Darum gehts
- Kubas Energiekrise eskaliert wegen US-Ölblockade, Proteste und Stromausfälle in Havanna
- Seit Januar keine Öllieferungen aus USA und Mexiko nach Kuba
- Temperaturen über 30 Grad gefährden Versorgung von Kühlschränken und Klimaanlagen
Laute Proteste auf den Strassen Havannas und brennende Barrikaden. Die Menschen in Kuba sind wütend. Wegen der Ölblockade der Vereinigten Staaten spitzt sich die Energiekrise im Land immer weiter zu.
«Rohöl, Benzin – davon haben wir absolut nichts mehr, und Diesel – davon haben wir ebenfalls absolut nichts mehr – ich wiederhole mich: absolut nichts», erklärte Kubas Energieminister am Mittwoch vor Reportern. Der Ölmangel legt grosse Teile der Stromproduktion lahm, wie unter anderem die «NZZ» berichtet. Immer häufiger kommt es im Land zu Stromausfällen, die teilweise mehrere Stunden dauern können.
Öllieferungen seit Januar eingestellt
Seit Januar fliesst kein amerikanisches Öl mehr nach Kuba. Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro (63) hatte US-Präsident Donald Trump (79) die Lieferungen auf die sozialistische Insel unterbunden. Auch Mexiko, das neben Venezuela in den vergangenen Jahren die Ölversorgung Kubas sichergestellt hatte, stellte seine Lieferungen nach Trumps Drohungen ein.
Aufgrund des Öl-Embargos ist Kuba auf Energiequellen aus eigener Produktion angewiesen. «Das Einzige, was wir haben, ist Gas aus unseren Quellen, wo die Produktion gestiegen ist», meinte der Energieminister am Mittwoch. Es ist allerdings unrealistisch, dass diese Produktion den Energiebedarf der Insel alleine decken kann.
Energieversorgung im Sommer essenziell
Am Donnerstag traf der Direktor des US-Auslandsgeheimdiensts CIA Vertreter der kubanischen Regierung in Havanna. Ziel sei es gewesen, den politischen Dialog zu fördern. Besonders im Sommer ist die Insel auf eine stabile Energieversorgung angewiesen. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad könnte der Ausfall von Klimaanlagen, Kühlschränken und Wasserpumpen dramatische Auswirkungen haben.