Neuste Prognose macht Sorgen
Krankenkassen-Prämien dürften um bis zu 5 Prozent steigen

Versicherte müssen sich erneut auf massiv höhere Krankenkassenprämien einstellen. 2027 droht ein Anstieg um bis zu 5 Prozent, in Extremfällen sogar bis zu 20 Prozent. Stark steigende Spitex- und Therapiekosten treiben die Preise in die Höhe – stärker als erwartet.
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Die Prämien für die Krankenkassen sollen 2027 wieder kräftig steigen.
Foto: Tom Werner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Krankenkassenprämien steigen 2027 voraussichtlich um 4,5 bis 5 Prozent
  • Einzelne Versicherte könnten Erhöhungen bis zu 20 Prozent erleben
  • Jährliche Gesundheitskosten pro Person steigen bis 2027 auf fast 5400 Franken
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Hoffnung auf eine Verschnaufpause bei den Krankenkassenprämien zerschlägt sich! Nach drei Jahren in Folge mit happigen Aufschlägen und zuletzt 4,4 Prozent für dieses Jahr droht schon wieder starken Anstieg bei den Prämien. Das Vergleichsportal bonus.ch erwartet im wahrscheinlichsten Szenario ein durchschnittliches Plus von 4,5 bis 5 Prozent, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Versicherten müssen sich also auch 2027 auf deutlich höhere Krankenkassen-Rechnungen einstellen.

Doch der Durchschnittswert von 4,5 bis 5 Prozent erzählt nur die halbe Geschichte. Je nach Krankenkasse, Wohnort, Alter, Franchise und Versicherungsmodell kann es einzelne Versicherte noch deutlich härter treffen. Bei gewissen Kassen oder Tarifen seien mehr als 10 Prozent möglich, im ungünstigsten Fall sogar bis zu 20 Prozent, schreibt bonus.ch. Im Mai noch rechnete der Vergleichsdienst Comparis mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 3,7 Prozent.

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Spitex-Kosten gehen durch die Decke

Warum kommts schon wieder zu einem Prämienschock? Die Gesundheitskosten steigen weiter. Zwar lag das Plus in der Grundversicherung im zweiten Quartal 2026 bei lediglich 0,4 Prozent. Doch dieser Wert könnte täuschen: Wegen eines neuen Tarifsystems für ambulante Behandlungen verzögert sich die Abrechnung zahlreicher Leistungen. Rechnungen dürften deshalb später nachgebucht werden, heisst es in der Mitteilung.

In anderen Bereichen geht es bereits jetzt kräftig nach oben. Die Spitex-Kosten schossen im zweiten Quartal 2026 um 15 Prozent hoch, jene für Psychotherapie um 11 Prozent. Das zeigen die aktuellsten Zahlen der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich. Physiotherapie und ambulante Arztbehandlungen verteuerten sich jeweils um 7 Prozent. Das schenkt ein – und verteuert die Prämien.

Schlechte Aussichten für Versicherte

Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind gross. In Schaffhausen stiegen die Gesundheitskosten im zweiten Quartal um 9,6 Prozent, in Glarus um 4,4 und in Zürich um 3,3 Prozent. Ganz anders in Zug: Dort gingen sie vorläufig um 8,7 Prozent zurück. Allerdings können auch diese Zahlen durch verzögerte Abrechnungen verzerrt sein.

Eine nachhaltige Entspannung ist nicht in Sicht. Die KOF erwartet, dass die jährlichen Kosten pro Versicherten von 4968 Franken im Jahr 2025 auf fast 5400 Franken im Jahr 2027 steigen. Gegenüber 2023 wäre das ein Sprung um beinahe 900 Franken. Auch die Krankenkassen selbst rechnen für 2026 mit einem Kostenplus von über fünf Prozent.

Laut BAG dürften die aktuellen Prämieneinnahmen die diesjährigen Ausgaben nicht vollständig decken. Deshalb könnte 2027 zusätzlich ein Aufholeffekt auf die Versicherten zukommen. Das sind schlechte Aussichten für die Versicherten. Bald haben wir Gewissheit: Die Prämien für 2027 werden Ende Monat bekannt gegeben.

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