Darum gehts
- Swatch-Uhr «Royal Pop» sorgt weltweit für Chaos und Tumulte
- In Paris setzte Polizei Tränengas gegen wartende Kunden ein
- 350-Franken-Uhr wird online für bis zu 3500 Franken angeboten
Die neue «Royal Pop» von Swatch und Audemars Piguet hat so richtig eingeschlagen. Zehntausende haben stundenlang vor den Swatch-Stores in aller Welt Schlange gestanden, um sich eine der gehypten knallbunten Taschenuhren ergattern zu können. Nicht überall verlief die Lancierung der neuen Kultuhr friedlich. Immer wieder musste auch die Polizei einschreiten, weil es vor den Läden zu Streitigkeiten und Tumulten kam. Auch in Basel, Luzern oder Biel BE, wo die Läden schliessen mussten.
Swatch hat eingeräumt, dass es in 20 von weltweit 220 Swatch-Läden «Probleme» gegeben habe. Und zwar, «weil die Warteschlangen der Interessierten extrem lang waren und die Organisation mancher Einkaufszentren nicht ausreichte, um diesen Andrang zu bewältigen».
«Das ist positiv für uns»
Erstmals äussert sich nun auch Swatch-CEO Nick Hayek (71) zu den Vorfällen. In der Sendung «19h30» von RTS sagte der Uhren-Patron zu den Tumulten um die «Royal Pop»: «Alle wollen sie haben, und das ist positiv für uns und für die gesamte Schweizer Uhrenindustrie – also sollten wir froh sein!», so Hayek. Und fügt an: «Wann haben sich die Leute das letzte Mal um ein Schweizer Produkt gerissen und darum geprügelt? Ich kann mich nicht erinnern.» Hat er das jetzt wirklich gesagt?
Der Swatch-Boss relativiert umgehend und sagt: «Ich möchte diese Szenen nicht sehen. Wir tun alles, um das Ganze friedlich zu organisieren», betont er. Niemand werde beim Kauf bevorzugt. «Wenn die Generaldirektion, ich selbst oder der Verwaltungsrat diese Uhr haben wollen, müssen auch wir anstehen», so Hayek.
Tränengas in Paris, Keilerei in Mailand
In Mailand (I) ist der Hype um die «Royal Pop» am Samstag aus dem Ruder gelaufen. Es kam zu einer wüsten Keilerei. In Paris wurden 300 Personen, die vor der Öffnung des Swatch-Shops in einem Einkaufszentrum warteten, von der Polizei mit Tränengas auseinandergetrieben. In Lille (F) kam es zu einer Prügelei unter den Wartenden. Gedränge und tumultartige Szenen wurden zudem unter anderem in Thailand und in den USA beobachtet.
Der «Royal Pop»-Hype nimmt mittlerweile auch im Netz bizarre Formen an: Die 350-Franken-Uhr taucht massenhaft auf Online-Plattformen auf – zu irren Preisen. Auf Ebay bietet ein Australier sein «Ocho Negro»-Modell der Taschenuhr zum Sofortkauf für 3500 Franken an, also zum Zehnfachen! Auch auf der Schweizer Plattform Ricardo gibt es zahlreiche Angebote. Viele davon verlangen für die «Royal Pop» ebenfalls eine vierstellige Summe, wer sie sofort kaufen will.