49'000 Menschen flüchten nach Ceuta
1:00
Über 140 Tote:Video zeigt Migranten-Ansturm auf Ceuta

Zahl der Todesopfer steigt
Bereits 88 Leichen in Ceuta geborgen

Zehntausende Migranten aus Marokko haben Berichten zufolge die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika erreicht. Mindestens 24 Personen starben beim Versuch, Ceuta schwimmend zu erreichen. Blick hält dich im Ticker über die aktuelle Lage auf dem Laufenden.
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Nachdem rund 60'000 Personen Ceuta gestürmt hatten, ...
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Über 60'000 Migranten erreichen Ceuta in wenigen Tagen, fast alle bereits wieder zurückgekehrt
  • Mindestens 72 Tote bei Schwimmversuchen
  • Italien setzt Schengenabkommen mit Spanien aus, Sánchez reagiert auf Kritik
03.08.2026, 07:22 Uhr

Ticker beendet

An dieser Stelle beenden wir den Ticker. Vielen Dank fürs Mitlesen! Alle weiteren News erfährst du auf Blick.ch.

02.08.2026, 13:56 Uhr

Bereits 88 Leichen in Ceuta geborgen

Die spanische Regierung begrenzt die Zahl der Todesopfer in Ceuta nach wie vor auf 72. Die neu eingerichtete Leichenhalle in der Stadt habe aber bereits die Leichen von 88 Migranten aufgenommen. Das sagte der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, der spanischen Zeitung «​El Pais​». Unter den geborgenen Toten befinden sich viele Teenager.

Foto: keystone-sda.ch

Vivas beklage die «Tragödie» dieser Todesfälle «auf beiden Seiten der Grenze» zutiefst. Auch Marokko barg Leichen aus dem Meer. Die Leichenhalle in Ceuta hat eine Kapazität für 200 tote Körper.

02.08.2026, 13:40 Uhr

Vox fordert «permanente Militarisierung» der Grenze bei Ceuta

Santiago Abascal, Präsident der rechtspopulistischen Partei Vox, sprach am Sonntag in Ceuta vor den Medien. In seiner Rede verlangte er die «dauerhafte Militarisierung der Grenze» und die «dauerhafte Schliessung des Grenzübergangs» der spanischen Exklave als Reaktion auf die Migrationskrise von dieser Woche.

Santiago Abascal bei einer Rede im Oktober 2023.
Foto: AFP

Marokko solle der Regierung in Madrid Garantien dafür geben, dass sich ein solcher Ansturm von Migranten nicht wiederholt. Zudem fordert Abascal vom Maghreb-Land «die Rückführung aller seiner Staatsangehörigen, die sich illegal auf unserem Staatsgebiet aufhalten», zu akzeptieren.

02.08.2026, 11:58 Uhr

Schon 72 Todesfälle in Ceuta

Die spanischen Behörden korrigierten die offizielle Anzahl toter Migranten in Ceuta von 67 auf 72. Das berichtet «El Pais». Es wird befürchtet, dass sich diese Zahl in den kommenden Tagen noch weiter erhöhen wird. «Es gibt weitere Tote auf See», erklärte ein Polizeisprecher bereits am Samstag. Ceuta bereitet derweil eine Einrichtung mit einer Kapazität für 200 Leichen vor.

Foto: keystone-sda.ch

Bezüglich der Anzahl der Migranten, die mittlerweile nach Marokko zurückgekehrt sind, können die Behörden noch keine genauen Angaben machen.

02.08.2026, 11:33 Uhr

Stimmung in Ceuta bleibt angespannt

«Der grosse Ansturm auf Ceuta ist vorbei», berichtet Blick-Reporter Samuel Schuhmacher am Sonntagmorgen aus der spanischen Exklave. Nur einzelne Migranten würden aktuell noch über die Grenze schwimmen. «Die Einheimischen und Touristen sind in der Altstadt unterwegs. Viele Restaurants haben wieder geöffnet.»

Trotzdem bleibe die Stimmung in der Stadt angespannt. «Immer wieder werden Flüchtlinge von der spanischen Grenzwache nach Marokko zurückgebracht. Tausende Menschen harren noch immer auf den Strassen und in den Gassen Ceutas aus. Ein Zurück gibt es für sie nicht.»

«Stimmung in der Stadt ist angespannt»
2:26
Blick-Reporter in Ceuta:«Tausende harren noch in den Strassen aus»
02.08.2026, 10:16 Uhr

Schlepper machten auf Tiktok Werbung für Schwimmutensilien

Bisher wurde insbesondere eine Entscheidung von Spaniens oberstem Gerichtshof für die Migrationskrise in Ceuta verantwortlich gemacht. Migranten, die schwimmend spanisches Gebiet erreichen, dürfen nicht mehr ohne Einzelfallprüfung nach Marokko zurückgeschickt werden.

