Horror für Brautpaare
Traditionsreiches Hochzeits-Restaurant ist pleite – per sofort zu

Die «Alte Rheinmühle» in Büsingen (D) ist weit über die Region Schaffhausen hinaus bekannt für ihre Hochzeiten. Jetzt ist das Restaurant mit 13 Gault-Millau-Punkten per sofort geschlossen. Mitten in der Hochzeitssaison verlieren Brautpaare plötzlich ihre Location.
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Die «Alte Rheinmühle» Büsingen ist per sofort geschlossen worden.
Foto: PD

Darum gehts

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  • Restaurant «Alte Rheinmühle» in Büsingen schliesst nach Pleite am 30. April
  • Hochzeitspaare verzweifelt: Beliebte Location ausgebucht, Ersatz schwer zu finden
  • Mit 13 Gault-Millau-Punkten und 16 Zimmern trotzdem wirtschaftlich gescheitert
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

An einem schönen Sommertag gibt es kaum einen schöneren Ort für ein feines Abendessen als die «Alte Rheinmühle» in Büsingen (D). Das historische Restaurant und Hotel liegt in der kleinen Exklave direkt am Rhein, die komplett von Schweizer Gemeinden umgeben ist. Es hat einen wunderbaren Garten mit alten Bäumen und Sicht auf den Fluss. Eine bessere Lage für eine gutbürgerliche Ausflugsbeiz gibts kaum.

Und doch ist die «Alte Rheinmühle» mit ihren 13 Gault-Millau-Punkten pleite, wie die «Schaffhauser Nachrichten» berichten. «Aufgrund einer wirtschaftlich sehr herausfordernden Situation sind wir gezwungen, den Betrieb zum 30. April einzustellen», zitiert die Zeitung Geschäftsführer Markus Hempel aus einer Mail an seine Gäste. Er leitet den Betrieb seit 2017 – und entschuldigt sich im Schreiben für das unerwartete Ende und für «allfällige Unannehmlichkeiten».

Hochzeitspaare haben ein Problem

Für viele Gäste ist diese Entschuldigung ein schlechter Witz! Sie fallen aus allen Wolken, als sie von der Pleite hören. Denn die «Alte Rheinmühle» ist weit über die Region hinaus bekannt als Hochzeitslocation. Mit ihrem historischen Ambiente, der Lage am Rhein und den 16 Zimmern ist sie wie gemacht für eine klassische Traumhochzeit. Das plötzliche Aus wird diversen Hochzeitspaaren schlaflose Nächte bereiten. Im Wonnemonat Mai ist Hochsaison für Verliebte, die sich das Jawort geben. Alle Lokale sind längst ausgebucht. Einfach so auf die Schnelle findet man keinen gleichwertigen Ersatz.

Offenbar hat die «Alte Rheinmühle» schon länger zu kämpfen. Auch die Tester von «Gault Millau» halten das Restaurant für «etwas angejahrt», wie sie schreiben. Der Garten unter Kastanien direkt am Fluss mache dies zwar wett. Sie bezeichnen das Lokal dennoch als «leicht aus der Zeit gefallen». Und kritisieren Küche und Service. «Nicht so glücklich wurden wir dagegen mit dem faden Rindsfilet, begleitet von weissen Spargeln an einer Hollandaise – auf unsere Frage, woher die Spargeln denn kommen, antwortete der junge, freundliche Service treuherzig: Transgourmet», heisst es.

Das Lokal gehört der Gemeinde Büsingen. Sie hat ein grosses Interesse daran, möglichst schnell wieder einen Gastronomen zu finden. Fragen von Blick, worauf man nach der Pleite nun speziell achte bei der Auswahl des nächsten Wirtes, wollte die Gemeinde nicht beantworten.

Auch auf der Rheinau gibts Probleme

Dass eine Toplage allein noch kein Garant ist für eine volle Gaststube, zeigt ein Blick ein paar Kilometer rheinabwärts nach Rheinau ZH. Dort steht das Restaurant Klostergarten seit zwei Jahren leer. Zuletzt haben Betreiber von Foodtrucks vor dem Lokal auf der Klosterinsel ihr Glück versucht. Mit mässigem Erfolg. Jetzt startet der Kanton Zürich einen neuen Versuch – und sucht möglichst per sofort einen Pächter.

Das Angebot ist verlockend: Weil es mit einem geplanten Museum auf der Insel partout nicht vorwärtsgeht, kommt der Kanton Interessenten entgegen. Einen Mietzins im eigentlichen Sinn muss der Pächter nicht bezahlen – bis zur Eröffnung des Museums, die 2028 erfolgen soll. Er bekommt auch das Inventar gratis zur Verfügung gestellt. Nur einen Anteil am Umsatz muss er dem Kanton abliefern. Und die pauschalen Nebenkosten von 2160 Franken im Monat aus dem eigenen Sack bezahlen.

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