Astronomische Gesundheitskosten
Privileg einer Wohlstandsgesellschaft

Pro Kopf geben die Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr durchschnittlich gegen 11'000 Franken für ihre Gesundheit aus. Das ist alarmierend. Und gleichzeitig beruhigend.
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Die Leistungen werden zusehends teurer.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Gesundheitskosten pro Kopf betragen jährlich rund 11'000 Franken
  • Jährliche Gesamtausgaben des Gesundheitssystems erreichen fast 100 Milliarden Franken
  • Bedienungsmentalität gefährdet den Wohlstand
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Andreas SchmidInlandredaktor

Pro Kopf und Jahr belaufen sich die Gesundheitskosten in der Schweiz durchschnittlich auf rund 11'000 Franken. Auf das gesamte Gesundheitswesen gerechnet sind das gegen 100 Milliarden Franken.

Die astronomischen und weiter steigenden Ausgaben erschrecken bei jeder Veröffentlichung kurz, lösen eine schnell abebbende Diskussion über Sparpotenzial aus und sind bis zur nächsten Krankenkassenprämienerhöhung im Herbst mehrheitlich vergessen.

Dass die überalterte Gesellschaft mit der weiter steigenden Lebenserwartung stets mehr Medikamente, ärztliche Behandlungen, Operationen und Langzeitpflege beansprucht, leuchtet ein. Dass aber auch der junge, gesundheitsbewusste Teil der Bevölkerung zum Kostenanstieg beiträgt, ist paradox. Es ist die Folge einer Bedienungsmentalität, wenn im Durchschnitt jede und jeder in einem Jahr einen fünfstelligen Betrag für seine Gesundheit ausgibt – auch wenn chronisch und schwer kranke sowie pflegebedürftige alte Menschen die Durchschnittskosten enorm in die Höhe treiben.

Zum anderen zeugt es auch von einem hoch spezialisierten, modernen Gesundheitssystem, das praktisch alle medizinischen Leistungen zugänglich macht. Das ist ein Privileg und Ausdruck einer Wohlstandsgesellschaft. Es hebt die Schweiz von anderen Ländern ab. Damit sollten wir sorgsamer umgehen, die verschwenderische Konsumhaltung ablegen und nur das Nötige statt alles Erhältliche nehmen. Denn die stetig höhere Prämienbelastung ist dem Wohlstand abträglich und schadet der Volksgesundheit.

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