Niederländisches Paar starb an Hantavirus
«Wir können es noch nicht fassen»

An Bord des Kreuzfahrtschiffs «MV Hondius» sind mehrere Menschen schwer am Hantavirus erkrankt. Drei Passagiere sind bereits verstorben, darunter ein Paar aus den Niederlanden.
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Unter den Todesopfern befindet sich auch ein deutscher Staatsbürger, wie die Reederei «Oceanwide Expeditions» verlauten lässt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Drei Tote durch Hantavirus auf Südamerika-Reise
  • Paar aus den Niederlanden starb auf Kreuzfahrt
  • Britischer Patient im Spital, auch Crew betroffen
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Auf der Reise von Südamerika in Richtung Atlantik sind mehrere Passagiere schwer an einem Nagetiervirus erkrankt – drei Menschen sind bereits gestorben. Unter den Todesopfern befindet sich nach Angaben der Reederei «Oceanwide Expeditions» ein deutscher Staatsbürger, der am vergangenen Samstag verstarb.

Zwei Opfer stammten aus friesischem Dorf

Ebenfalls unter den Todesopfern ist ein niederländisches Ehepaar. Der Mann (70) starb bereits am 11. April an Bord, seine Leiche wurde später auf St. Helena von Bord gebracht. Seine Ehefrau (69) begleitete den Leichentransport, brach jedoch auf dem Rückweg in Johannesburg zusammen und starb dort im Spital. Beide Leichen werden später in die Niederlande überführt.

Gemäss der Zeitung «De Haulerwijk» lebte das Ehepaar in Haulerwijk, einem friesischen Dorf mit rund 3300 Einwohnern. Ein Familienmitglied des Paares lies über die Organisation «Name de Familie» verlauten: «Die schöne gemeinsame Reise wurde jäh beendet. Wir können es noch nicht fassen, dass wir sie vermissen werden. Wir möchten sie in Frieden nach Hause bringen und ihrer gedenken». 

Auch Crew betroffen

Ein britischer Patient (69) wird derzeit in Südafrika auf einer Intensivstation medizinisch behandelt, wie die «WHO» mitteilte. Auch die Crew ist mittlerweile betroffen. Zwei Besatzungsmitglieder, ein Brite und ein Niederländer, zeigen laut Reederei deutliche Symptome einer akuten Atemwegserkrankung – in schwerer beziehungsweise in milderer Ausprägung.

Die britische Mikrobiologin Siouxsie Wiles erklärte gegenüber der «BBC», dass die Zeitspanne zwischen der Ansteckung mit dem Hantavirus und dem Auftreten erster Symptome zwischen einer und acht Wochen liegen könne.

Was hinter dem Hantavirus steckt

Hantaviren werden durch kleine Nagetiere, insbesondere Mäuse, übertragen. Die Erreger werden über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Eine Ansteckung erfolgt in der Regel nicht von Mensch zu Mensch, sondern durch das Einatmen kontaminierten Staubs – etwa beim Reinigen von Räumen oder beim Kontakt mit Nagetiernestern.

Typisch ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit hohem Fieber, begleitet von Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen können Nieren oder Lunge betroffen sein. Eine Impfung existiert nicht, als wichtigste Schutzmassnahme gilt daher, den Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen konsequent zu vermeiden.

In der Schweiz sind Hantavirus-Infektionen insgesamt selten. Das «Bundesamt für Gesundheit» (BAG) registriert jährlich nur vereinzelte Fälle. Im europäischen Vergleich sind vor allem Deutschland, Finnland, Österreich und Slowenien häufiger betroffen.

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