Darum gehts
- Iran und Oman verhandeln über neue Schifffahrtsroute in der Strasse von Hormus
- Teheran knüpft Wiedereröffnung an Forderungen, darunter Ende der US-Sanktionen
- 20 % des weltweiten Öls passieren die Meerenge trotz Konflikten und Risiken
Die aktuelle Lage rund um die Strasse von Hormus bleibt weiterhin unübersichtlich. Der Iran führt aktuell Gespräche mit dem Oman, um eine Vereinbarung über eine neue Schifffahrtsroute durch die Meerenge zu erreichen. Beide Seiten bezeichnen diese Verhandlungen zwar als «positiv und konstruktiv», eine schnelle Wiedereröffnung der Strasse von Hormus ist jedoch wohl weiterhin nicht in Sicht.
Die chaotische Situation in der Meerenge hat grosse Auswirkungen auf den internationalen Rohstoffhandel. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölmengen geht hier durch. Wegen des andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran werden jedoch immer wieder Öltanker beschossen oder die Schiffe fahren auf Seeminen.
Für eine schnelle und komplette Wiedereröffnung der Meerenge stellt Teheran jedoch Forderungen an die USA und US-Präsident Donald Trump (80), wie unter anderem SRF berichtet. Diese dürften für Washington inakzeptabel sein.
Keine Drohungen und keine Seeblockade
Die Forderungen wurden über den regierungstreuen iranischen Sender «Press TV» veröffentlicht. Folgende Bedingungen werden gestellt.
Die USA sollen:
- auf weitere Drohungen gegen den Iran verzichten.
- den Krieg gegen den Iran und dessen Verbündete beenden.
- eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben.
- die Sanktionen gegen das Land aufheben.
- die Seeblockade iranischer Häfen aufheben und ihre Streitkräfte aus der Region abziehen.
- den Iran für Kriegsschäden entschädigen.
Übergangsregelung gefährdet?
Diese Forderungen sind nicht neu. Sie waren bereits Teil der provisorischen Einigungserklärung, die beide Seiten im Juni unterzeichneten. Nun hat der Iran seine Bedingungen jedoch untrennbar mit der Wiedereröffnung der Strasse von Hormus verknüpft. Von diesen Forderungen werde man nicht abweichen, erklärte auch der Sicherheitsrat in Teheran.
Eine Reaktion aus Washington auf die Forderungen aus Teheran bleibt bisher noch aus. US-Vertreter hatten vor wenigen Tagen jedoch noch positiv über laufende Gespräche mit Teheran berichtet. Vorgesehen sei eine 60-tägige Übergangsregelung der Strasse von Hormus, die bei Bedarf verlängert werden könnte. Ob die Bedingungen Teherans diese Pläne zunichtemachen werden, bleibt offen.