Darum gehts
- Hantavirus-Ausbruch auf «MV Hondius»: Drei Tote, 150 Passagiere in Quarantäne
- Opfer: Ehepaar aus Niederlanden, Deutscher; Verdacht auf weitere Infektionen an Bord
- Schiff vor Kap Verde; mögliche Anlandung Kanarische Inseln für Untersuchungen
Sie harren aus und leben in Ungewissheit: Die knapp 150 Passagiere der «MV Hondius» können nicht – wie ursprünglich geplant – auf Kap Verde von Bord des Expeditionsschiffes gehen. In der Nacht auf Montag wurde bekannt, dass es auf dem Luxusliner zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen ist. Drei Menschen starben.
Aktuell gebe es noch keinen geeigneten Zielort, heisst es beim Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions. Womöglich kämen die Kanarischen Inseln infrage, eine entsprechende Option werde geprüft.
«Wir wollen einfach nach Hause»
Derzeit befindet sich das Schiff vor dem Hafen von Praia auf Kap Verde. Laut Angaben der Reederei könnten auf den Kanaren zusätzliche medizinische Untersuchungen erfolgen, falls das Schiff dort anlegt. Diese Untersuchungen würden möglicherweise unter Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie niederländischer Gesundheitsbehörden stattfinden. Allerdings betonte die Reederei am späten Montagabend, dass dies noch nicht endgültig bestätigt sei.
Für die Passagiere ist die Warterei eine Tortur. Jake Rosmarin erklärt in einem Video verzweifelt: «Es gibt einfach viel Unsicherheit. Wir wollen einfach Klarheit und nur noch nach Hause.»
Opfer aus den Niederlanden und Deutschland
Das Kreuzfahrtschiff mit insgesamt 61 Crewmitgliedern war vor einigen Wochen von Argentinien in Richtung Kap Verde gestartet. Während der Reise kam es zu mehreren Todesfällen. Bisher sind drei Passagiere der «Hondius» verstorben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie ein deutscher Staatsbürger. Bei der verstorbenen Niederländerin wurde nach Angaben der Reederei, die sich auf Informationen der WHO stützt, eine Infektion mit dem Hantavirus festgestellt. Ein weiterer Passagier ist ebenfalls nachweislich daran erkrankt und wird derzeit auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt. Darüber hinaus bestehen an Bord weitere Verdachtsfälle. Zwei Mitglieder der Besatzung sollen ebenfalls Symptome zeigen, wie die Reederei mitteilte.