Grösste Reform seit Jahren
Kuba bricht mit der Planwirtschaft – kommt jetzt McDonald's?

Nach Jahrzehnten der Planwirtschaft öffnet sich Kuba: Die Regierung reagiert auf Drohungen von Trump. Ein neuer Reformplan soll ausländische Investoren zulassen – etwa im Immobilienmarkt, für Banken und Tankstellen. Auch Fast-Food-Ketten sind willkommen.
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In Kuba steht eine Wirtschaftswende bevor.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kuba plant nach 60 Jahren eine Öffnung der Planwirtschaft
  • 176-Punkte-Plan soll private Investitionen in Immobilien und Tourismus fördern
  • US-Sanktionen und Energiekrise belasten Kuba seit Januar 2026 massiv
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Nach über 60 Jahren steht im sozialistischen Kuba die grosse wirtschaftliche Wende an: Die kubanische Regierung hat der Nationalversammlung einen 176-Punkte-Plan vorgelegt, wie die Karibikinsel ihre alteingesessene Planwirtschaft umbauen soll. Es sei kein kompletter Wandel, beteuerte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz (62). Der Sozialismus soll erhalten bleiben.

Klar ist: Kuba öffnet seine Wirtschaft so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Insel will sich mit dem Plan privaten Investoren öffnen – auch solchen aus dem Ausland. Diese sollen etwa in Immobilien, Banken, Tankstellen und die Gastro-Branche investieren dürfen. Auch internationale Fast-Food-Ketten sollen Zugang erhalten. Gibts also bald McDonald's-Filialen auf Kuba? Auch der Tourismus, der immer wieder von US-Sanktionen getroffen wurde, soll aufblühen.

Antwort auf eine tiefe Krise

Kuba kämpft schon seit längerem mit grossen Problemen. US-Sanktionen haben die sowieso schon bröckelnde Wirtschaft noch mehr ins Wanken gebracht. Im Januar haben die Amerikaner den Ölhahn zugedreht, nachdem sie den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen hatten. Seither mangelt es auf Kuba an Benzin und Gas, was landesweite Proteste ausgelöst hat. Das Land steckt in einer grossen Energiekrise.

Für die Energieproduktion ist Kuba nun auf eigene Quellen angewiesen. Gas hat die Insel aber bei weitem nicht genug, um den Bedarf von Wirtschaft und Bevölkerung zu decken. Und gerade in den heissen Sommermonaten ist ein Stromausfall verheerend: Wenn Klimaanlage, Kühlschrank und Wasserpumpe nicht funktionieren, ist das Leben bei über 30 Grad sehr hart.

USA setzen Insel unter Druck

US-Präsident Donald Trump (80) hat schon mehrmals mit der Übernahme der Karibikinsel gedroht. Im Mai erhöhten die USA den Druck nochmals: Das amerikanische Justizdepartement erhob Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten Raúl Castro (95). Der Bruder des ehemaligen Diktators Fidel Castro (1926–2016) zieht auf der Karibikinsel im Hintergrund immer noch die Fäden. Die USA beschuldigen ihn, dass er 1996 zwei Flugzeuge der Fluchthelfer-Organisation Brothers to the Rescue abschiessen liess.

Ende Mai parkierten die USA zudem einen der bekanntesten Flugzeugträger der Welt vor Kuba. Die USS Nimitz und mehrere Begleitschiffe verweilten dort mehrere Tage. Mit seinen Machtdemonstrationen hat Trump die kubanische Regierung nun dazu bewegt, die Wirtschaft zu öffnen – etwa für internationale Fast-Food-Ketten wie McDonald's.

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