Öffnung der Strasse von Hormus
USA, Iran und Oman sollen kurz vor Abkommen stehen

Die Strasse von Hormus könnte schon heute Mittwoch wieder geöffnet werden. Die USA, Iran und Oman stehen offenbar kurz vor einer Vereinbarung über eine 60-tägige Übergangsregelung für die wichtige Ölroute.
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US-Präsident Donald Trump hat den militärischen und diplomatischen Druck auf den Iran seit Ende Februar stufenweise verschärft.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Die wichtigste Ölroute der Welt könnte schon bald wieder frei sein. Die USA, Iran und Oman stehen offenbar kurz vor einer Vereinbarung zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus. Eine entsprechende Ankündigung könnte bereits am Mittwoch erfolgen. Das US-Newsportal Axios berichtet unter Berufung auf regionale Quellen und einen US-Vertreter von einem bevorstehenden Durchbruch.

US-Finanzminister Scott Bessent (63) bestätigte am Dienstag gegenüber CNBC, dass Washington bereits am Mittwoch eine Einigung mit Teheran über die Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge erzielen könnte.

Vorgesehen ist zunächst eine 60-tägige Übergangsregelung, die bei Bedarf verlängert werden könnte. Für Tanker wäre damit wieder eine kontrollierte Durchfahrt möglich: Schiffe, die in Richtung Arabischer Golf unterwegs sind, sollen eine nördliche Route durch iranische Gewässer nehmen. Tanker auf dem Weg hinaus würden eine südliche Route durch omanische Gewässer nutzen – jeweils in Abstimmung mit Teheran.

Freie Fahrt statt neuer Eskalation

Während der Übergangsphase sollen keine Gebühren für die Durchfahrt erhoben werden. Gleichzeitig soll die zentrale Fahrrinne innerhalb von 30 Tagen von Seeminen geräumt werden. Anschliessend könnte sie unter einer noch auszuhandelnden dauerhaften Vereinbarung wieder genutzt werden.

Für die internationalen Energiemärkte wäre das eine wichtige Nachricht. Die Strasse von Hormus ist eine der bedeutendsten Seehandelsrouten der Welt und insbesondere für den Transport von Öl und Flüssiggas von zentraler Bedeutung.

Noch vor wenigen Tagen hatte die Lage wesentlich düsterer ausgesehen. US-Präsident Donald Trump (80) verzichtete am Samstag zunächst auf die angedrohten grossangelegten Luftangriffe gegen Iran, um der Diplomatie eine Chance zu geben. Gleichzeitig hält Washington an der Drohung mit massiven Militärschlägen fest, sollte keine Einigung zustande kommen.

Zweiter Anlauf nach Beinahe-Krieg

Es ist bereits der zweite Versuch, die Meerenge auf diplomatischem Weg wieder zu öffnen. Ein erster Anlauf vor rund drei Wochen war gescheitert. Iran hatte trotz einer vermeintlichen Einigung erneut Schiffe angegriffen. Es folgten zwei Wochen heftiger Kampfhandlungen – und eine Eskalation, die zeitweise gefährlich nahe an einen offenen Krieg heranreichte.

Diesmal scheint die Diplomatie weiter zu sein.

Laut Axios waren neben den USA, Iran und Oman auch Katar, Pakistan und Saudi-Arabien in die Vermittlung eingebunden. In den vergangenen Tagen soll es mehrere Gespräche zwischen US-Sondergesandtem Steve Witkoff (69), dem iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi (63) und dem omanischen Aussenminister Badr bin Hamad al-Busaidi (66) gegeben haben.

Grünes Licht aus Teheran

Araghtschi soll dem vorgeschlagenen Deal bereits am Wochenende grundsätzlich zugestimmt haben. Es fehlte allerdings noch die Zustimmung der iranischen Führung. Nach Angaben aus den USA wurde diese am Dienstag erteilt.

Damit könnte am Mittwoch tatsächlich das passieren, worauf die Weltmärkte und die internationale Schifffahrt seit Wochen warten: freie Fahrt durch die Strasse von Hormus – zumindest vorerst.

Über Verhandlungen zu einem Atomdeal mit Teheran liegen keine neuen Angaben vor.

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