Hier werden die Hantavirus-Patienten evakuiert
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Vor der Küste von Kapverden:Hier werden die Hantavirus-Patienten evakuiert

Die fünf grossen Hantavirus-Rätsel
Wo sind die verschwundenen Seuchenschiff-Passagiere hin?

Der Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff zieht immer weitere Kreise. Neben den Kreuzfahrtgästen rücken nun auch Flugpassagiere ins Visier der Behörden. Viele Fragen sind noch ungeklärt.
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Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff zieht immer grössere Kreise.
Foto: imago/Xinhua

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Erster Schweizer mit Hantavirus infiziert, nach Kreuzfahrt isoliert in Zürich
  • 23 Passagiere verliessen Kreuzfahrtschiff MV Hondius in St. Helena, Kontakt unklar
  • 88 Passagiere, 59 Crewmitglieder aus 23 Nationen auf MV Hondius unterwegs
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Marian NadlerRedaktor News

Das Hantavirus ist momentan in aller Munde. Nach dem Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius wurde nun ein erster Schweizer Staatsbürger positiv auf den Erreger getestet. Der Mann wurde umgehend isoliert.

Seit Jahren ist bekannt, dass Hantaviren von Nagetieren auf den Menschen übertragen werden können. Bei dem auf dem Kreuzfahrtschiff grassierenden Hantavirus handelt es sich aber wohl um die sogenannte Andes-Variante. Sie kommt in Südamerika vor und kann in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Beim aktuellen Ausbruch stellen sich fünf brennende Fragen. Sie zeigen, wie viel zum Fall noch immer im Dunkeln liegt.

Video von Bord des Hantavirus-Schiffs
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Quarantäne für Passagiere:Video von Bord des Hantavirus-Schiffs

Wer war Patient Null?

Argentinische Behörden haben laut der Nachrichtenagentur AP eine Theorie: Ein niederländisches Ehepaar hat sich laut Behördenmitarbeitern wohl bei einer Vogeltour in der Stadt Ushuaia mit dem Virus angesteckt.

Im Rahmen der Vogeltour sollen die Niederländerin (†69) und der Niederländer (†70) auch eine Mülldeponie besichtigt haben – und kamen dort womöglich mit Nagetieren in Kontakt. Offiziell bestätigt ist das aber noch nicht.

Wo kommen die Patienten nach Verlassen des Schiffs hin?

In diesem Punkt geht es chaotisch zu. So sind einige Passagiere allem Anschein nach bereits wieder in ihren Heimatländern, wie das Beispiel des Schweizers zeigt. Wie die spanische Zeitung «El Pais» berichtet, haben 23 Passagiere das Schiff nach Auftreten der ersten Fälle bereits in St. Helena, einer Südatlantik-Insel, verlassen. «23 Menschen sind in St. Helena von Bord gegangen. 23 Personen irren dort umher, und bis vor drei Tagen hatte niemand Kontakt zu ihnen aufgenommen», behauptet ein nicht namentlich genannter Passagier gegenüber dem Blatt. 

Laut dem anonymen Passagier sind mehrere Betroffene bereits in ihre Heimatländer weitergereist – unter anderem nach Australien, Taiwan, Nordamerika, England und in die Niederlande. Der anonyme Ferienreisende hatte nach eigenen Angaben auch Kontakt zum Schweizer Infizierten. «Ihm ging es nicht gut, er ging ins Spital.» Mit den 23 Passagieren ging auch die Niederländerin von Bord, die später in einem Spital im südafrikanischen Johannesburg verstarb.

Am Samstag soll die MV Hondius auf Teneriffa ankommen. Von dort aus soll am Montag die Evakuierung der verbliebenen Passagiere beginnen. Die «MV Hondius» war mit 88 Passagieren und 59 Crewmitgliedern aus 23 Nationen unterwegs.

Es ist zu erwarten, dass sie zunächst auf den Kanaren in Kliniken untersucht werden. Wie die Personen dann zurück in ihre Heimatländer kommen, ist noch unklar.

Wurden auch Flugpassagiere infiziert?

Die WHO sucht nach Passagieren des Airlink-Flugs 4Z132, der am 25. April von St. Helena nach Südafrika flog. Auf diesem Flug befand sich die später verstorbene Niederländerin. Die Kontaktverfolgung läuft.

Eine Reisende, die nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch unterwegs war, hat sich nach Angaben der niederländischen Airline auch «kurzzeitig» an Bord einer KLM-Maschine befunden, die am 25. April um 23.15 Uhr Ortszeit von Johannesburg nach Amsterdam flog. Wegen ihres Gesundheitszustandes habe die Crew entschieden, die Frau nicht auf dem Flug mitreisen zu lassen, erklärte die Fluglinie am Mittwoch. Ob es sich dabei um die verstorbene 69-Jährige handelt, geht aus der KLM-Medienmitteilung nicht hervor. Am Donnerstagmorgen berichtete der niederländische Sender NOS, wurden alle Passagiere identifiziert, die sich an Bord des Flugs in die niederländische Hauptstadt befanden.

Wie wird nach Kontakten gesucht?

Behörden und WHO dürften sich bei der Nachverfolgung vor allem auf die Reise- und Kontaktkette konzentrieren. Das Ziel: eine möglichst lückenlose Rekonstruktion. Die Nachverfolgung dürfte sich in drei Bereiche aufteilen.

Erstens: die Kontakte der nachgewiesenen Infizierten an Bord des Schiffs, besonders bei längerem Zusammensein auf engem Raum.

Zweitens: die Kontakte vor der Einschiffung, falls sich bewahrheiten sollte, dass sich der erste Fall schon an Land infiziert hat.

Und drittens: die Passagiere von Evakuierungs- und Rücktransportflügen. Hier läuft die Suche bereits.

Wie erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch?

Wie genau die Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt, ist nicht abschliessend geklärt. Klar ist aber: Es passiert bei engem und längerem Kontakt zwischen Menschen. Etwa in Familien oder bei Kabinenpartnern. Eine Studie aus dem Jahr 2020, veröffentlicht im Fachmagazin «Frontiers in Microbiology», legt nahe, dass eine Übertragung des Andesvirus über die Atemwege oder Speichel möglich sein könnte.

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