Highlights der Peking Autoshow 2026
Deutschlands Autobauer kämpfen um den Anschluss

Die deutschen Autohersteller haben schon bessere Zeiten in China erlebt. Der grösste Automarkt der Welt erlebt aktuell einen nie da gesehenen Verdrängungskampf. Ausserhalb der Luxusliga sind die Europäer mittlerweile kaum mehr als Zuschauer.
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Deutsche Hersteller wie BMW haben es in China derzeit alles andere als leicht. Die Neuheiten 2026 können sich allerdings sehen lassen.
Foto: Tom Kirkpatrick

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Auto China 2026 in Peking: Über 140 Marken kämpfen um Marktanteile und Aufmerksamkeit
  • VW setzt in China auf Submarke Jetta: Neue Modelle ab 10'000 Franken geplant
  • BMW i3 und iX3 bieten elektrische Reichweiten von über 900 Kilometern

Über 140 Automarken kämpfen auf dem chinesischen Markt um Verkaufsanteile. Da gehen selbst namhafte Hersteller wie Audi, BMW, Mini, Mercedes, Porsche oder Volkswagen im Wirrwarr der gigantischen Hallen auf der Auto China in Peking fast unter (auch interessant: Chinas Machtdemonstration). Dabei ist es nicht so, als hätten die Auswärtsspieler für ihren wichtigsten Markt keine Neuheiten mitgebracht.

BMW zieht das Tuch vom überarbeiteten 7er, dessen Design schon an der Front zeigt, welche Kunden hier den grössten Einfluss haben: die chinesischen. Unverändert offeriert BMW unter der selbstbewussten Karosse die freie Wahl des Antriebs: Elektro, Benziner, Diesel oder Plug-in-Hybrid. Das sieht beim ebenfalls neuen Doppelpack aus BMW i3 und iX3 ganz anders aus. Die beiden Fahrzeuge der sogenannten neuen Klasse sind auch in China vorerst nur mit Elektroantrieb zu bekommen. Landesspezifisch bieten auch sie verlängerte Radstände, die man bereits von in China angebotenen Verbrennermodellen kennt. Reichweiten von mehr als 900 Kilometern und der puristische Innenraum scheinen beim dortigen Publikum gut anzukommen.

Ganz ähnlich siehts am Mercedes-Messestand aus. Neben der frisch überarbeiteten S-Klasse steht hier insbesondere der elektrische GLC als direkter Konkurrent des BMW iX3 im Fokus. Ebenfalls mit langem Radstand und damit für ein deutlich breiteres Publikum als die Maybach-Edelversionen der S-Klasse geeignet, die sich in China einer grossen Nachfrage erfreuen. Auf Wunsch lässt sich der verlängerte Elektro-GLC in der zweiten Reihe mit zwei luxuriösen Einzelsitzen ausstatten oder man entscheidet sich gleich für den Sechssitzer – inklusive Luftfeder und Hinterachslenkung.

VW setzt auf Submarke Jetta

Porsche lässt es mit der Coupé-Version des soeben neu aufgelegten elektrischen Cayenne betont sportlich angehen, während Mutterkonzern Volkswagen die breiten Massen ansprechen will, um gegen heimische Marken wie BYD, Geely, Great Wall, Leapmotor oder MG zu bestehen. Gleich vier Weltpremieren sind in Peking zu bestaunen: Die gemeinsam mit XPeng innerhalb von 24 Monaten entwickelte Limousine VW ID. Unyx 09, der SUV ID. Aura T6, der auf der lokal entwickelten China Electronic Architecture (CEA) mit dem hochautomatisierten Fahrerassistenzsystem (ADAS) von Carizon basiert sowie das vollelektrische Showcar von Jetta und der Jetta X.

Wichtiger denn je soll dabei die bereits 2019 ausgegliederte Submarke Jetta werden. Bei uns noch als müde Stufenheck-Version des Golfs bekannt, soll Jetta in China deutlich stärker als bisher den Einstieg in die Marke bilden und verhindern, dass die Preise der Kernmarke VW durch den gigantischen Konkurrenzdruck noch weiter absacken. Die neuen Elektromodelle der Submarke sollen bei umgerechnet rund 10'000 Franken beginnen. Dieser Schritt ist notwendig, da sich Skoda aus dem Reich der Mitte zurückzieht. Der Namenswechsel soll an glorreiche Zeiten anknüpfen, als der VW Jetta in China ein begehrenswertes Auto war. Die Frage ist, ob das reicht.

Die vollelektrische SUV-Studie Jetta X ist für das sogenannte «Smart Entry Segment» konzipiert. Es ist der Versuch, ein bezahlbares aber modernes, digitales Einstiegs-Elektroauto mit SUV-Optik zu bauen. Der Plan steht: Bis 2028 sollen unter Jetta vier New-Energy-Modelle starten. Darunter auch Plug-in-Hybride und Varianten mit Range-Extender. Wie Mercedes setzt VW auf lokale Stärken wie eine schnellere Entwicklung, Assistenzsysteme, intelligentes Cockpit und KI-Funktionen, die stärker als bisher auf chinesische Kunden zugeschnitten sein sollen. Gerade in den preissensiblen Klassen sind chinesische Hersteller extrem stark, schnell und preisaggressiv. Jetta muss also mehr sein als ein billiger VW-Ableger. Die Marke braucht eigenständiges Design, gute Software, starke Preise und kurze Modellzyklen.

Audi ohne die vier Ringe

Deutlich darüber präsentiert sich Premiumschwester Audi, die sich bei einigen Modellen in China sogar von den eigenen vier Ringen verabschiedet haben. Diese Strategie, die mit dem Audi E5 Sportback zum ersten Mal umgesetzt wurde, erwies sich als Strohfeuer. Nach anfänglich starkem Interesse brachen die Verkäufe des Hoffnungsträgers im Reich der Mitte so stark ein, dass sich Audi im Reich der Mitte sogar gezwungen sah, den Preis für das Auto um rund 3400 Franken zu senken. Ob dieser Rabatt die schwachen Verkäufe ankurbelt, ist zweifelhaft. Ein SUV – wahlweise mit 300 oder 500 kW Leistung – soll es jetzt richten. Dieser feiert in Peking als Audi E7X seine Premiere: der erste Crossover der chinesischen Schwestermarke aus lokaler Entwicklung und Produktion. 

Die Frage bleibt, wie ein E-Crossover den verblassten Ruhm wieder zu neuem Glanz verhelfen kann. Technisch sind die Konkurrenten aus dem Reich der Mitte mindestens genauso gut aufgestellt. Bei Fahrassistenten und Infotainmentsystem haben sie gar einen Vorsprung. Audi muss also anders punkten. Die Frage ist nur: wo?

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