Darum gehts
- 17-Punkte-Koch Nicolas Darnauguilhem verlässt Berghotel Zur Sau nach Konflikten
- Pächter kauften geplantes Restaurant nicht, Zusammenarbeit dadurch beendet
- Neue Küchenchefs übernehmen, Darnauguilhem plant Rückkehr nach La Pinte des Mossettes
Nach nur wenigen Monaten ist das Abenteuer des 17-Punkte-Kochs Nicolas Darnauguilhem im Berghotel Zur Sau zu Ende. Erst im Mai wurde im Hotel das Restaurant Esprit Mossettes geöffnet, nun geht der GaultMillau-«Grüne Koch des Jahres» 2025 wieder, wie die Zeitung «La Liberté» zuerst berichtete. Er hätte eigentlich zwei Jahre bleiben sollen. Nach einem Knatsch mit den Pächtern des Berghotels ist eine weitere Zusammenarbeit aber nicht mehr möglich.
Der Plan sah so aus: Das Ehepaar Frei, die Pächter des Berghotels Zur Sau, wollten das legendäre Restaurant La Pinte des Mossettes ein Tal weiter in Cerniat FR übernehmen. Da war Darnauguilhem Pächter und Betreiber. Das Restaurant musste jedoch dringend renoviert werden. Deswegen kam der Sternekoch auf Zeit in das Berghotel. Der Knackpunkt: Die Hoteliers schlossen den Kaufprozess für das Restaurant aber nie ab.
Deal platzt in letzter Minute
Der Sternekoch behauptet, er habe erst kürzlich davon erfahren, dass die Freis das Restaurant nicht kaufen wollten. Sie bestreiten das: «Er ist schon vor langer Zeit darüber informiert worden, dass wir es nicht kaufen würden», so Brigitte Frei zu «La Liberté».
Nun stehen aber beide Seiten vor einer neuen Herausforderung: ein Koch ohne Küche, eine Küche ohne Koch. Gemäss GaultMillau schlüpfen die Küchenchefs Victoria Tcheng und Jules Mechadou in die Rolle von Darnauguilhem bei «Zur Sau». Darnauguilhem selbst gibt gegenüber der Branchenzeitung an, in Gesprächen mit dem Inhaber von La Pinte des Mossettes über die Renovierungsarbeiten zu sein, und erwägt eine vorzeitige Rückkehr dorthin.
Kein Einzelfall in der Schweizer Gastroszene
Es ist nicht der einzige Fall der letzten Monate, wo ein preisgekrönter Promikoch den Bettel hinschmeisst. André Kneubühler, kulinarisches Aushängeschild des Luxusresorts The Omaha Mountain Lodge in Zermatt VS, hörte Ende April auf. Die Trennung erfolgte nach nur zwei Jahren. Dort soll es in der Zeit vor seinem Abgang ebenso Spannungen gegeben haben.
Auch in der Zürcher Gourmetküche kam es in jüngster Zeit zum Eklat. Schon bevor die Nobelbeiz Villa Florhof eröffnen konnte, gingen zwei Köche aus der Küche von Sternekoch Christian Jürgens (57). Damit verzögerte sich das Eröffnungsdatum des Restaurants weiter, nachdem es schon zweimal verschoben wurde.
Danach folgte der Paukenschlag: Auch Jürgens und sein Souschef verliessen das «Florhof» vor der Eröffnung. Es soll zu erheblichen Problemen gekommen sein. Jürgens hat schon länger den Ruf, in der Küche ebenso genial wie schwierig zu sein. Er soll laut einem «Spiegel»-Bericht seine Macht missbraucht und Mitarbeiter sexuell belästigt haben.