Recherchen der Zeitung «​El Pais​» zeigen nun: Auch auf den sozialen Medien wurde von verschiedenen Schleppergruppen zum Sturm auf die Exklave aufgerufen. Nachrichten wie: «Die spanische Grenze ist offen, ihr könnt ohne Papiere einreisen», kursierten zu Beginn der Woche etwa auf marokkanischen Tiktok-Accounts. Über 60'000 Menschen sollten in den folgenden Tagen versuchen, die Grenze bei Ceuta zu überqueren.

Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Die Schlepper machten auf den sozialen Medien aber nicht nur Werbung für den Grenzübertritt. Dieselben Netzwerke nannten in ihren Beiträgen Verkaufsstellen für Neoprenanzüge, Flossen, Taucherbrillen oder Schwimmwesten. Sie teilten Screenshots von Google Maps, um potenzielle Migranten zum Strand an der Grenze von Ceuta zu lotsen. 

Viele dieser Beiträge sind allerdings schon wieder von den sozialen Medien verschwunden. Auch, weil die Ermittler mittlerweile gezielt gegen die Accounts der Schlepper vorgehen. Die Seiten der Gruppe «Hrig Sebta», die auf mehreren Plattformen Werbung für die Flucht aus Marokko machten, wurden von den Behörden gesperrt und ihre Beiträge gelöscht. Zuvor hatten die Accounts rund 20'000 Follower.

02.08.2026, 08:33 Uhr

Ceuta bereitet sich auf Bergung von 200 Leichen vor

Viele Migranten, die in den letzten Tagen die spanische Grenze in Ceuta überquerten, überlebten ihre Reise nicht. Mindestens 67 Menschen kamen ums Leben. Diese Zahl dürfte in nächster Zeit aber noch steigen. «Es gibt weitere Tote auf See», erklärte ein Polizeisprecher bereits am Samstag.

Wie «​El Pais​» jetzt berichtet, bereitet die spanische Exklave eine Einrichtung mit einer Kapazität für 200 Leichen vor. So werden etwa modulare Kühlräume, wie sie in Obstläden oder auf Fischmärkten verwendet werden, im ehemaligen Militärkrankenhaus der Stadt installiert. Die geborgenen Leichen sollen so gekühlt werden. Auch bei der Identifizierung der toten Körper, was in den Zuständigkeitsbereich des spanischen Justizministeriums fällt, will Ceuta logistische Unterstützung leisten.

Foto: keystone-sda.ch

Der Zivilschutz und Taucher einer Spezialeinheit bergen derzeit die Leichen ertrunkener Migranten vom Meeresgrund. Medienberichten zufolge liegen vor der Küste Ceutas noch viele weitere tote Körper.

01.08.2026, 19:04 Uhr

«Grosse Empörung»: König Felipe äussert sich zu Vorfällen in Ceuta

Tausende Schwimmer erreichten vor zwei Tagen die Strände der spanischen Exklave Ceuta. Die Regierung erklärte den Vorfall schnell für beendet, doch nun schaltet sich König Felipe VI. ein. Er verfolge die Lage mit «grosser Besorgnis und Empörung».

Der König griff in den letzten Tagen selbst zum Hörer. Wie der Zarzuela-Palast mitteilt, sprach er mit den Präsidenten von Ceuta und Melilla sowie mit dem spanischen Ministerpräsidenten und dem Oppositionsführer. Er habe ihnen «Worte der Ermutigung und Stärke» übermittelt.

Für den Monarchen ist klar: Das restliche Spanien muss den Menschen in Ceuta und Melilla nun klare Unterstützung zeigen. Gleichzeitig ermahnt er die Regierung: «Der Staat muss ihre Sicherheit gewährleisten und verhindern, dass sich solche Ereignisse wiederholen».

01.08.2026, 18:44 Uhr

Nach offenem Brief: EU-Innenminister treffen sich am Dienstag virtuell

Nachdem 22 EU-Länder einen offenen Brief unterschrieben haben, in dem ein Treffen der Innenminister gefordert wird, um sich über das Thema Migration zu beraten, kommt es am Dienstag tatsächlich dazu. Das gab Micheál Martin, Premierminister von Irland und derzeitiger EU-Ratspräsident, auf X bekannt.

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Weiterhin würde man «in engem Kontakt mit allen Mitgliedstaaten und Institutionen» stehen und die Lage genau observieren. Irland sah zuvor ab, den offenen Brief zu unterschreiben.

01.08.2026, 18:13 Uhr

Offener Brief von EU-Chefs

22 EU-Chefs greifen Spanien in einem offenen Brief massiv an, berichtet der «Spiegel». Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat das Schreiben unterzeichnet.

Die Initiantinnen des Briefes – Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen – machen Druck. Sie fordern eine umgehende Videokonferenz der EU-Innenminister.

Im Brief heisst es deutlich: «Wir können nicht zulassen, dass unkontrollierte Massenübertritte, die Instrumentalisierung von Migration oder andere hybride Bedrohungen den Eindruck entstehen lassen, dass eine illegale Einreise in die Europäische Union möglich ist.»

