Darum gehts
- Restaurant Parkhuus im Zürcher Park Hyatt schliesst Mitte Juni
- Fine-Dining-Konzept wird durch niederschwelligere Küche ersetzt
- Die Schweizer Spitzengastronomie leidet, Verbandschef spricht von Strukturwandel
Im Restaurant Parkhuus im Hotel Park Hyatt in Zürich isst man gut – und teuer. Ein einfacher Vorspeisen-Salat für 23 Franken, Lammkarree mit Mönchsbart und Pflaume für 61 Franken, ein Heilbutt-Filet mit Kaviar für 67 Franken. Klassisches Fine Dining eben. Doch damit ist schon kommenden Monat Schluss.
Das Parkhuus schliesst bereits per Mitte Juni seine Tore, wie das Branchenportal Gault Millau zuerst berichtet hat. Die Schliessung erfolgt «im Zuge unseres aktuellen Redesigns im Park Hyatt Zürich», teilt die Pressestelle des Hotels auf Anfrage von Blick mit. «Wir planen eine Erneuerung des gastronomischen Angebots, das sich derzeit noch in Ausarbeitung befindet.» Laut Gault Millau ist eine «niederschwellige Küche» geplant.
Heisst: Das Zürcher Park Hyatt verabschiedet sich vom Fine-Dining-Konzept und plant eine Neuausrichtung des hauseigenen Restaurants – weniger Luxus, mehr währschaftes Essen. Wie lange das Restaurant geschlossen bleibt, ist noch offen. Der Umbau dürfte aber mehrere Monate dauern. Auffällig: Auf der Website des Restaurants gibt es noch keinen Hinweis, dass es schon bald schliesst. Online-Reservationen können gar noch bis weit über den Juni hinaus getätigt werden.
Schwere Zeiten in der Schweizer Spitzengastro
Für die Belegschaft rund um den slowakischen Starchef Timotej Muzila – dessen Kochkünste zuletzt mit 15 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet wurden – ist die Zukunft ungewiss. Das Personal bleibt dem Haus offenbar vorerst erhalten – nach der Neuausrichtung werde wohl jeder für sich schauen, ob er noch bleibt, sagt eine Angestellte gegenüber Gault Millau.
Interessant: Trotz grosser Namen in der Küche und prominenter Lage hat sich das Parkhuus nie einen Michelin-Stern erkocht. Als gewichtiger Player im Zürcher Fine-Dining-Angebot innerhalb der Luxushotellerie ist das eher ungewöhnlich, schaut man sich Konkurrenten wie das Dolder Grand oder das Hotel Widder an. Daher stellt sich die Frage: Reicht «sehr gut» im Zürcher Luxusmarkt heute schlicht nicht mehr?
In einer Zeit, in der sich die Branche in einem strukturellen Umbruch befindet, vielleicht nicht. Im November sagte Urs Pfäffli (63), Präsident des Zürcher Gastroverbands, gegenüber Blick: «Wir erleben in der Gastronomie einen Strukturwandel, der auch vor der gehobenen Küche nicht haltmacht.»
Die Betriebskosten sind laut Pfäffli hoch, Tendenz steigend. Das Essen hingegen oft «zu günstig», auch in Spitzenbetrieben. Vom Vorwurf, die Spitzengastro sei hierzulande zu teuer, will er nichts wissen: Das Gegenteil sei der Fall. Pfäffli: «Im Verhältnis zum Aufwand ist das Essen oft zu günstig, sodass es sich am Ende nicht rechnet.» Hinzu kommt: Die Leute schauen mehr aufs Geld. Bei der steigenden Teuerung liegt ein teures Essen ausser Haus nicht mehr so oft drin. Und genau auf diesen Wandel reagiert nun offenbar auch das Zürcher Park Hyatt.