Trotz 15 Gault-Millau-Punkten
Aargauer Nobel-Beiz schmeisst Spitzenkoch raus – samt Team

Im Mai holte Küchenchef Sascha Behrend noch 15 Gault-Millau-Punkte für die Brasserie Brugg – wenig später kam es zur überraschenden Trennung. Erst letzten September hatte er übernommen. Das Lokal will kein «Fine Dining» mehr.
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Nach nur neun Monaten ist Sascha Behrendt nicht mehr Küchenchef der Brasserie Brugg.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Brasserie Brugg trennt sich von Küchenchef Sascha Behrend nach Michelin-Auszeichnung
  • Mit Behrends Abgang verliert das Restaurant auch die 15 Gault-Millau-Punkte
  • Nachfolger Timur Asadullaev bringt die klassische französische Küche zurück – ab sofort günstiger
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Für den renommierten «Guide Michelin» ist die Brasserie Brugg eine der Neuentdeckungen im Aargau. Das Lokal beim Bahnhof in Brugg AG hat es im März in den neuen Gastro-Führer geschafft. Auf ihrer Website schreibt die Brasserie von einem «besonderen Meilenstein», gibt sich «sehr stolz», «unglaublich dankbar» und «ein bisschen überwältigt». Doch jetzt musste der für die Auszeichnung verantwortliche Küchenchef Sascha Behrendt (38) die Küche Knall auf Fall räumen, wie das Portal Gault Millau berichtet.

Der gebürtige Berliner hat die Kündigung erhalten – «am Letzten des Monats», wie es im Bericht heisst. Das bedeutet: Der Star der Küche wurde Ende Mai entlassen – zusammen mit seinem Team. Denn auch seine zwei Mitarbeiter in der Küche mussten gehen. Erst im September hatte das Trio in der Brasserie angefangen, jetzt ist es bereits wieder weg. Genauso wie die 15 Gault-Millau-Punkte, die sich Behrend Anfang Mai mit seiner modernen Interpretation von französischen Klassikern erkocht hat. Mit seinem Abgang muss die Brasserie Brugg auch die Punkte abgeben. Das Gastro-Portal schreibt diesbezüglich vom «Flop von Brugg». 

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Der Nachfolger ist bereits bekannt

Warum dieser plötzliche Knall in der Küche? Bei der Brasserie Brugg hat man keine Lust auf «Fine Dining». Die gehobene Küche weiter voranzutreiben, sei aber genau die Idee von Behrendt gewesen, sagte Brasserie-Inhaber Urs Taufenecker der «Aargauer Zeitung». «Ich wollte, dass die Brasserie der klassischen französischen Küche treu bleibt.» Deshalb zog er die Konsequenzen: «Unsere Wege mussten sich trennen, weil sich unsere Interessen in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben.»

Künftig soll es in der Brasserie wieder klassische französische Gerichte geben – ganz traditionell, ohne modernen Schnickschnack. Etwa das Entrecôte mit Café-de-Paris-Sauce steht künftig auf der Speisekarte. Und für die WM gibts in der nächsten Woche gutbürgerliche Küche: Eine Portion Pommes frites kostet 10 Franken, eine Kalbsbratwurst mit Brot 12 Franken, ein Burger mit Pommes 25 Franken. 

Für das neue Küchenkonzept hat die Brasserie bereits den passenden Küchenchef gefunden: Timur Asadullaev, «ein Meister der authentischen französischen Küche», wie ihn die Brasserie auf Instagram ankündigt. Bei seiner letzten Station im Restaurant Sonne in Seuzach ZH holte Asadullaev 2024 ebenfalls 15 Gault-Millau-Punkte und wurde im März desselben Jahres zum «Chef des Monats» gekürt. Wenige Monate später, Ende November, warf er aber hin – das ganze Küchenteam verliess die «Sonne» per sofort

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«Fine Dining» hat es schwer

Damals sagte Asadullaev, er wolle den Fokus wieder mehr auf Zürich richten. Jetzt wagt er einige Kilometer weiter im Nordwesten ein neues Abenteuer. Ohne nobles «Fine Dining». Generell kriselt die gehobene Gastronomie in der Schweiz. Immer mehr Spitzenrestaurants schliessen. «Wir erleben in der Gastronomie einen Strukturwandel, der auch vor der gehobenen Küche nicht haltmacht», sagte Urs Pfäffli (62), Präsident des Zürcher Gastro-Verbands, im letzten Jahr zu Blick. Der Grund: Die Kosten steigen, die Schweizer schauen wieder mehr aufs Geld. 

Darum wendet sich nicht nur die Brasserie Brugg vom «Fine Dining» ab. Mitte Juni schliesst auch das Restaurant Parkhuus im Zürcher Fünfsternehotel Park Hyatt. Stattdessen soll es dort eine währschaftere Küche geben. Und Ende März schloss die Schönheitsklinik Skinmed ihr Inhouse-Lokal Skin’s in Lenzburg AG. Seither setzen hier die Betreiber auf günstigere Lunchmenüs.

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