Deshalb spüren wir Krisen an der Zapfsäule
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Blick erklärt:Deshalb spüren wir Krisen an der Zapfsäule

Spritpreise steigen und steigen
Shell-Chef warnt vor Benzinknappheit in Europa – in den nächsten Tagen

Der Iran-Krieg verteuert Benzin und Diesel in der Schweiz – um bis zu 25 Prozent. In Asien wird Treibstoff bereits knapp. Jetzt warnt Shell-Chef Wael Sawan davor, dass dies bald auch in Europa der Fall sein wird. Er fordert Regierungen auf, Spar-Massnahmen zu ergreifen.
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Die Spritpreise an Schweizer Tankstellen steigen seit Beginn des Iran-Krieges stark an.
Foto: Patrik Berger

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Benzin- und Dieselpreise in der Schweiz stark gestiegen seit Iran-Krieg
  • Diesel teurer als Benzin: 2.19 Fr. pro Liter, 25 Prozent Anstieg
  • Schweizer Pflichtlager gefüllt: Vorräte für viereinhalb Monate verfügbar
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Autofahren wird von Tag zu Tag teurer. Seit Beginn des Iran-Kriegs vor fast vier Wochen steigen die Preise an den Zapfsäulen des Landes steil an. Volltanken geht so richtig ins Geld. Schaut man sich die vom TCS erhobenen Daten an, lag der durchschnittliche Benzinpreis für Bleifrei 95 Anfangs Februar noch bei 1.61 Franken pro Liter, mittlerweile sind es 1.87 Franken. Das ist ein stolzes Plus von über 16 Prozent. 

Noch deutlicher ist der Anstieg beim Diesel. Laut TCS-Daten lag der Preis pro Liter am Kriegsbeginn 28. Februar bei 1.75 Franken. Heute sind es im Schnitt 2.19 Franken pro Liter – also 25 Prozent mehr! Der Dieselpreis steigt stärker an als der von Bleifrei 95, weil er als «universeller Energieträger» eingesetzt wird. Heisst konkret: Benzin wird fast nur im Privatverkehr eingesetzt. Diesel aber auch in der Landwirtschaft, auf dem Bau und im Gütertransport. In manchen Ländern sogar für die Stromproduktion. Das macht Diesel begehrt – und teuer.

«Baldige Versorgungslücken in Europa»

Experten gehen davon aus, dass die Preise auch in den nächsten Tagen und Wochen weiter steigen. Denn von einem schnellen Ende des Iran-Krieges geht derzeit niemand aus. Auch die für den Transport von Rohöl so wichtige Strasse von Hormus dürfte noch länger gesperrt oder hochgefährlich bleiben. Die Folge: Der Ölpreis verharrt auch heute über der Marke von 100 Dollar pro Fass.

Ebenfalls nur wenig Hoffnung auf ein Ende der hohen Preise an der Zapfsäule macht Shell-Chef Wael Sawan (51). Er warnte an einer Branchenkonferenz in Houston (USA) eindringlich vor den Folgen des Krieges auf die Versorgungslage, wie auch CH Media berichtet. Und vor «baldigen Versorgungslücken in Europa». Die Engpässe in Asien würden sich schon in den nächsten Tagen nach Westen ausdehnen. «Es ist eine Kettenreaktion. Wir sehen, wie sich die Lasten von Südasien, nach Südostasien und Nordostasien, nach Europa bewegen, je näher wir dem April kommen.»

Sparmassnahmen ergreifen

Auch in Europa müsse man bald Sparmassnahmen treffen, so der Top-Manager weiter. «Wir versuchen, die Regierungen auf Hebel aufmerksam zu machen, die sie ziehen müssen», sagt Wael Swan. Er spricht Energiespar-Empfehlungen an, welche die Internationale Energieagentur (IEA) herausgegeben hat. Darunter mehr Homeoffice, Umstiegen auf den ÖV, Tempolimits auf den Autobahnen oder den Verzicht aufs Fliegen.

Shell betreibt in der Schweiz 280 Tankstellen. Hierzulande ist Treibstoffknappheit und deshalb auch Sparmassnahmen noch kaum Thema. Der Grund: 50 Prozent des importierten Öls kommt aus den USA, ein Drittel aus Nigeria. Es muss also nicht durch die Strasse von Hormus transportiert werden. Zudem sind die Schweizer Pflichtlager noch bis oben gefüllt. Für Benzin, Diesel und Heizöl reichen für viereinhalb Monate. Der Vorrat an Flugbenzin deckt den Verbrauch von drei Monaten ab. Der Bund und auch der Energieverband Avenergy wollen die Reserven bisher nicht anzapfen.

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