Darum gehts
- «Didi's Frieden» in Zürich schliesst per Ende September nach 20 Jahren
- Totalsanierung verkleinert Lager und vergrössert Restaurant auf 100 Plätze
- Neues Lokal in Uster ZH mit 45 Plätzen ab November 2026
«Didi's Frieden» ist eine Zürcher Institution. Das gepflegte Lokal an der Stampfenbachstrasse hat 15 GaultMillau-Punkte und ist seit 20 Jahren eine Top-Adresse in der Innenstadt. Kult wegen der liebevoll von Hand geschriebenen Speisekarten und Schoggi-Cartoons auf den Desserts. Jetzt schliesst das Restaurant per Ende September, wie das Gastroportal GaultMillau schreibt.
Grund dafür ist die Totalsanierung der Liegenschaft. Das Restaurant wird vergrössert, hat danach 100 statt heute 55 Plätze. Die Küche bleibt aber gleich gross, die Lager werden sogar kleiner. Für Star-Chef Didi Bruna, der dem Lokal zusammen mit Küchenchef Markus Furtner den Stempel aufdrückt, geht das nicht auf. «Das ist für uns so nicht machbar, wir sind jetzt schon am Anschlag!», sagt er gegenüber GaultMillau.
Aus der City ab in die Agglo!
Didi Bruna nimmt den Umbau zum Anlass, kürzerzutreten. Er erreicht im Herbst das Pensionsalter. Markus Furtner zieht ins Zürcher Oberland. Er eröffnet im November in Uster ZH ein neues Lokal, wie Bruna der Stammkundschaft auf Instagram mitteilt. Mit 45 Plätzen im Restaurant und 45 auf der Terrasse. «Und ich bin sicher, dass die Frieden-Fans Markus auch in die Agglo folgen werden», sagt Didi Bruna. Uster liegt 15 Zug-Minuten von der Zürcher City entfernt.
Bruna unterstützt Furtner in der Anfangsphase im neuen Lokal. Er schreibt die Weinkarte. Und zügelt seinen Weinkeller mit vielen Raritäten nach Uster. «Ich freue mich auf die Arbeit in der zweiten Reihe», sagt Bruna.
Knatsch wegen der Küche
Immer wieder kommt es wegen der Küche zu Streit zwischen Beizern und Eigentümern. Ende März ging das Restaurant Trübli in Winterthur ZH zu, von GaultMillau als «Wintis bestes Lokal» geadelt. In der Küche wären grössere Investitionen nötig gewesen. Der Eigentümer entschied sich stattdessen, die Liegenschaft zu verkaufen.
Auch in Basel gabs Unstimmigkeiten. Und zwar im traditionsreichen Ackermannshof, zentral gelegen beim Rhein an der St. Johanns-Vorstadt. Dort springt Küchenchef und Mitinhaber Flavio Fermi (42) ab. Ende 2025 heimste er erstmals einen 17. GaultMillau-Punkt und einen Michelin-Stern ein. Doch die Verwaltung verfolgte mit ihrer Immobilie andere Pläne und verlängerte den Pachtvertrag nicht. Es gab zwar das Angebot, noch zwei Jahre weitermachen zu können. Doch das wollte der Küchenchef nicht: «Ich will kein Projekt mit Ablaufdatum», sagte er.