Hier werden die Hantavirus-Patienten evakuiert
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Vor der Küste von Kapverden:Hier werden die Hantavirus-Patienten evakuiert

Arzt in kritischem Zustand, Notfallplan aktiviert
Dramatische Zustände auf dem Seuchenschiff

Dramatische Szenen auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» vor Kap Verde. Drei Menschen sind an einer aggressiven Hantavirus-Variante gestorben. 150 Passagiere, darunter der infizierte Schiffsarzt, befinden sich weiter in Quarantäne.
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Seit mehreren Tagen wütet eine besonders aggressive Version des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff «MV Hondius».
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» vor Kap Verde, drei Tote
  • 150 Personen an Bord, darunter infizierter Schiffsarzt in kritischem Zustand
  • Passagiere könnten bis zu 8 Wochen in Quarantäne bleiben
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Mattia JutzelerRedaktor News

Es ist für Aussenstehende nur schwer vorstellbar, was die Passagiere der «MV Hondius» gerade durchmachen müssen. Seit mehreren Tagen wütet eine besonders aggressive Version des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff.

Drei Menschen sind bisher an der Krankheit gestorben. Drei Passagiere mit Krankheitssymptomen wurden mittlerweile evakuiert. Sie werden in spezialisierte Kliniken verlegt. Unter den 150 Menschen, die noch an Bord der «MV Hondius» sind, befindet sich auch der Schiffsarzt. Dieser hat sich laut der «Bild» ebenfalls mit dem Virus infiziert und befindet sich in kritischem Zustand. Er werde evakuiert, sobald sich seine körperliche Verfassung verbessert hat.

Passagiere tragen Masken und sind isoliert

Die zuständige Reederei «Oceanwide Expeditions» hat auf der «MV Hondius» einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Der Plan umfasse Isolationsmassnahmen, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung, schreibt der «Guardian».

Wegen der Aggressivität der Virusvariante ist es möglich, dass die Passagiere bis zu acht Wochen in Quarantäne verbringen müssen. Das erklärt Notfallmediziner Sampson Davis gegenüber der «New York Post». «Ich bin sicher, dass die Leute aktuell in ihren Zimmern oder Kabinen isoliert oder unter Quarantäne gestellt sind», meint er.

An Bord befindet sich auch der Reiseblogger Jake Rosmarin aus Boston. Gegenüber der «Bild» gibt er am Mittwoch einen genaueren Einblick in den Alltag auf dem Seuchenschiff. «Sicherheitsmassnahmen sind vorhanden, einschliesslich sozialer Distanzierung und Maskentragen», erzählt der Blogger. «Der Zugang zu den Aussendecks ist für frische Luft erlaubt, während Versammlungen in Innenbereichen wie der Lounge derzeit eingeschränkt sind.»

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Fachärzte auf dem Weg aus den Niederlanden

Laut Rosmarin sei die Versorgung der Passagiere den Umständen entsprechend gut. «Zusätzliche medizinische Massnahmen und Materialien wurden an Bord gebracht», so der US-Blogger. «Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben wir zuversichtlich, dass die Situation bald gelöst wird.»

Laut «Oceanwide Expeditions» befindet sich bereits ein Fachmann für Infektionskrankheiten an Bord der «MV Hondius». Zwei weitere Spezialisten sind zudem auf dem Weg aus den Niederlanden. Geplant sei, dass die Fachärzte auch nach der Abfahrt des Kreuzfahrtschiffes an Bord bleiben. Die «MV Hondius» befindet sich aktuell vor Kap Verde und soll bald zu den Kanarischen Inseln aufbrechen.

Noch ist allerdings unklar, ob das Seuchenschiff überhaupt auf den Kanaren anlegen darf. Teneriffa wurde laut der «Bild» als zentraler Behandlungsort für das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff bestimmt. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, hat die Entscheidung allerdings stark kritisiert. Er wirft der spanischen Regierung fehlende Transparenz vor und fordert Gespräche, wie die «Welt» berichtet.

Situation erinnert an 2020

Ob die Massnahmen an Bord ausreichen werden, um die Passagiere zu schützen, wird sich zeigen. Wie der «Guardian» aber schreibt, dürften die Reederei und die Besatzung an Bord aber auf ein solches Ereignis vorbereitet gewesen sein. Die Corona-Pandemie habe Kreuzfahrtunternehmen dazu veranlasst, ihre Notfallpläne für Infektionsausbrüche zu verbessern.

Damals herrschten auf vielen Kreuzfahrtschiffen ähnliche Zustände. An Bord des Kreuzfahrtschiffes Zaandam vor der Küste Chiles starben im März 2020 vier ältere Personen mutmasslich an den Folgen einer Covid-Infektion. Laut dem «Guardian» strandeten zu Beginn der globalen Pandemie mindestens zehn verschiedene Schiffe auf hoher See, weil ihnen die Zufahrt zu einem Hafen verwehrt wurde. In einigen dieser Fälle wurden an Bord keinerlei Anzeichen für eine Covid-Infektion festgestellt.

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