Betreiberpaar in der Spargel-Hochburg hört nach 30 Jahren auf
Historischer Gasthof Sternen in Flaach ZH steht zum Verkauf – für 3,85 Millionen

Der Flaacher Gasthof Sternen sucht nach 93 Jahren im Familienbesitz einen neuen Eigentümer. Für das Wirtepaar Rüegg war der Verkauf kein leichter Entscheid, für viele Stammgäste ein Schock. Besitzer Thomas Rüegg erklärt, wie es dazu gekommen ist.
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Seit 1994 führen Thomas Rüegg und seine Frau Kerstin den Gasthof Sternen in Flaach ZH.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gasthof Sternen in Flaach ZH steht für 3,85 Millionen Franken zum Verkauf
  • Das Restaurant ist seit fast 100 Jahren im Besitz der Familie Rüegg
  • Weil das Wirtepaar keine Nachfolge finden konnte, haben sie sich für den Verkauf entschieden
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Mitte April startet hierzulande die Spargelsaison. Und Liebhaber des Stängelgemüses wissen um das kleine Örtchen Flaach im Zürcher Weinland. Denn die 1500-Seelen-Gemeinde ist die Schweizer Spargel-Hochburg! Ein Spargelessen in einer guten Beiz im Dorf ist deshalb für viele Familien Tradition. Thomas Rüegg (59), Inhaber und Küchenchef des Flaacher Gasthofs Sternen, sagt zu Blick: «Wir haben Gäste, die schon seit über 50 Jahren regelmässig zur Spargelsaison bei uns zum Essen vorbeikommen.» 

Doch nicht nur der weisse Spargel, die Spezialität des Hauses, lockt jedes Jahr zahlreiche Feinschmecker in den Sternen. Auch die besondere Gastfreundschaft des langjährigen Wirtepaars Rüegg schätzen die Besucher. Thomas und Kerstin Rüegg führen den Gasthof mittlerweile seit 30 Jahren in dritter Generation. Seit 1930 ist er im Familienbesitz. Jetzt haben die beiden ihre Gaststätte zum Verkauf ausgeschrieben, wie der «Landbote» berichtet. 

Lukrative Investitionsimmobilie

Rüeggs haben dazu eine Annonce auf der Verkaufsplattform Homegate geschaltet. 3,85 Millionen Franken rufen sie für die Liegenschaft aus. Dazu gehört aber nicht nur der historische Gasthof aus dem 18. Jahrhundert. Sondern auch eine ehemalige Scheune, die 2013 zu einem Mehrfamilienhaus mit 5 Wohnungen umgebaut wurde, sowie ein ehemaliges Kegelbahngebäude. Letzteres steht – anders als der Gasthof – nicht unter Denkmalschutz. Eine Studie, die Rüeggs in Auftrag gegeben haben, hat ergeben, dass man auf dem freigelegten Bauland bei einem Abriss ein zusätzliches Wohnhaus mit 6 Mietwohnungen hochziehen könnte. 

Lange wollte Rüeggs mittlerweile 27-jähriger Sohn den Restaurantbetrieb weiterführen. Dieser hat selbst eine Ausbildung in der Gastronomie abgeschlossen, sein Vater beschreibt ihn als «Vollblut-Gastronom». Schlussendlich habe er sich aber anders entschieden. Ärger empfindet Rüegg deshalb keinen: «Ich verstehe das. Alleine kann man den Gasthof ohnehin nicht stemmen. Ohne meine Frau hätte ich das auch nicht geschafft.» Dass ein eigenes Restaurant mit sehr viel Arbeit verbunden ist, sei ihm bewusst. Deshalb war der Wirt nicht überrascht, als auch im weiteren Familienkreis niemand den Sternen übernehmen wollte. Trotzdem: «Das Haus braucht Leben!», weiss der gebürtige Flaacher. 

«Für viele war es ein Schock»

«Der Entscheid ist uns nicht leicht gefallen», so der Gastronom zu Blick. «Ich bin hier aufgewachsen und wohne bis heute gleich nebenan – wenn der Betrieb dann nicht mehr mir gehört, tut das natürlich weh.» Doch Rüegg ist ein Pragmatiker: «Gleichzeitig ist es der Welten Lauf. Wir müssen nach vorne blicken. Und dass sich keine Nachfolge finden lässt, hat sich schon länger abgezeichnet.» Bis 70 wolle er nicht wirten, irgendwann möchte der bald 60-Jährige auch in Pension gehen. «Ein Verkauf ist also die einzig vernünftige Lösung.»

Trotzdem: Für die Kundschaft – viele davon langjährige Gäste – war die Ankündigung ein harter Schlag: «Für viele war es ein Schock», sagt Rüegg.

Diesjährige Spargelsaison findet wie gewohnt statt

Immerhin: Rüegg hat es nicht eilig, die Liegenschaft schnellstmöglich loszuwerden: «Ich habe überhaupt keinen Druck. Und wir sind noch nicht müde!», sagt er. 

Für Spargelfans gibt es also frohe Kunde: «Mindestens die diesjährige Saison ziehen wir noch durch!» Ab kommendem Samstag geht es im Sternen los: «Dann haben wir bis und mit Pfingstmontag durchgehend sechs Tage die Woche geöffnet.»

Ob sich Rüegg wünscht, dass der neue Eigentümer die Spargeltradition im Sternen weiterführt? «Ich würde es ihm vor allem raten», lacht er. Denn: Die Spargelsaison funktioniere nach wie vor sehr gut. Der Sternen habe einen ausgezeichneten Ruf als gute Spargelbeiz. «Wenn er oder sie clever ist, dann nutzt die Person das!»

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