Darum gehts
- Italienische Patientin 2018: Gesunde Brust nach Krebs-Fehldiagnose entfernt
- Fehlerhafte Laborproben führten zu irreversiblen medizinischen Eingriffen
- Aufdeckung 2025 durch DNA-Test, gerichtliche Einigung soll folgen
Die Verantwortlichen schweigen bis heute: Gemeinsam mit dem zuständigen Spital unterlief der italienischen Gesundheitsbehörde Usl Euganea ein folgenschwerer Fehler.
Wie der «Corriere del Veneto» berichtete, musste eine Patientin (51) aus Padua im Jahr 2018 mit einer schlimmen Diagnose fertig werden. Nachdem ein Routine-Screening verdächtige Mikroverkalkungen in ihrer Brust angezeigt hatte, hatte man ihr bei einer Brustbiopsie Gewebeproben für weitere Untersuchungen entnommen.
Die Behandlung hatte keinerlei medizinischen Nutzen
Diese Proben wurden von den Ambulanzen der Usl Euganea an die Laborgesellschaft des Spitals geschickt. Die Resultate der Analysen ergaben, dass die Frau an Brustkrebs erkrankt war – in fortgeschrittenem Stadium.
Was zu dem Zeitpunkt keiner wusste: Die Laborproben wurden vertauscht, und alle folgenden Behandlungsmassnahmen waren für die Patientin ohne medizinischen Nutzen.
Unnötige Operation wurde als Erfolg gefeiert
Da die Ärzte fälschlicherweise einen aggressiven Brustkrebs diagnostizierten, musste sich die Frau noch im selben Jahr einer vollständigen Entfernung der linken Brust unterziehen. Dass bei der Untersuchung des entfernten Gewebes keine Tumorzellen gefunden worden waren, wurde von den Zuständigen nicht hinterfragt. Stattdessen freuten sie sich gemeinsam mit der Patientin über den «klinischen Erfolg».
Erst als die vermeintliche Krebspatientin im April 2025 das Ergebnis eines DNA-Tests erhielt, flog der Fehler auf. In einem Eilverfahren sollte ein Gericht nun während vier Monaten eine Einigung erzielen.
Fälle wie dieser sorgten schon in Vergangenheit für Aufruhr. Blick zeigt fünf weitere OP-Pannen, die eigentlich vermeidbar gewesen wären.
Wegen Pfusch beide Beine verloren
Der Amerikanerin Jessica Powel (28) mussten 2013 aufgrund einer Falschmedikation beide Beine amputiert werden. Nachdem die Ärzte ihr mehr als die doppelte Dosis eines blutdruckerhöhenden Medikaments verabreicht hatten, verengten sich ihre Blutgefässe, und ihre untere Körperhälfte wurde nicht mehr mit Blut versorgt.
Zwölf Jahre später sprach ihr ein Gericht des US-Bundesstaats Georgia eine Entschädigung von 70 Millionen Dollar zu.
Fussballspieler wurde am falschen Bein operiert
Jan Engels (28) riss sich 2015 in einem B-Jugend-Spiel in Deutschland das Syndesmoseband im rechten Fuss. Dumm nur, dass der zuständige Arzt bei einer anschliessenden Operation den linken Fuss mit Schrauben versorgte.
Offensichtlich überzeugte seine Arbeit den jungen Fussballspieler dennoch. Er verzichtete darauf, ihn zu verklagen, und liess ihn stattdessen noch seinen rechten Fuss operieren.
Unispital Basel operiert falsche Patientin
Das Unispital Basel hatte im September 2014 zwei Laborproben vertauscht. Infolgedessen unterzog sich eine Sarah Miesch einem Eingriff am Gebärmutterhals.
Zwei Monate später wurde sie von ihrer Ärztin angerufen und über den Fehler in Kenntnis gesetzt. Die Haftpflichtversicherung des Spitals bot der Frau eine Genugtuung von 4000 Franken an.
Patient nach OP erblindet
In der Slowakei verliess ein Patient im Jahr 2022 die Uniklinik Bratislava ganz ohne Augenlicht. Der Grund dafür: Sein Arzt entfernte versehentlich nicht sein erkranktes, sondern sein gesundes Auge. Aufgrund der Folgen der missratenen Operation mussten er und seine Familie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
Österreicher wird falsches Bein amputiert
Im Jahr 2021 kam es zu einem Skandal in einem österreichischen Spital. Die verantwortliche Chirurgin entfernte einem 82-jährigen Patienten statt dem linken, das rechte Bein. Kurz vor der Operation seien die falschen Gliedmassen markiert worden. Das Spital sprach von einem «tragischen Behandlungsfehler».