Chaotische Szenen bei Verkaufsstart vor dem Swatch-Store
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Tumulte in Mailand:Chaotische Szenen bei Verkaufsstart vor dem Swatch-Store

«Das war schwach, liebe Swatch»
Tumulte, Polizei und hässige Kunden rund um neue Royal Pop

Die neue Royal Pop bewegt die Massen. Die gehypte Uhr von Swatch und Audemars Piguet gabs heute erstmals zu kaufen. Dabei kam es vor verschiedenen Swatch-Stores zu unschönen Szenen und Polizeieinsätzen. Viele Uhrenfans sind unzufrieden und kommen sich verschaukelt vor.
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In Genf ist die Polizei mit mehreren Patrouillen vor dem Swatch-Store präsent.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Chaos in Schweizer Swatch-Stores wegen neuer Royal Pop-Taschenuhr
  • Verkäufe in Luzern und Biel wegen Tumulten und Engpässen abgebrochen
  • Nur 50 Uhren am Flughafen Zürich, 600 Menschen warteten vergeblich
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Was für ein Zirkus rund um die Lancierung der Royal Pop! Die 350 Franken teure Taschenuhr, die der Kooperation von Swatch und Audemars Piguet entspringt, bewegt die Massen. Die Warteschlangen vor den Swatch-Stores sind lang. Tausende wollen sich schweizweit eine der gehypten Uhren kaufen. Doch längst nicht überall ist die Stimmung so friedlich wie Ende 2024 beim Run auf die Dubai-Schokolade.

Immer wieder kippt die Stimmung. Oft schon Stunden vor dem Verkaufsstart, wenn sich Leute vordrängeln und von der Security zurechtgewiesen werden. Oder dann, wenn die Swatch-Mitarbeiter bekannt geben, dass alle Uhren verkauft sind. Blick erreichen im Laufe des Tages mehrere Zuschriften von erbosten Uhrenfans. Sie berichten von aggressiven Wiederverkäufern, die sämtlichen Anstand vermissen lassen – und einfach nur möglichst viele Uhren hamstern wollen, die sie dann noch vor Ort zu Geld machen.

Verkauf in Luzern und Biel abgebrochen

Immer wieder ist auch die Polizei vor Ort. Etwa in Luzern, wo ein Blick-Leser von chaotischen Zuständen berichtet. Die Stimmung unter den vielen Wartenden sei sehr schlecht. Viele hätten Angst, umsonst angestanden zu sein. Es sei immer wieder zu Streitigkeiten und einem Gerangel in der Warteschlange gekommen. «Die hatten den Andrang nicht unter Kontrolle. Nach nur wenigen verkauften Uhren wurde der Swatch-Laden geschlossen», berichtet er.

Auch am Flughafen Zürich in Kloten ZH ist die Enttäuschung gross. «Wir waren zu zweit seit gestern Abend um 20.40 Uhr in der Schlange. Und haben mit anderen 130 Menschen die ganze Nacht ausgeharrt», berichtet ein wütender Blick-Leser. «Heute Morgen waren es 600 Leute in der Schlange. Wir waren an Position 60 – und haben doch keine Uhr mehr erhalten», regt er sich auf. Und fügt an: «Nach Aussage der Store Managerin hatten sie genau 50 Uhren. Unfassbar! So macht man diese Schweizer Marken kaputt.» Die Stimmung unter den Wartenden sei dann gekippt. «Der Laden wurde kurzzeitig geschlossen, drei Polizisten waren vor Ort.»

Wüste Tumulte in Basel

Auch in Basel gibts Probleme beim Verkauf der neuen Royal Pop. Wie ein Blick-Leser berichtet, eskaliert die Situation in der noblen Einkaufsmeile Freie Strasse, als die Swatch-Verkäufer den wartenden Uhrenfans mitteilen, dass alle neuen Uhren verkauft sind. Und dass sie doch bitte nach Hause gehen sollen. Das schmeckt vielen nicht, sie begehren auf. Die Stimmung ist dermassen aufgeladen, dass die Store-Angestellten den Laden grad komplett schliessen. «Wir haben heute ausnahmsweise geschlossen», heisst es jetzt auf einem Zettel an der Ladentüre.

Und in Biel ist der Verkauf der neuen Royal Pop abgebrochen worden. Laut einem Blick-Leser hat sich eine Gruppe von Männern an den Wartenden vorbeigedrängelt. Die Security hat sie nicht in den Laden gelassen und weggewiesen. Das passte der Gruppe gar nicht. Es kam zu einem Gerangel zwischen dem Sicherheitspersonal und den Männern. Erst die Polizei konnte die Situation beruhigen.

«Üble PR-Show von Swatch»

Ein anderer Blick-Leser spricht von einer «üblen PR-Show von Swatch». «Was sich heute beim Launch in Biel abgespielt hat, ist an Respektlosigkeit gegenüber den eigenen Fans kaum zu überbieten», sagt er zu Blick. Zehn Stunden hätten Hunderte Fans im Regen gewartet. «Statt von Anfang an ehrlich und transparent zu kommunizieren, wie viele Uhren überhaupt da sind, wird die Schlange lieber mehrfach durchgezählt», berichtet er.

«Man wird mit ein paar trockenen Keksen vertröstet und künstlich in der Reihe gehalten – nur damit die Schlange für die Medien und die PR-Fotos von Swatch auch ja kilometerlang und spektakulär aussehen», so der frustrierte Bieler Swatch-Fan weiter. Dabei sei den Verantwortlichen klar gewesen, dass der Vorrat nicht für alle reiche. Man habe Hunderte Menschen bewusst warten lassen, statt Nummern zu verteilen. «Das war schwach, liebe Swatch!»

Was war da los vor den Schweizer Swatch-Stores? Hat der Uhrenhersteller von Nick Hayek (71) den Ansturm unterschätzt? Waren genügend Uhren parat? Und gabs ausreichend Sicherheitspersonal? Was rät Swatch Uhrenfans, die heute leer ausgegangen sind? Eine Anfrage von Blick bei Swatch ist noch offen.

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