Sparen bei Gesundheitsausgaben
Diesen Krankenkassen kehrten Sparfüchse den Rücken

CSS und Helsana triumphieren, Groupe Mutuel blutet: Der jährlich publizierte Wechsel-Report zeigt die Verschiebung auf dem Schweizer Krankenkassen-Markt – und, dass ausgerechnet Geringverdienende teuer versichert sind.
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Um Geld zu sparen, wechseln Jahr für Jahr Tausende ihre Krankenkasse.
Foto: CHRISTIAN BEUTLER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Groupe Mutuel verlor letztes Jahr 44’000 Kunden, CSS gewann 90’694 Neukunden
  • Helsana bleibt Marktführerin, Visana rückt auf Platz 5 der grössten Kassen
  • Wechsel spart bis zu über 3000 Franken jährlich; nur 10 Prozent wechseln die Kasse
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Mischa StünziRedaktor Wirtschaft

Jeden Herbst wechseln Tausende Grundversicherte ihre Krankenkasse oder ihr Versicherungsmodell, um Geld zu sparen. Die Prämien sind der mit Abstand wichtigste Grund für einen Wechsel, heisst es bei den Unternehmensberatern von Deloitte. Doch lohnt sich das Hin und Her zum günstigsten Anbieter überhaupt? Und welche Kassen gewinnen, welche verlieren?

Der Vergleichsdienst Comparis hat die Migration der Versicherten ausgewertet: Die Verliererin des Jahres heisst Groupe Mutuel. 44’000 Versicherte sind ihr davongelaufen – das sind 4 Prozent der Kundschaft. Krankenkassenexperte Felix Schneuwly (65) von Comparis erklärt: «Groupe Mutuel hat mit knappen Reserven weniger Spielraum bei den Prämien als die grossen Konkurrenten und verliert nach einer kurzen Wachstumsphase wieder Kundschaft.» Auch Aquilana, Concordia und KPT mussten Federn lassen. Viele Kunden, die einst wegen der günstigen Prämien kamen, haben den Kassen nun den Rücken gekehrt.

Marktführerin behauptet sich

Strahlende Gewinnerin ist die CSS. Die Luzerner Kasse konnte 90’694 Neukundinnen und Neukunden von sich überzeugen. Auf den Krankenkassen-Thron reicht es trotzdem nicht ganz. Dort behauptet sich die Helsana dank 69’000 zusätzlichen Versicherten. Die beiden Marktführerinnen – sie vereinen rund ein Drittel der Grundversicherten auf sich – bauen damit ihren Vorsprung auf die Konkurrenz aus. Am drittstärksten gewachsen ist die Visana. Die Berner liegen auf Platz 5 der grössten Krankenkassen.

Insgesamt wechselten letztes Jahr aber vergleichsweise wenige Kunden die Versicherung. Das hängt damit zusammen, dass die Krankenkassenprämien letztes Jahr mit 4,4 Prozent weniger stark gestiegen sind als in den Jahren zuvor.

So lukrativ kann ein Wechsel sein

Prämien vergleichen, Offerten einholen, Papierkram erledigen. Lohnt sich der Aufwand für einen Wechsel überhaupt? Jährlich wechseln rund 10 Prozent der Bevölkerung die Krankenkasse. Und das, obwohl Fachleute regelmässig auf das grosse Sparpotenzial verweisen.

Zahlen von Comparis bestätigen: Im Kanton Aargau beispielsweise lassen sich im Standardmodell (freie Arztwahl) mit einem Wechsel von der teuersten zur günstigsten Kasse im Jahr rund 1100 Franken sparen, im Kanton Zürich um 1300 und in Bern sogar über 1400 Franken.

Überraschende Umfrage-Ergebnisse

Noch mehr lässt sich mit einem Wechsel herausholen, wenn man zusätzlich Versicherungsmodelle wie Hausarzt- und Telmed-Modelle berücksichtigt. Dann liegen sogar jährliche Ersparnisse von über 3000 Franken drin.

Angesichts dieser Sparmöglichkeiten erstaunt es, dass gemäss einer repräsentativen Umfrage von Comparis ein Viertel der Versicherten dem teuren Standardmodell über Jahre hinweg treu bleibt. Noch überraschender: Ausgerechnet Personen mit tiefem Einkommen sind doppelt so häufig im Standardmodell versichert wie Gutverdienende – ein kostspieliger Entscheid.

Die niedrigste Franchise (300 Franken) und die höchste Franchise (2500 Franken) machen zusammen knapp 77 Prozent aller gewählten Stufen aus. Interessant: Die 300er-Franchise ist in fast allen Modellen die am häufigsten gewählte Option.

Und: Hausarztmodelle sind zwar immer noch mit grossem Abstand am beliebtesten. Sie haben aber an Vorsprung eingebüsst gegenüber Telmed- und HMO-Modellen (Gruppenpraxen).

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