Darum gehts
- Swatch löst mit Royal Pop weltweiten Hype und Tumulte aus
- Läden in Basel, London und New York mussten vorübergehend schliessen
- Warteschlangen teils mehrere Hundert Meter lang, Verkäufe in einigen Ländern eingeschränkt
Die neue Swatch-Uhr hat beim Verkaufsstart am Samstag einen riesigen Hype ausgelöst. Vor Geschäften in den USA, England oder auch in der Schweiz bildeten sich riesige Menschenschlangen. Teilweise kam es zu Tumulten. In mehreren Städten wie Singapur, Dubai, London, New York und Basel mussten die Swatch-Geschäfte gar vorübergehend geschlossen werden. Swatch hat mit der neuen Royal Pop – eine Kooperation mit dem Uhrenhersteller Audemars Piguet – einmal mehr einen Coup gelandet, aber auch viel Frust ausgelöst.
Hat der Bieler Uhrenkonzern den Ansturm in seinen Shops unterschätzt? Anfragen von Blick blieben am Samstag und Sonntag unbeantwortet.
Am Samstagabend, lange nachdem die Läden in der Schweiz, England und Asien geschlossen und die Tumulte vorbei waren, kam dann doch eine Reaktion – zumindest auf Social Media. Swatch richtete auf Instagram eine Nachricht an alle «Lieben Fans weltweit». «Zur Gewährung der Sicherheit unserer Kunden und Angestellten in den Swatch Stores bitten wir Sie, nicht in grosser Zahl in unsere Filialen zu eilen, um dieses Produkt zu erwerben», heisst es darin.
Heftige Kritik auf Swatch-Nachricht
Und weiter: «In manchen Ländern können wir Warteschlangen mit mehr als 50 Personen nicht zulassen, und der Verkauf muss gegebenenfalls vorübergehend eingestellt werden.» Wer noch keine Royal Pop ergattern konnte, darf jedoch beruhigt sein. Die Kollektion sei noch einige Monate erhältlich, schreibt Swatch.
In den Kommentaren kommt die Nachricht ziemlich schlecht an: «Was für ein Witz, das war genau, was ihr wolltet», schreibt jemand mit Blick auf die zum Teil mehrere Hundert Meter langen Warteschlangen.
Ein anderer meint, dass der Swatch-Beitrag gefühlt 24 Stunden zu spät kommt: «Ihr wisst genau, wie viele Uhren jede Boutique vorrätig hat, warum also die Schlangen immer länger werden lassen? Warum die Leute stundenlang warten lassen, wenn die Zuteilung doch schon klar ist?»
«Erwachsene sollten sich zivilisiert verhalten»
Der Kommentarschreiber hatte selbst Erfolg und ist Besitzer einer Royal Pop, wie man seinem Profil entnehmen kann. Sein Ärger ist trotzdem gross: Man solle sich ein Beispiel an Apple nehmen, die mittlerweile auf virtuelle Warteschlangen, Reservierungen und strukturierte Abholsysteme setzen, schreibt er weiter. «Lange Schlangen, Verwirrung, Vordrängeln, Streitereien und Wiederverkäufer, die den Prozess dominieren, zerstören die ganze Magie des Launches», führt er aus.
Viele kritisieren zudem, dass der Verkauf nicht auch online lanciert wurde. «Aber das macht ihr nicht, weil die Videos vom Chaos euch mehr Uhren verkaufen», lässt einer seine Enttäuschung heraus.
Es gibt aber auch ein paar Kommentare, die den Fehler bei den Hitzköpfen in den Warteschlangen sehen. «Erwachsene sollten sich zivilisiert verhalten. Swatch hat ein Produkt entwickelt, das die Leute haben wollen, aber sie können nicht die Weltlage kontrollieren», schreibt einer.
Man darf gespannt auf die Ladenöffnung am Montag sein. Die Aufmerksamkeit bleibt Swatch mit Sicherheit noch einige Zeit erhalten.