Deutschland die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine gewisse Distanz gemessen – und erst dann geblitzt. Für die laufenden Umbauarbeiten will man damit die Verkehrssicherheit erhöhen.
Das neue System nennt sich Section Control, wie das Portal streetlife.ch berichtet. Bei dieser Kontrolle wird die Durchschnittsgeschwindigkeit in einem Streckenabschnitt – Section – berechnet. Es wird also nicht klassisch geblitzt. Am Beginn und am Ende der Messstrecke wird das Kennzeichen erfasst und mit einem Zeitstempel versehen. Wird die Zeitdauer unterschritten und das Fahrzeug damit zu schnell unterwegs, erfolgt eine Busse.
Bereits gute Erfahrungen gemacht
Im Pfändertunnel ist die Messanlage allerdings nur in der Weströhre aufgebaut. Somit werden ausschliesslich Fahrzeuge, die von Deutschland kommend in Richtung Österreich unterwegs sind, mit dem neuen System gemessen. Das hängt mit den Bauarbeiten zusammen.
Zudem soll die Section Control «nur von Montag bis Freitag in der Nacht und lediglich im Zuge des Baustellenbetriebs aktiv sein», sagte der Presseprecher der österreichischen Autobahngesellschaft Asfinag, Alexander Holzedl, dem «Südkurier». Aktuell ist die Anlage noch nicht in Betrieb. Es müssen noch diverse behördliche Verordnungen eingeholt werden.
In Österreich hat es Section Controls schon auf mehreren Autobahnen. Die Erfahrungen damit seien hervorragend, so Holzedl weiter. Das Geschwindigkeitslimit werde dort von fast allen Verkehrsteilnehmern eingehalten. Weniger als 1 Prozent der Fahrer seien auf diesen Strecken zu schnell unterwegs. Sogar die Gefahr von Unfällen sinke, sagte er dem «Südkurier».
Flüssigerer Verkehr im Arisdorftunnel
Auch in der Schweiz wurde das System bereits getestet. Der Arisdorftunnel auf der A2 zwischen Kaiseraugst AG und Sissach BL wird seit 2011 durch eine solche Anlage überwacht. Die Anlage ist zwar noch installiert, wird aber nicht mehr betrieben, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) auf Blick-Anfrage mitteilt. Das System habe seine Lebensdauer erreicht und eine Renovation sei kostentechnisch nicht mehr sinnvoll. Künftig könnten etwa elektronische Tafeln zur Geschwindigkeitsharmonisierung angebracht werden, heisst es weiter.
Klar ist: Mit der Anlage lief der Verkehr flüssiger, wie es in einem älteren Bericht des Astra hiess. Es habe sich gezeigt, dass «das Geschwindigkeitsverhalten der Verkehrsteilnehmer grundsätzlich positiv beeinflusst worden ist». Innerhalb des Kontrollabschnittes sei bei allen Fahrzeuggruppen ein Rückgang bei den Übertretungsquoten festgestellt worden. Im Vor- und Nachlauf seien sie aber leicht angestiegen, heisst es im Bericht von 2011.