Darum gehts
- Hunderte stehen Samstagmorgen vor Swatch-Store in Zürich für Royal Pop
- 90 Prozent Männer in Warteschlange, viele planen Weiterverkauf mit Gewinn
- 350 Franken pro Uhr, inspiriert von Royal Oak, bereits auf Ricardo gelistet
Swatch-Sammler happy: «Sie gefällt mir sehr gut!»
Giancarlo (61) aus dem Zürcher Limmattal ist einer der grössten Swatchfans des Landes. Er hat alle speziellen Modelle des Bieler Uhrenherstellers, trögt die allererste Moonwatch. «Ich bin bei jedem speziellen Verkaufsanlass dabei», sagt er. «Klar, dass ich mich auch für die Royal Pop angestellt habe.» Er freut sich, die neue Uhr in seiner Sammlung zu haben und zeigt Blick stolz seine neue Errungenschaft. «Sie gefällt mir sehr gut!»
Swatch-CEO beruhigt Kunden, die leer ausgehen
Vivian Stauffer (52), CEO von Swatch, ist stolz auf die Zusammenarbeit mit Audemars Piguet. «Ihre Royal Oak ist ikonisch, wir von Swatch haben die Pop-Kultur. Zusammen haben wir etwas Schönes gemacht», sagt er zu Blick. Er freut sich über den Grossandrang in Zürich. Und beruhigt Kunden, die allenfalls leer ausgehen. «Die Royal Pop kann man sicher drei, vier Monate lang kaufen. Wir produzieren auf Hochtouren weitere Uhren.»
Am Flughafen für 350.- gekauft – dann für 1000 Stutz verkauft
Immer mehr Reseller wollen Kohle machen mit dem Hype rund um die Royal Pop. Sie haben sich am Flughafen Zürich für 350 Franken ein Exemplar gekauft. Sitzen dann in den Zug und drehen ihr Schmuckstück den Wartenden vor dem Swatch-Store an der Bahnhofstrasse an. Zum Preis von 1000 Franken, wie Blick ein Uhrensammler berichtet. So verdienen sie mal eben locker 650 Franken. Steuerfrei.
Riesen-Schlange auch im Glattzentrum
Auch im Glattzentrum in Wallisellen ZH stehen Hunderte an, um sich eine der gehypten Royal Pop zu ergattern. Die Warteschlange im grössten Einkaufszentrum der Schweiz reicht bis weit ins Parkhaus hinein. Obs im Glatt für alle eine Uhr hat?
Wiederverkäufer bieten erste Uhren an – in der Warteschlange
Die Lancierung der neuen Royal Pop von Swatch und Audemars Piguet lockt nicht nur Uhrenfreaks an. Sondern auch Wiederverkäufer, die nur das grosse Geld wittern. Sie haben fünf Tage vor dem Swatch-Store gewartet. Andere Wartende reden von der «Uhren-Mafia». Und tatsächlich: Kurz vor 9 Uhr bieten sie die Uhren, die sie wenige Minuten zuvor bekommen haben, bereits wieder zum Verkauf an – und zwar den Wartenden in der langen Schlage! Der Preis? 2000 bis 3000 Franken. Das ist dreist.
Die ersten Käufer haben eine Royal Pop
Der Swatch-Store hat früher geöffnet, als geplant - wohl wegen der vielen Wartenden. Die ersten Glücklichen zeigen vor dem Store glücklich ihre neue Royal Pop. Die Aufregung vor dem Laden ist gross, ein Raunen geht durch die Menge. So mancher fragt sich wohl: «Bekomme ich auch noch eine? Wie viele Uhren hat Swatch auf Lager?»
Extra aus Chur angereist
Arlind (20), Sherom (16) und Demyan (20) sind heute Morgen extra aus Chur GR angereist. Sie schätzen ihre Chancen auf 50 Prozent ein, dass sie noch eine Royal Pop bekommen. Vor dem Laden übernachten wollten sie nicht. «So wichtig ist es dann auch wieder nicht», sagt Arlind.
