49'000 Menschen flüchten nach Ceuta
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Mehrere Tote:Video zeigt Migranten-Ansturm auf Ceuta

Geheimdienst-Analyse
Hat Marokko den Migranten-Ansturm auf Ceuta geplant?

Ein Ansturm von 60'000 Migranten auf Ceuta sorgt für Spannungen zwischen Spanien und Marokko. Der spanische Geheimdienst wirft Rabat vor, die Krise bewusst zugelassen zu haben, obwohl Marokko die Verantwortung zurückweist.
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Ein Ansturm von 60'000 Migranten auf Ceuta sorgt für Spannungen zwischen Spanien und Marokko.
Foto: IMAGO

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 60'000 Menschen stürmten Ceuta, Marokko weist Vorwürfe der Schuld zurück
  • Spanischer Geheimdienst: Marokko nutzte Krise für politische Aufmerksamkeit
  • Mindestens 72 Tote, Grenzkontrollen wurden von Marokko reduziert
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Mattia JutzelerRedaktor News

Steckt die marokkanische Regierung hinter der Migrationskrise in Ceuta? Über diese Frage wurde in den vergangenen Tagen viel spekuliert. Viele vermuteten, Marokko wolle sich mit diesem Menschenansturm an seinem früheren Kolonialherren rächen.

Gründe für einen solchen Racheakt soll es einige geben. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez (54) machte vor kurzer Zeit einen Staatsbesuch in Algerien, einem geopolitischen Rivalen von Marokko. Ausserdem beansprucht Rabat die zwei spanischen Exklaven in Nordafrika, Ceuta und Melilla, als sein eigenes Staatsgebiet.

Marokko weist Schuld von sich

Das marokkanische Innenministerium weist diese Vorwürfe entschieden zurück und nennt zwei Gründe für die Migrationskrise in Ceuta, wie die «Bild» berichtet. Der Andrang der Migranten sei nicht organisiert gewesen, sondern durch Falschinformationen auf den sozialen Medien spontan zustande gekommen.

Schlepperbanden hatten online für den Grenzübertritt in Ceuta geworben. Sogar Verkaufsstellen für Taucherbrillen und Schwimmwesten wurden in Beiträgen auf Facebook und Tiktok empfohlen.

Der zweite Grund ist laut dem Innenministerium die falsche Interpretation eines spanischen Gerichtsurteils. Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte entschieden, dass Migranten, die schwimmend spanisches Gebiet erreichen, ab sofort nicht mehr ohne Einzelfallprüfung nach Marokko zurückgeschickt werden dürfen. Junge Marokkaner ohne Perspektive hätten dieses Urteil so interpretiert, dass Spanien sie mit offenen Armen empfangen und sofort arbeiten lassen würde.

Spanischer Geheimdienst kontert

Für den spanischen Geheimdienst trägt die Regierung in Rabat aber eine deutlich grössere Verantwortung am Ansturm auf Ceuta. Nach einer Analyse der Krise kommen die Behörden laut «El Pais» zum Schluss: Der Ansturm von rund 60'000 Menschen auf die Grenze in Ceuta war von Marokko nicht geplant. Die Regierung in Rabat habe die Migrationskrise aber zugelassen und eingesetzt.

Laut dem Geheimdienst liessen die marokkanischen Behörden die Falschmeldungen auf den sozialen Medien unbeirrt weiterlaufen. Ausserdem wurden die Grenzkontrollen rund um Ceuta in der vergangenen Woche erst auf ein Minimum reduziert und schliesslich vollständig aufgehoben, sodass die Menschenmassen ungehindert passieren konnten.

Marokko, so der spanische Geheimdienst, nutzte die Krise, um seinen Anspruch auf Ceuta und Melilla weltweit in den Fokus der Medien zu rücken. Die Regierung in Rabat trage also eine Mitschuld an der Migrationskrise, die mindestens 72 Menschenleben kostete.

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