Darum gehts
- Der Gasthof Bären in Trubschachen BE wird für 1,5 Mio. Franken verkauft
- Wirt Urs Mäder, der 32 Jahre führte, plant Abschied bis 2027
- Gasthof bietet 100 Plätze, Kegelbahn, Gartenterrasse und historische Details
Der «Bären» in Trubschachen BE ist einer dieser traditionsreichen, urchigen Gasthöfe, wie man sie nur noch auf dem Land findet. Mit Stammtisch, regelmässigen Ländlerabenden und einer währschaft-klassischen Speisekarte. Das Entlebucher Forellenfilet mit Mandelbutter steht für 37.50 Franken auf der Menükarte, die Kalbsleberli «Huusart» mit knuspriger Rösti gibts für 38.50 Franken. Jetzt wird der Gasthof – der älteste Bären der Schweiz – verkauft, wie die «Berner Zeitung» zuerst berichtet hat.
Wirt Urs Mäder (64) hört 2027 auf – altershalber. 32 Jahre lang hat er im Bären gewirtet. «Wenn du mit 65 Jahren nicht aufhörst, hörst du auch mit 70 oder 75 nicht auf», sagt er im Gespräch mit Blick. «Das Führen eines solchen Betriebs ist eine Lebensaufgabe», sagt er. «Es braucht viel Herzbluet. Und man darf die Arbeitsstunden nicht zählen», hat Mäder auch schon einen guten Tipp für seinen Nachfolger parat.
«Jetzt ist der richtige Moment»
Verleidet sei ihm der Job nicht, betont er. «Aber jetzt ist der richtige Moment», sagt er. Die Gäste seien anspruchsvoller und ungeduldiger geworden. «Alles ist schneller geworden. Und man muss sich immer wieder anpassen, etwa auch vegetarisch oder vegan kochen», so Mäder. Fünf Festangestellte hat er heute. «Alles gute Leute, die meisten von ihnen aber schon im Pensionsalter. Das macht das Aufhören für mich leichter», sagt er.
Der Bären ist für 1,5 Millionen Franken auf den einschlägigen Immobilienportalen ausgeschrieben. Dafür bekommt ein Käufer eine Gaststube mit 100 Plätzen, ein Säli mit bis zu 200 Plätzen, die Schwingerstube, eine Kegelbahn und eine grosse Gartenterrasse. Zudem eine grosse Wirtewohnung und drei Gästezimmer. Verschiedene Nutzungsmöglichkeiten stehen im Raum: die Weiterführung als regionaler Landgasthof, ein Ausbau zum Kultur- und Veranstaltungshaus oder eine Kombination aus Gastronomie und Wohnen.
Mäder bleibt noch bis 2027
Der Bären «ist ein Liebhaberobjekt für Menschen, die ein Haus mit Seele, Geschichte und Präsenz suchen», heisst es in der Annonce auf Homegate. Bereits 1356 wurde der Gasthof urkundlich erwähnt. Seit 1569 hat er das Tavernenrecht, darf also Gäste bewirten. Das heutige Gebäude wurde zwischen 1775 und 1799 erbaut. «Es beeindruckt mit seiner grosszügigen Dimension, der repräsentativen Fassadengestaltung und dem mächtigen Krüppelwalmdach mit Lukarnen», heisst es im Inserat. «Originale Details verleihen dem Haus eine unverwechselbare Präsenz.»
Kurz: «Ein Haus mit Gewicht, Charakter und Ausstrahlung. Ein Stück gelebte Schweiz – bereit für ein neues Kapitel», wie der Makler schreibt. Wer dieses Kapitel aufschlägt, ist noch offen. Klar ist, dass Urs Mäder noch bis 2027 weitermacht. «Ausser es findet sich ein Käufer, dann höre ich früher auf», sagt er. Wo er selbst dann wohnen wird, weiss er noch nicht. «Jetzt muss ich erst einmal eine gute Lösung für den Bären finden», sagt er zu Blick.