Der Hauptgrund für den Zoff: Spanien will 500'000 Migranten legalisieren, um den massiven Arbeitskräftemangel zu bekämpfen. Die Massnahme gilt für Asylsuchende, die ihr Gesuch vor Ende 2025 gestellt haben. Die Briefunterzeichner warnen: Das sei ein «unerwünschtes Signal», das noch mehr Migration anlocke.

Ein weiterer Streitpunkt ist ein Urteil des höchsten spanischen Gerichts. Dieses erlaubt die sofortige Rückführung von Migranten nur noch, wenn sie physische Barrieren wie Zäune überwinden. Wer über den Seeweg nach Ceuta oder Melilla kommt, erhält zwingend eine Einzelfallprüfung – dies führte in den vergangenen Tagen zu dem Ansturm auf Ceuta.

Spanien wirft den EU-Partnern mangelnde Solidarität vor. Neben Spanien weigern sich auch Irland, Frankreich, Luxemburg und Portugal, den offenen Brief zu unterschreiben.

Mehr als 40'000 Migranten sind innert weniger Tage in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gelangt. Das berichten mehrere spanische Medien am Freitag übereinstimmend. Die Guardia Civil spricht gemäss «El Periodico» von rund 49'000 Menschen. Das ist deutlich mehr als bislang angenommen. Zunächst war von mehr als 1500 Migranten die Rede. Ceuta hat gerade einmal 83'600 Einwohner. Einige Quellen sprechen sogar von noch mehr Migranten, die die Exklave in den letzten Tagen erreicht haben sollen.

Auslöser des Ansturms ist laut «Bild» eine Entscheidung von Spaniens oberstem Gerichtshof. Migranten, die schwimmend spanisches Gebiet erreichen, dürfen ab sofort nicht mehr ohne Einzelfallprüfung nach Marokko zurückgeschickt werden.

Mindestens 19 tote Migranten

Ceuta ist eine von nur zwei Landesgrenzen der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent. Die Menschen kommen vor allem aus Marokko und haben die Exklave auf dem Seeweg erreicht. Laut den Behörden vor Ort handelt es sich um Erwachsene und Kinder. Die Mehrheit der Migranten sind junge Männer.

«Wir befinden uns in einer Situation des totalen humanitären und sozialen Notstands», erklärte der Präsident der Exklave am Donnerstag. Die Aufnahmezentren vor Ort seien nicht mehr aufnahmefähig, wie unter anderem «Focus» mit Bezug auf die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Behörden in Ceuta forderten die Regierung in Madrid nun auf, den nationalen Notstand auszurufen. Auch wurde die spanische Armee um Hilfe gebeten.

Am Donnerstagabend bestätigte die spanische Regierung einen kommenden Militäreinsatz in Ceuta. Die in der Exklave stationierten Militäreinheiten sowie der Zivilschutz sollen die regionalen Behörden unterstützen, berichtet «El Pais».

Sicherheitskräfte haben laut Angaben der lokalen Polizei die Leichen von 19 Personen geborgen, die versucht hatten, nach Ceuta zu schwimmen. Berichten zufolge ertranken sie beim Versuch, das Ufer der Exklave zu erreichen. Die Behörden vor Ort befürchten, dass die Zahl der Todesopfer in den kommenden Stunden noch steigen könnte. Am Sonntag wurde die Anzahl toter Migranten auf 72 korrigiert.

Zusammenarbeit mit Marokko

Die Regierung in Madrid werde nun laut dem Innenministerium ihre Ressourcen aufstocken, «um die Sicherheit und die Kontrolle der Migration sowie die notwendige humanitäre Hilfe zu gewährleisten, damit auf See keine Menschenleben gefährdet werden».

Die Behörden in Marokko würden ausserdem mit denen in Spanien zusammenarbeiten, um die Krise zu bewältigen. Marokkanische Sicherheitskräfte hätten die Ankunft zahlreicher potenzieller Migranten verhindert. An der Grenze zu Ceuta werden laut spanischen Medienberichten Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um die Menschenmengen aufzulösen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez (54) und der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska (64) reisen am Freitag selbst nach Ceuta, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Kritik aus Italien

In Europa schaut man währenddessen mit Sorge auf die Situation in Ceuta. Magnus Brunner, Innenkommissar der Europäischen Union, versicherte Madrid, den Grenzschutz und die Küstenwache vor der Exklave zu verstärken, wie «El Pais» schreibt. So soll die Lage unter Kontrolle gebracht werden.

Kritik kommt derweil vor allem aus Rom. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) nannte die Situation in Ceuta «eine konkrete Bedrohung für die Sicherheit der europäischen Grenzen». Italien erwäge deswegen die Aussetzung des Schengen-Abkommens mit Spanien, schreibt Meloni in einem Beitrag auf der Plattform X.

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