Restaurant Rössli schliesst
Goldküste-Gemeinde verliert ihre Dorfbeiz – Ende Monat ist Schluss

Das Restaurant Rössli, bekannt für seine währschafte Küche zu fairen Preisen, ist bald Geschichte. Ende April schliesst die Traditionsbeiz, das Pächterpaar hört auf. Die Zukunft des Restaurants ist unklar. Ein weiteres Beispiel für das Beizen-Sterben in der Schweiz.
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Das Restaurant Rössli in Erlenbach ZH schliesst Ende April.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Restaurant Rössli in Erlenbach ZH schliesst Ende April 2026
  • Pächterpaar beendet nach 14 Jahren vorzeitig den Pachtvertrag
  • 2025 schlossen in der Schweiz 1200 Restaurants, 35 Prozent mehr als 2024
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Das Restaurant Rössli in Erlenbach ZH ist noch eine typische Dorfbeiz. Das Wirtepaar Denis und Beni Fehr-Menzi tischt seit 2012 Schweizer Klassiker auf. Auf der Karte stehen garnierter Wurstkäsesalat, Entrecôte Café de Paris mit Pommes oder Salat, Cordon bleu vom Kalb oder Schwein, Beilage frei wählbar. Alles zu fairen Preisen. Herzstück des Lokals ist der runde Stammtisch für die treuen Gäste. Doch diese müssen sich schon bald von ihrer Beiz verabschieden. Das «Rössli» schliesst – bereits per Ende Monat, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Die «Zürichsee-Zeitung» hat zuerst darüber berichtet.

Ihren Abschied kündigt das Pächterpaar auf einer Tafel vor dem Restaurant an. «Vo Härze Danke für 14 unvergässlichi Jahr», steht dort. Ein Foto davon haben die beiden auf Facebook geteilt. Laut der Gemeinde wäre der Pachtvertrag noch weitergelaufen. Doch die Wirte fassten im letzten Spätsommer den Entschluss, den Vertrag vorzeitig per Ende April zu beenden.

Wird die «Rössli»-Liegenschaft abgerissen?

Ob das «Rössli» als Restaurant bestehen bleibt, ist mehr als offen. Die Liegenschaft an der Seestrasse, seit 2010 im Besitz der Gemeinde Erlenbach, ist in die Jahre gekommen. Es sind dringende Sanierungsarbeiten nötig – «in sechsstelliger Höhe», so die Gemeinde. Und auch danach sei ungewiss, ob sich ein Restaurant «im bisherigen Preissegment wirtschaftlich betreiben lässt», heisst es in der Mitteilung. Deshalb führt die Gemeinde nun eine Machbarkeitsstudie durch, um die künftige Nutzung der Immobilien zu prüfen. Ein Ergebnis kann auch sein, dass das Gebäude abgerissen wird.

Dass anstehende Sanierungskosten zum Aus eines Restaurants führen, kommt immer wieder vor. Ende März ging das Restaurant Trübli in Winterthur ZH zu, vom Gastro-Portal Gault Millau als «Wintis bestes Lokal» geadelt. In der Küche wären grössere Investitionen nötig gewesen. Der Eigentümer entschied sich stattdessen, die Liegenschaft zu verkaufen

«Tiefgreifender Strukturwandel, der jetzt sichbar wird»

Das «Rössli» und das «Trübli» sind zwei Beispiele von immer mehr kulinarischen Institutionen, die (wohl) für immer verschwinden. Die Schweizer Gastronomie steckt in einer Krise. Letztes Jahr stellten laut Wirtschaftsauskunftsdienst Crif über 1200 Restaurants den Betrieb ein – ein Anstieg gegenüber 2024 von fast 35 Prozent.

Die Gründe des Beizen-Sterbens sind vielfältig. Und leider ein schon länger anhaltender Trend. «Was wir aktuell erleben, ist kein einzelnes Krisenjahr, sondern ein tiefgreifender Strukturwandel, der jetzt sichtbar wird», sagte Gastroexperte Daniel Marbot (58) Ende 2025 zu Blick. Darunter leiden Gemeinden, denen ihre Dorfbeizen abhandenkommen. Wie jetzt in Erlenbach mit dem «Rössli».

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