Bundesrat enthüllt
So stark könnte Trump unsere Krankenkassenprämien hochjagen

Die Schweizer zahlen europaweit bereits die höchsten Medikamentenpreise. Nun warnt der Bundesrat: Falls US-Entscheide auf die Schweiz durchschlagen, könnten den Prämienzahlern jährlich Mehrkosten in Milliardenhöhe drohen.
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US-Präsident Donald Trump will in seinem Land die Medikamentenpreise drücken.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Trump fordert Pharmafirmen zu Preisreduktionen auf, lockt mit zollfreien Importen
  • Bundesrat warnt: Medikamentenpreise könnten Krankenkassenprämien um 530 Fr. jährlich erhöhen
  • Bis 2034 drohen jährliche Mehrkosten von bis zu 7,6 Milliarden Fr.
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

US-Präsident Donald Trump (79) will, dass die Medikamentenpreise in seinem Land sinken – und will dafür die internationalen Pharmafirmen in ein Zollabkommen locken. Senken die Unternehmen die Preise für bestimmte Medikamente, profitieren sie von zollfreien Importen.

Bereits seit der Ankündigung Trumps im letzten Jahr befürchtet die Schweizer Politik, dass der Preisdruck in Übersee auch hierzulande heftige Auswirkungen haben könnte. Denn könnten etwa die Pharmagiganten Roche und Novartis ihre hiesigen Preise für Spezialheilmittel nicht mehr in den USA querfinanzieren, könnte das die Krankenkassenprämien plötzlich hochjagen. Auch der Bundesrat teilt die Sorge – und zeigt nun auf, wie viele Millionen Franken uns das kosten könnte.

US-Medikamente mehr als doppelt so teuer

Grund für das Rechenbeispiel der Landesregierung ist ein Vorstoss der Grünen-Nationalrätin Greta Gysin (42, TI). Sie wollte vom Bundesrat wissen, inwiefern sich höhere Medikamentenpreise auf die obligatorische Krankenversicherung auswirken könnten. Denn Roche und Novartis fordern aufgrund des US-Drucks selbst eine Preissteigerung – trotz hoher Gewinne.

Die Wirkung wäre immens, bilanziert selbst der Bundesrat: Die Ausgaben für Arzneimittel seien bereits heute der zweitgrösste Kostenblock – und die Preise in der Schweiz europaweit am höchsten. Gleichzeitig würden patentgeschützte Medikamente in den USA heute teilweise mehr als doppelt so viel kosten.

Prämienanstieg wäre vorprogrammiert

Was passiert also, wenn diese Mehrkosten hierher importiert würden? Laut dem Bundesrat könnte dies die Prämienzahlerinnen und -zahler bis zu 4,8 Milliarden Franken mehr kosten. Heisst: Rund 530 Franken pro Person und Jahr! Bis 2034 rechnet die Landesregierung gar mit jährlichen Kosten von bis zu 7,6 Milliarden Franken.

Dazu kämen sogenannte Zweitrundeneffekte: Würden die Medikamentenpreise steigen, hätte das unter Umständen Auswirkungen auf das Preisniveau neu zugelassener Arzneimittel – für die Gesundheitskosten ein Teufelskreis.

Ausländische Firmen würden mehr profitieren

«Die von der Pharmaindustrie geäusserten Forderungen und die angekündigten Konsequenzen nimmt der Bundesrat ernst», schreibt die Landesregierung in ihrer Antwort. Inwiefern etwaige Entscheide in den USA aber tatsächlich Auswirkungen auf den Schweizer Markt haben könnten, wisse sie jedoch noch nicht.

Gleichzeitig hält der Bundesrat aber fest: Auch wenn aktuell besonders die Schweizer Pharmafirmen Druck machen, würden eine Preissteigerung vor allem ausländischen Unternehmen zugute kommen. Sie würden nämlich hierzulande rund 80 Prozent des Gesamtumsatzes bei patentgeschützten Medikamenten erwirtschaften.

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