Zahlt die Krankenkasse?
Jetzt kommen Abnehmpillen auch in die Schweiz – das musst du wissen

Die Abnehmspritze ist beliebt. Doch der wöchentliche Pieps verschreckt potenzielle Patienten. Jetzt bringen Novo Nordisk und Eli Lilly ihre Abnehmmedikamente auch als Tabletten auf den Markt. Blick beantwortet die drängendsten Fragen.
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Die Abnehmspritze hat sich bereits in der Schweiz etabliert.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Über 20'000 Schweizer nutzten 2025 Abnehmspritzen, Pillen kommen 2027
  • Eli Lilly-Pille kostet in den USA 150 Dollar pro Monat
  • 78 Prozent der Schweizer lehnen Abnehmspritzen ab, bevorzugen Tabletten
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Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Die Abnehmspritze hat die Schweiz im Sturm erobert. 2025 setzten bereits mehr als 20'000 Schweizerinnen und Schweizer auf den wöchentlichen Pieks, um überschüssige Kilos zu verlieren.

Trotzdem sind auch viele skeptisch. Laut einer aktuellen Umfrage können sich 78 Prozent der Bevölkerung nicht vorstellen, in Zukunft die Abnehmspritze zu verwenden. Ein Grund dafür könnte die Verabreichungsform sein. Für viele ist das regelmässige Spritzen eine Hürde. Bald ist dies aber nicht mehr nötig. Die führenden Pharmaunternehmen Eli Lilly und Novo Nordisk haben in den letzten Jahren an der Abnehmpille getüftelt. Was in der USA bereits auf dem Markt ist, kommt bald auch in die Schweiz. Blick erklärt dir, was du dazu wissen musst.

Wie funktioniert die Anwendung?

In den USA sind bereits zwei verschiedene Abnehmpillen auf dem Markt. Novo Nordisk setzt wie bei der Abnehmspritze auf den Wirkstoff Semaglutid. Eli Lilly auf den Wirkstoff Orforglipron. Bei der Einnahme unterscheiden sich die beiden Medikamente. Für die Pille von Novo Nordisk gelten strenge Regeln: Die Tablette muss auf nüchternen Magen, am besten direkt nach dem Aufstehen geschluckt werden. Nach der Einnahme darf man mindestens 30 Minuten lang nichts essen. Einfacher ist es bei der Eli-Lilly-Pille. Auch diese müssen die Patienten einmal am Tag nehmen – zu welchem Zeitpunkt spielt hingegen keine Rolle.

Was ist der Vorteil gegenüber der Spritze?

Spritzen sind unbeliebt. Viele Leute bevorzugen die Einnahme einer Tablette gegenüber dem Pieks der Nadel. Hinzu kommt, dass die Tablette im Gegensatz zur Spritze nicht gekühlt werden muss. So können die Anwenderinnen und Anwender ohne Kühltasche verreisen. Es gibt aber auch Nachteile. In der Testphase schnitt die Pille leicht schlechter als die Spritze ab. Ausserdem müssen sich die Anwender an die tägliche Einnahme erinnern. Ein kurzer Pieks pro Woche ist dagegen einfacher.

Ab wann ist die Pille in der Schweiz erhältlich?

Die Pillen von Eli Lilly dürften ab Anfang 2027 in der Schweiz erhältlich sein, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Das Medikament des amerikanischen Pharmaunternehmens befindet sich momentan im Zulassungsverfahren bei der Arzneimittelbehörde Swissmedic. Etwas später dürfte die Pille des dänischen Konkurrenten Novo Nordisk auf den Schweizer Markt kommen. Dieses hatte seinen Zulassungsantrag etwas später eingereicht.

Wer bezahlt?

Bei den Kosten ist noch vieles unklar. So ist offen, wie viel die Abnehmpillen kosten werden und wer den Preis letztlich bezahlen muss. Damit die Krankenkassen die Kosten übernehmen, müssten zuerst die Pharmaunternehmen den Preis mit dem Bundesamt für Gesundheit aushandeln. Lauren McNamer, Schweiz-Chefin von Eli Lilly, stellte gegenüber dem «Tages-Anzeiger» klar, dass man nicht unbedingt auf eine Einigung angewiesen sei. Heisst: Will die Schweiz den Preis zu stark drücken, bringen die Amerikaner ihre Pille in die hiesigen Apotheken, ohne dass die Krankenkassen dafür aufkommen müssen. Dann tragen die Nutzer die Kosten selber. Zum Vergleich: In den USA gibts die Eli-Lilly-Pille ab 150 Dollar – pro Monat.

Die Lancierung kommt dabei zu einem heiklen Zeitpunkt. Trump will die amerikanischen Gesundheitskosten verringern – unter anderem sollen die Preise für Medikamente sinken. Pharmafirmen könnten deshalb versuchen, höhere Preise in anderen Ländern durchzusetzen. Das könnte die Preise in der Schweiz stark erhöhen.

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