Highlights der Peking Autoshow 2026
Machtdemonstration von Chinas Autoindustrie

Auf der grössten Automesse der Welt strotzt Chinas Industrie nur so vor Kraft. Unter den rund 1500 ausgestellten Autos finden sich fast 200 Weltpremieren. Neben grossen SUVs und Luxusvans ist vor allem massig Rechenleistung für Fahrerassistenz und Unterhaltung gefragt.
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In Chinas Hauptstadt Peking geht derzeit die weltweit grösste Automobilmesse über die Bühne.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Peking Auto Show 2026: 1451 Autos, 140 Hersteller, 380'000 Quadratmeter Fläche
  • Absatz grosser SUVs im ersten Quartal 2026 in China um 169 Prozent gestiegen
  • Rund eine Million Besucher werden bis Sonntag in den Messehallen in Peking erwartet
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Traditionelle Automessen sind tot? Von wegen! Die noch bis Sonntag laufende Peking Auto Show 2026 verteilt sich über 380'000 Quadratmeter und 17 Hallen, wovon allein 13 für die Autobauer reserviert sind, die exakt 1451 Autos mit in die chinesische Hauptstadt gebracht haben. Aktuell sind auf dem grössten Automarkt der Welt mehr als 140 Autohersteller vertreten: Das Angebot in den verschiedenen Segmenten ist gigantisch und für externe Besucher nicht allein durch die Vielfalt an Namen und Bezeichnungen unüberschaubar.

Während der zehn Tage, die das Mobilitätsspektakel im Land der unbegrenzten automobilen Möglichkeiten dauert, rechnen die Veranstalter mit rund einer Million Besuchern. Zum Vergleich: Die IAA Mobility 2025 in München kam auf mehr als 500'000 Besuchende und rund 750 Aussteller aus 37 Ländern.

Billig war gestern

In Peking lässt sich auch ein Wandel in Chinas Autoindustrie feststellen. Die Zeiten, in denen sich die Hersteller vor allem über kleine, günstige Stromer definierten, scheinen vorbei. Gefragt sind heuer vor allem SUVs und Vans im Oberklasse- und Luxussegment. So rollt die in jüngster Vergangenheit kriselnde Marke Nio den ES9 ins Rampenlicht: einen vollelektrischen Luxus-SUV mit 900-Volt-Architektur und bis zu 600 kW Ladeleistung.

Nicht weniger beeindruckend erscheint der bei uns noch unbekannte Hersteller Li Auto, der die Top-Variante des Oberklasse-SUVs L9 präsentiert. Der Li L9 Livis trumpft mit astronomisch hohen Rechenleistungen, einer aktiven 800-Volt-Federung und Steer-by-Wire-Technologie auf. Und der Vielmarkenkonzern Great Wall Motor (GWM), mit dem etwa BMW kooperiert, hat neben rustikalen Mega-Geländewagen auch den Luxus-Van GWM V9X im Gepäck.

Dieser Wandel der Modellpolitik ist keine Willkür, sondern messerscharfe Kalkulation. Im ersten Quartal 2026 soll der Absatz grosser SUVs auf 110'000 Einheiten gestiegen sein: ein Plus von satten 169 Prozent. Gleichzeitig leiden günstigere Modelle unter dem Auslaufen von Steuervorteilen sowie veränderten Abwrack- beziehungsweise Tauschprämien. Die Tendenz ist klar: Geld wird vor allem mit Luxuskarossen und grossen Autos verdient. Das trifft den Nerv der Kunden. Nicht mehr das billigste E-Auto gewinnt, sondern das überzeugendste Gesamtpaket aus Platzangebot, Software, Komfort und Antrieb. Die Attacke der chinesischen Hersteller zielt direkt auf Porsche, BMW und Mercedes.

Nicht nur rein elektrisch

Der heimische Platzhirsch BYD lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und antwortet gleich im Rudel: mit der dritten Generation des Yuan Plus und dem Sealion 08, einem neuen Flaggschiff-SUV, der als erstes Auto des chinesischen Autobauers in Deutschland das ultraschnelle Flash-Charging beherrscht (mehr dazu hier). Besonders spannend dürfte der Sportler Denza Z sein, der beim Festival of Speed in Goodwood (Grossbritannien) seine Europa-Premiere feiern soll. Nach Europa kommt auch der Ora 5, ein Kompakt-Crossover von GWM, der mit verschiedenen Antriebsvarianten aufwartet. Er kommt nicht nur rein elektrisch, sondern auch als Benziner und als Hybrid.

Auch dies scheint ein Trend: Nicht alles, was in China neu auf den Markt kommt, ist automatisch nur elektrisch. Reine Stromer dominieren zwar, doch Modelle mit Range-Extender, bei dem der Verbrenner für die Stromversorgung des Batteriepakets sorgt, sind klassenübergreifend beliebter denn je. Hersteller Xpeng, längst auch in der Schweiz mit mehreren Modellen vertreten (hier gehts zum Test des SUV-Coupés G6), setzt mit dem GX ebenfalls auf die Doppelstrategie. Die in Europa vom Stellantis-Konzern gepushte Budgetmarke Leapmotor zeigt mit dem D19 ein neues SUV-Flaggschiff, das nicht nur rein elektrisch, sondern ebenfalls mit Range-Extender auf den Markt kommt – wohl demnächst auch auf hiesige Märkte.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Chinesen kaufen die praktische Lösung, also das Auto mit dem Antrieb, der am besten zur aktuellen Situation passt. Wer in der Stadt elektrisch fahren, auf Reisen aber keine Ladeangst haben will, greift zu Range-Extender- und Plug-in-Hybrid-Modellen. Kurz: Den einfachen chinesischen Standardkunden gibt es nicht – der Automarkt im Reich der Mitte wird zunehmend diverser. Der grosse Kaufrausch ist erst einmal vorbei.

KI für Robotaxis

Bei der Rechenleistung geben die Entwickler nach wie vor mächtig Gas. Die Pekinger Messe strotzt vor Autos, die nicht nur mit Motorpower und Schnellladeleistungen punkten wollen, sondern mit Chips, Sensorik, Betriebssystemen, KI-Modellen und Sprachlogik. Das autonome Fahren und eine KI-gestützte Bedienung sind nach wie vor die Ziele der Soft- und Hardware-Entwickler.

Megakonzern Geely präsentiert neben der weiterentwickelten KI-Fahrzeugarchitektur «Full-domain AI 2.0» auch den Robotaxi-Prototyp Eva Cab. Das Konzeptfahrzeug hat Geely eigenen Angaben nach für den serienreifen autonomen Betrieb nach Level 4 konzipiert. Es soll ab 2027 nicht nur ein möglichst autonomes rollendes Wohnzimmer sein, sondern ein menschlich wirkender Freund und Gesprächspartner.

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