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«Ich bin zusammengebrochen»
Basler infizierte sich in Finnland-Ferien mit Hantavirus

Eigentlich wollte Samuel Rink in Finnland nur seine Verwandten besuchen. Doch die Familien-Ferien enden im Basler Unispital! Die Diagnose lautet: Hantavirus.
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In den Ferien infizierte sich Samuel Rink mit dem Hantavirus.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Basler Samuel Rink infizierte sich 2025 in Finnland mit Hantavirus
  • In Finnland kursiert eine harmlosere Variante, genannt Mäusefieber
  • Land hat weltweit höchste Infektionszahlen, Rink litt unter Nierenversagen
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Johannes HilligRedaktor News

Fast sein ganzes Leben reist Samuel Rink (39) jedes Jahr nach Finnland in die Ferien. So auch vergangenes Jahr. Schliesslich hat er dort Familie. Seine Mutter ist Finnin.

Als der Basler im September zurück in der Schweiz ist, fühlt er sich komisch. «Mir wurde schlecht. Ich hatte Blitze in den Augen und Kopfschmerzen», sagt Rink zu Blick. Was er da noch nicht weiss: Er hat sich mit dem Hantavirus infiziert. Die «bz» hatte zuerst darüber berichtet. 

Genau das Virus, das gerade weltweit in den Schlagzeilen steht. Allerdings gibt es verschiedene Varianten, genau wie bei Corona. In Finnland zirkuliert eine wesentlich harmlosere Variante: die Puumala-Variante. Die Bewohner nennen die Krankheit auch Mäusefieber. Finnland hat weltweit die höchsten Infektionszahlen. 

«Keiner der übrigen Passagiere weist derzeit Symptome auf»
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«Und plötzlich hatte ich grossen Durst»

Die Variante, die an Bord des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius identifiziert wurde, ist eine Andes-Variante, die vorwiegend in Südamerika vorkommt. Sie gehört zu den wenigen Hantavirus-Stämmen, bei denen eine Übertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen ist. Und: Die Verläufe können schwerer sein – bis hin zum Tod.

Was die Varianten gemein haben: Es beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. So auch bei Samuel Rink. Doch irgendwie fühlt es sich für ihn komisch an. «Mir war klar, dass es keine gewöhnliche Erkältung ist. Und plötzlich hatte ich grossen Durst.»

Später stellen die Ärzte im Unispital Basel bei ihm Nierenversagen fest. Schliesslich kippt Rink um. «Ich bin zusammengebrochen und konnte mich vor Kopfschmerzen und Übelkeit nicht mehr bewegen. Ich musste von einer Parkbank von meiner Frau abgeholt werden.»

«Sie erwerben die Infektion typischerweise durch das Einatmen»

Rink kommt ins Spital, es werden Bluttests gemacht. Er bleibt dort unter Beobachtung. Er bekommt Infusionen gegen die Dehydrierung. «Ansonsten ging es mir gut. Ich war nicht in Gefahr. Es war einfach nur unangenehm.»

Als die Diagnose da ist, können die Ärzte kaum etwas machen. Ein Medikament gegen das Hantavirus gibt es nicht, nur die Symptome können behandelt werden. Jemanden anderen anstecken konnte Rink nicht. Diese Variante überträgt sich nicht von Mensch zu Mensch. Wie er sich mit dem Hantavirus infizierte, ist nicht ganz klar. «Vielleicht ist es passiert, als ich eine Maus aus dem Ferienhaus verscheucht habe.» Das ist nur eine Möglichkeit. Ebenfalls denkbar ist, dass aufgewirbelter Staub schuld sein könnte. 

Das bestätigt auch Epidemiologe Paul Hunter im Gespräch mit Blick. «Sie erwerben die Infektion typischerweise durch das Einatmen von Aerosolen, die mit Rattenurin und Kot verunreinigt sind.» Das passiere leicht, wenn Bereiche ein- oder ausgeräumt werden, in denen sich Nagetiere aufhalten. Hunter: «Dabei werden die getrockneten Exkremente und Urin in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.»

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