Immer wieder Streitigkeiten in der Schlange
Die Stimmung ist aufgeheizt unter den Wartenden. Immer wieder kommt es zu Streitereien. Sie beklagen sich bei der von Swatch aufgebotenen Security lauthals darüber, dass sich einige nicht an den Ehrenkodex der Wartenden halten und sich vordrängen. «Wir müssen immer wieder Leute wegschicken», sagt einer der Sicherheitsleute zu Blick. Die Wartenden machen Videos und zeigen sie den Securitys. Die kann nicht viel machen. «Die Mehrheit bestimmt», sagt der Aufpasser und zuckt mit den Schultern.
Mega-Schlange vor Swatch-Store an der Bahnhofstrasse
Was für ein Hype, was für eine Schlange! Hunderte Uhrenfans stehen sich am Samstagmorgen vor dem Swatch-Store an der Zürcher Bahnhofstrasse die Füsse platt. Viele von ihnen haben die ganze Nacht vor dem Laden verbracht – bei knackig-frischen 4 Grad. Sie alle wollen eine der neuen Royal Pop ergattern. Für 350 Franken wird die Taschenuhr in knalligen Farben heute in ausgewählten Läden angeboten.
Swatch und Audemars Piguet machen gemeinsame Sache. Das versetzt die Uhrenwelt in helle Aufregung! Und zwar weltweit. Heute Samstag wird die neue Royal Pop, eine Taschenuhr in knalligen Farben, lanciert. Auch im Swatch-Store an der Bahnhofstrasse 69 in Zürich. Der Männeranteil in der Schlange vor dem Swatch-Store an der Zürcher Bahnhofstrasse beträgt locker 90 Prozent.
Längst nicht alle dürften sich für die Freundin eine Royal Pop ergattern. Viele wittern mit der neuen Taschenuhr vor allem das grosse Geld. In den vordersten Plätzen der Mega-Schlange stehen viele, welche die Uhr im Internet direkt wieder verkaufen wollen – mit einem happigen Aufschlag. Es geht also auch um viel Geld.
Der Bieler Uhrenhersteller Swatch selbst hat die Gerüchteküche ab dem 6. Mai mit kryptischen Posts in sozialen Medien zum Brodeln gebracht. Und so den Hype um die Kollaboration mit Audemars Piguet ausgelöst. Der 1875 gegründete Luxusuhren-Hersteller hat seinen Sitz in Le Brassus VD und produziert in Werken in Le Locle NE und Meyrin GE. Er gehört zu den renommiertesten und teuersten Uhrenherstellern der Welt und ist immer selbständig geblieben.
Umso mehr überrascht die Zusammenarbeit mit Swatch. Denn Audemars Piguet ist absolute Uhrenelite. Einstiegsmodelle von Audemars Piguet gibts ab 30'000 Franken. Das bekannteste Modell, die Royal Oak, ist eine der begehrtesten Luxusuhren der Welt. Die Wartelisten sind lang. Gebraucht sind viele Modelle teurer als beim Neukauf. Fans zahlen dafür gerne sechsstellige Beträge.
Da ist es naheliegend, dass sich das Design der Royal Pop an der ikonischen Royal Oak orientiert. Das achteckige Gehäuse, die sichtbaren Lünettenschrauben und das integrierte Armband in Kombination mit knalligen Farben: Das sorgt für Emotionen rund um die neue Taschenuhr mit dem mechanischen Uhrwerk. Erklärtes Ziel von Swatch: «Künftige Generationen in die Welt der mechanischen Uhren zu bringen». Über 1000 Leute haben zwei Jahre lang im Geheimen am Projekt gearbeitet. Schon jetzt tauchen erste Uhren auf Plattformen wie Ricardo auf – obwohl es sie erst ab 9 Uhr zu kaufen gibt. Seriös ist anders.