Für 2,1 Millionen Franken in Opfikon ZH
Historisches Chalet steht zum Verkauf – direkt beim Flughafen

In Opfikon ZH wird ein Chalet mit Baujahr 1933 verkauft. Für 2,1 Millionen Franken gibts 7 Zimmer, einen romantischen Garten und eine Doppelgarage. Chalets waren einst ein Schweizer Exportschlager. Auch im Mittelland fanden viele Bauherren Gefallen an einem Holzhaus.
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Hoch über Opfikon ZH steht dieses 7-Zimmer-Chalet zum Verkauf.
Foto: Screenshot Marché Patrimoine

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Chalet in Opfikon ZH mit 7 Zimmern und Alpenblick verkauft
  • Historisches Chalet in Winterthur ZH für 950'000 CHF ausgeschrieben
  • Schweiz hatte einst über 20 Chalet-Fabriken für internationale Exporte
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Chalets gibt es in der Schweiz so manche – aber direkt beim Flughafen Zürich? Hoch über Opfikon ZH thront ein urchiges Holzhaus mit Baujahr 1933. Das historische Gebäude mit Alpenflair ist derzeit zum Verkauf ausgeschrieben – für 2,1 Millionen Franken. Es hat 7 Zimmer und eine «hervorragende Aussicht auf die Glarner Voralpen sowie auf die Vorstadt», wie es in der Annonce auf dem Portal Marché Patrimoine heisst. Dass es in der Anflugschneise auf den Flughafen liegt, verschweigt der Verkäufer.

Viel lieber lobt er die idyllische, naturnahe Lage. «Im Nordosten grenzt das Grundstück an die Landwirtschaftszone, im Nordwesten sowie Südwesten unmittelbar an den Wald», heisst es. Und betont: «Das charaktervolle Haus mit seiner zweistöckigen Holzfassade bietet auf 177 Quadratmetern Wohnfläche ausreichend Platz zum Geniessen.»

Das Gebäude wurde 1992 umfassend saniert und ist gut im Schuss. In der Stube steht ein mächtiger, alter Ofen. Von den Schlafzimmern aus hat man einen Zugang auf den Balkon – mit Sicht ins Grüne und auf die Stadt. Der Garten mit alten Bäumen ist ein kleines Paradies. Im Erdgeschoss gibts ein grosses Atelier. Das Haus hat eine Gasheizung und eine Garage mit Platz für zwei Autos. Durchgangsverkehr gibts keinen, es liegt am Ende einer Sackgasse. 

Bierbrauer-Chalet heiss begehrt

Das Opfiker Chalet ist nicht das einzige seiner Art im urbanen Teil der Schweiz. Zuletzt stand in Winterthur ZH ein Chalet mit Baujahr 1913 in den Schlagzeilen – deutlich günstiger. Es ist Teil einer Chalet-Siedlung am Fusse des Wolfensbergs. Die fünf Häuser wurden Anfang des 20. Jahrhunderts als Werksiedlung für die Arbeiter der Brauerei Haldengut errichtet. Für 950'000 Franken war es ausgeschrieben – allerdings nicht lange. Das Interesse am Haus mit 5 Zimmern auf 112 Quadratmeter Wohnfläche war enorm. Trotz grösserem Renovationsbedarf.

Dass man Chalets auch im Mittelland antrifft, überrascht viele. Schuld daran sind die Engländer. Bei ihren Reisen in die Schweiz fanden sie im 18. Jahrhundert gefallen an den Holzhüsli. Begeistert von der alpinen Idylle bauten sich die wohlbetuchten Briten ähnliche Häuser nach. Schweizer Fabrikanten witterten damals das grosse Geschäft. Chalets – oder besser gesagt Teile davon – wurden als Massenprodukte hergestellt und ins Ausland exportiert.

In der Blütezeit des Chalet-Booms gabs in der Schweiz über 20 Chalet-Fabriken. Sie produzierten auch fürs Ausland. Das Chalet ist ein Vorläufer des heutigen Fertighauses. Erst um 1900 kamen auch Schweizer auf den Geschmack. Damals schossen die Holzbauten nicht nur in den Alpen, sondern auch im Unterland wie Pilze aus dem Boden. Schweizer Städte wuchsen zur Zeit der Industrialisierung rapide. Und Chalets wurden als Rückzugsorte in Vororten und Stadtquartieren beliebt. Überbleibsel aus dieser Zeit kommen nun auch in der Schweiz immer wieder auf den Markt.

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