Darum gehts
- Hotel Château Gütsch in Luzern steht zum Verkauf, Besitzer ist Russe
- Kaufpreis 2021: 16,5 Millionen Franken, Verkaufspreis verlangt: 35 Millionen
- Potenzielle Käufer sprechen von «Fantasiepreis»
Hoch über Luzern ragt das Hotel Château Gütsch mit Traumaussicht auf den Vierwaldstättersee. So majestätisch die Fassade, so unruhig lief es in letzter Zeit hinter den Türen des Vier-Sterne-Schlosshotels ab. Und alles weist auf einen Umstand hin: Der russische Besitzer Kirill Androssow (54) möchte das Château schon seit längerem verkaufen, wie die «Luzerner Zeitung» aus dem Umfeld des Hotels erfahren hat.
Der russische Investor kaufte das Luzerner Wahrzeichen im Juni 2021 für 16,5 Millionen Franken. Damals war die Rede von einem langfristigen Engagement. Der Russland-Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 erschwerte die Situation für Androssow in der Schweiz allerdings erheblich. Er ist nicht auf der Sanktionsliste, steht aber wegen seiner politischen Vergangenheit in Moskau und der Beziehungen zu Putin unter besonderer Beobachtung. Sein finanzieller Handlungsspielraum ist eingeschränkt.
Der Preis ist ein Hindernis
Zahlreiche Abgänge im Verwaltungsrat der Gütsch-Betreiberfirma sind laut dem Bericht ein starkes Anzeichen für die Verkaufspläne. VR-Präsident Benno Hafner ist noch der einzig Verbliebene, der seit der Übernahme durch Androssow im Aufsichtsgremium sitzt. Er soll gemäss der «Luzerner Zeitung» zusammen mit der Genfer Immo-Firma Barnes Suisse auf der Suche nach einem möglichen Abnehmer sein.
Das Problem: der Wunschverkaufspreis von 35 Millionen Franken. Dieser soll auch Multimilliardär und Logistik-Patron Klaus-Michael Kühne (89) abgeschreckt haben. An Interessenten aus der Region soll es gemäss der Zeitung grundsätzlich aber nicht mangeln. Der Preis wird von einem Exponenten als «absoluter Fantasiepreis» beschrieben. Nur will Androssow mit dem Hotel Gütsch kein Minusgeschäft machen, er hat insgesamt bereits 24 Millionen Franken investiert.
Auch diese Schlösser sind zu haben
Angesichts der Situation ist es also gut möglich, dass das Château Gütsch nicht gleich heute oder morgen über den Tisch geht. Wer sich lieber ein Schloss für sich alleine schnappen will, hat hierzulande durchaus eine Auswahl an prestigeträchtigen Nobelresidenzen.
Schloss Choulex am Genfersee
Die Luxusresidenz aus dem 18. Jahrhundert ist auf verschiedenen Immobilienplattformen zum Verkauf ausgeschrieben – für 19,5 Millionen Franken. Ursprünglich 1750 erbaut, wurde das Schloss 2010 letztmals renoviert, ist also gut instand. Zum Anwesen gehört ein 5000 Quadratmeter grosses Grundstück, das komplett eingezäunt ist.
Historisches Château bei Genf
Nur wenige Kilometer vom Schloss Choulex steht eine noch ältere Immobilie ebenfalls zum Verkauf: Für die Residenz aus dem 16. Jahrhundert im Genfer Umland sind 12,5 Millionen Franken fällig. Seit diesem Frühling ist sie auf dem Markt, bisher hat noch niemand zugegriffen.
Schloss Klingenberg in Homburg TG
In der beschaulichen Gemeinde Homburg im Kanton Thurgau steht das Schloss Klingenberg zum Verkauf. Zu haben ist das Anwesen inklusive Scheune, Pferdestall, Kapelle, Parkplätze und Obstbaumwiese für 6 bis 7 Millionen Franken. Für die Grösse und die «bemerkenswerte Ausstattung, die sich sehen lassen darf» fast schon ein Schnäppli. Der Bau steht aber seit vier Jahren leer.