Diese süsse Maus brachte das tödliche Virus aufs Schiff
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Langschwanz-Zwergreisratte:Brachte süsse Maus das tödliche Virus aufs Schiff?

Das Seuchen-Protokoll
So kam es zum Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius

Der Hantavirus-Ausbruch sorgt weltweit für Wirbel. Viele Fragen sind offen. Was ist bisher bekannt? Das Protokoll.
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Das Hantavirus sorgt weltweit für Schlagzeilen. Auslöser: ein Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff Hondius mit mehreren Todesfällen gemeldet
  • Schweizer Passagier nach Rückkehr aus Südamerika positiv auf Andesvirus getestet
  • 114 Gäste, 61 Crewmitglieder, 28 gingen am 24. April von Bord
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Johannes HilligRedaktor News

Wie kam es zu dem Hantavirus-Ausbruch an Bord der MV Hondius? «Bild» und «Le Temps» haben dazu alle möglichen Informationen gesammelt und ein Protokoll der Ereignisse erstellt. 

1

April

Die MV Hondius sticht von Ushuaia in Argentinien aus in See – mit 114 Gästen und 61 Besatzungsmitgliedern an Bord. Das Schiff nimmt von Ushuaia aus Kurs auf St. Helena. 

6

April

Plötzlich fühlt sich ein Mann (70) aus den Niederlanden nicht gut. Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen. Er hatte sich Ende März auf einer Vogeltour befunden, gemeinsam mit seiner Frau (69). Im Rahmen der Vogeltour sollen die Niederländerin und der Niederländer auch eine Mülldeponie besichtigt haben. Dort kamen sie womöglich mit Nagetieren in Kontakt.

11

April

Dem Niederländer geht es zunehmend schlechter. Der 70-Jährige stirbt schliesslich an Bord.

24

April

Die MV Hondius erreicht St. Helena. Der Leichnam des Niederländers wird vom Schiff an Land transportiert. Seiner Frau geht es mittlerweile auch nicht gut. Sie hat ebenfalls mit Symptomen zu kämpfen und verlässt das Schiff. Insgesamt gehen 28 Passagiere von Bord. Briten, US-Amerikaner und eine Person aus Deutschland. Danach fährt die MV Hondius weiter Richtung Kap Verde.

25

April

Die kranke Niederländerin fliegt mit dem Airlink-Flug 4Z13 von St. Helena nach Südafrika. Dort kommt sie gleich ins Spital. An Bord der Maschine sind insgesamt 83 Passagiere. 

26

April

Die Niederländerin verstirbt im Spital.

2

Mai

Eine Deutsche (78), die sich an Bord der Hondius befindet, wird plötzlich krank und stirbt. Sie hatte sich mit dem Hantavirus infiziert.

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4

Mai

Es ist offiziell: An Bord wird das Hantavirus nachgewiesen.

5

Mai

Die verantwortliche Reederei Oceanwide Expeditions meldet, dass zwei Crewmitglieder ebenfalls erkrankt sind.

6

Mai

Ein Schweizer wird positiv auf das Hantavirus getestet. Er war zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von einer Reise in Südamerika zurückgekehrt. Sie befanden sich auf der MV Hondius. Nachdem er Krankheitssymptome wahrgenommen hatte, begab er sich nach telefonischer Absprache mit seiner Hausärztin zur Abklärung ins USZ, heisst es in einer Medienmitteilung des Bundesamtes für Gesundheit. Dort wurde er umgehend isoliert. 

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Ein Test, der im Referenzlabor des Universitätsspitals Genf (HUG) durchgeführt wurde, ergab ein positives Resultat auf ein Hantavirus. Es handelt sich dabei um das Andesvirus, ein Hantavirus, das in Südamerika vorkommt. 

Währenddessen nimmt die MV Hondius Kurs auf Teneriffa. Denn das Schiff darf nicht in Kap Verde anlegen. 

7

Mai

Oceanwide Expeditions veröffentlicht eine Liste der Nationalitäten der Personen, die das Kreuzfahrtschiff am 24. April auf St. Helena verlassen haben. Sie alle werden dringend gesucht. 

  • 1 Person aus Deutschland
  • 7 Personen aus Grossbritannien
  • 6 Personen aus den USA
  • 3 Personen aus den Niederlanden
  • 2 Personen aus der Schweiz
  • 2 Personen aus Kanada
  • 2 Personen aus der Türkei
  • 1 Person aus Dänemark
  • 1 Person aus St. Kitts und Nevis
  • 1 Person aus Neuseeland
  • 1 Person aus Singapur
  • 1 Person aus Schweden
  • 2 Personen unbekannter Herkunft

Unter den drei Personen aus den Niederlanden befindet sich auch die 69-jährige Frau, die später in Südafrika an den Folgen einer Hantavirus-Infektion verstarb.

Die Weltgesundheitsorganisation hält eine Pressekonferenz ab. In dem Rahmen erklärt Notfallchef Abdirahman Mahamud: «Es ist eine limitierte Epidemie, beschränkt auf ein Kreuzfahrtschiff. Es gibt keinen Grund zur Panik.» Die Kontaktverfolgung laufe auch in den USA.

8

Mai

Ein dritter Brite hat sich Medienberichten zufolge mit dem Hantavirus infiziert. Er hatte die MV Hondius in St. Helena verlassen. Laut Behörden befindet er sich auf der Insel Tristan da Cunha.

Wie geht es weiter?

Am Samstag soll die MV Hondius auf Teneriffa ankommen. Von dort aus soll am Montag die Evakuierung der verbliebenen Passagiere beginnen.

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