Darum gehts
- «Strasse von Hormus»-Sperrung bedroht weltweite Energiesicherheit
- IEA empfiehlt Homeoffice, ÖV und Tempolimits als Sofortmassnahmen gegen Energiekrise
- Heizung runter, Gänge rauf, kurz lüften
Fatih Birol (68) findet drastische Worte. Die Sperrung der Strasse von Hormus ist mit nichts zu vergleichen, was die Welt bezüglich Energiekrisen jemals erlebt hat: Man stehe vor der «grössten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit», sagt der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) in einem Interview mit der «F.A.Z.»
Die Folge: Die Sprit-, Heizöl- und Gaspreise steigen auf der ganzen Welt. Überall müssen Autofahrer tiefer in die Tasche greifen, um den Tank zu füllen. Auch Heizen kann schon bald recht ins Geld gehen. Deshalb schlägt die IEA einen ganzen Katalog von Sofortmassnahmen vor, um die drohende Energiekrise abzuwenden. Blick wollte zudem von einem Energieexperten wissen, was du tun kannst, um dein Portemonnaie zu entlasten. Dank dieser Tipps kannst du dein Haushaltsbudget entlasten.
Der Sparplan der IEA
Energiesparen ist nicht Rocket Science, und so überrascht es nicht, dass die Tipps der IEA vor allem darauf abzielen, den Verbrauch möglichst rasch zu senken. Dazu gehört zum Beispiel der Aufruf, wieder vermehrt im Homeoffice zu arbeiten – oder zumindest mit dem ÖV zur Arbeit zu pendeln. Mehr Velo oder Zug spart generell Sprit, genauso wie das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen.
Die 5er-Regel
Der Liter Bleifrei 95 für fast 1.90 Franken, der Liter Dieser deutlich über 2.10 Franken: Das ist die neue Realität an vielen Zapfsäulen. Die Suche nach einer billigeren Tankstelle kann sich also lohnen. Doch nur wenn du die 5er-Regel einhältst. Das heisst, der Sprit sollte mindestens 5 Rappen billiger sein und der Umweg nicht mehr als 5 Kilometer betragen. Zudem ist die Ersparnis dann am grössten, wenn der Tank möglichst leer ist.
Runter mit der Raumtemperatur
Der Frühling ist da, die Temperaturen sind tagsüber angenehm. Doch in der Nacht kann es noch mal richtig kalt werden. Trotzdem lohnt es sich, die Raumtemperatur etwas zu senken, wie Energieexperte René Baggenstos (56), Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Enerprice, sagt: «Die Raumtemperatur um ein Grad zu senken, ergibt eine Einsparung von sechs Prozent.» Das eine Grad spürst du kaum, oder du kannst es mit einem Pullover ausgleichen; der tiefere Energieverbrauch schlägt dagegen voll auf die nächste Heizöl- oder Gasrechnung durch. Was immer hilft: ein Kissen mit Kirschkernen in der Mikrowelle oder im Backofen erwärmen. Kirschkerne speichern Wärme gut und geben sie nur langsam wieder ab.
Rauf mit den Gängen
Wer nicht auf den Benziner verzichten kann, sollte darauf achten, dass er immer im höchsten Gang unterwegs ist. Das senkt die Drehzahl des Motors und spart somit Sprit. Gleiches gilt für eine etwas tiefere Geschwindigkeit: «Luftwiderstand nimmt im Quadrat der Geschwindigkeit zu», sagt Baggenstos und bestätigt damit die Empfehlung der IEA. Und klar: Elektromobilität, Velo und ÖV helfen auch beim Spritsparen.
Kürzer lüften und duschen
Weniger lang duschen und stosslüften sind zwei bekannte, aber durchaus effiziente Methoden, um Heizenergie einzusparen. Zum Stosslüften meint Baggenstos: «Dadurch bleiben die Wände warm. Es wird nur die Luft ausgetauscht, die wesentlich weniger Energie speichert als die Wand.» Der Energieverlust ist so geringer, die Heizrechnung dadurch etwas tiefer.