6 Antworten zu den scharfen Drohungen aus dem Weissen Haus
Macht Trump Kuba zum 51. US-Bundesstaat?

US-Präsident Donald Trump nimmt Kuba in den Würgegriff. Nach den verstärkten Sanktionen steckt die Insel in einer tiefen Krise. Bald könnte ein weiterer Schritt folgen, um das kommunistische Regime auszuschalten.
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Oldtimer aus der Zeit vor der Revolution: Auf Kuba ist die Zeit stehengeblieben.
Foto: keystone-sda.ch

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Guido FelderAusland-Redaktor

Trump hat noch nicht genug. Nach Venezuela und dem Iran schürt er erneut Aggressionen gegenüber Kuba. Er sagt unverblümt, dass es ihm eine Ehre sei, das Nachbarland in irgendeiner Form zu «befreien» oder gar zu «übernehmen». Schon wird in den USA vom 51. US-Bundesstaat gesprochen.

Die karibische Insel, deren kommunistische Regierung mit Russland zusammenarbeitet, steckt tief in der Krise. Seit Trumps Coup in Venezuela bleiben die so wichtigen Öl-Lieferungen aus. Am Montag ist landesweit das Stromnetz zusammengebrochen. Nutzt Trump die Gunst der Stunde?

Macht Trump Kuba zum 51. US-Bundesstaat?

Für USA-Experte Philipp Adorf von der Universität Bonn bedeutet die Drohung weniger eine Annexion, sondern eher «maximaler Druck». Trump habe in Venezuela gezeigt, dass er nicht davor zurückschrecke, unliebsame Staatschefs zu eliminieren. Adorf: «Für die kubanische Führungsriege ist es im wahrsten Sinne des Wortes ein Kampf ums Überleben.»

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Das Kapitol in Havanna wurde nach amerikanischem Vorbild gebaut.
Foto: keystone-sda.ch

Trumps primäres Ziel dürfte daher ein Sturz der kommunistischen Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel (65) sein. Dann kann er eine ihm genehme Regierung aufbauen – zum Beispiel mit Exil-Kubanern. Eine Annexion wäre sehr teuer: Trump müsste ein völlig marodes Land neu aufbauen.

Wie schwierig ist eine Eroberung Kubas?

Militärisch wäre die Einnahme kein Problem: Kuba ist mit 150 Kilometern Entfernung relativ nahe, Trumps Armee hoch überlegen. Doch der eigentliche Kampf dürfte erst später stattfinden. Kuba hat sich auf eine Invasion vorbereitet und könnte den Besatzern mit Guerillataktiken das Leben schwer machen.

Warum hat es Trump auf Kuba abgesehen?

Es gibt drei Gründe:

  • Die Insel ist für die Seewege im Golf von Mexiko strategisch wichtig. Wer auf Kuba mitmischt, hat Einfluss in der ganzen Karibik.

  • Trump möchte als Präsident in die Geschichte eingehen, der den Kommunismus in der westlichen Hemisphäre endgültig besiegt hat. Die kubanische Regierung arbeitet eng mit Russland und China zusammen.

  • Die Stimmen der Exil-Kubaner in Florida sind für Trumps Republikaner entscheidend. Deren Ziel: Ein freies Kuba und Rückgabe enteigneter Grundstücke.

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Wie reagieren die Kubaner?

Zwar leiden viele Kubaner unter dem zunehmenden wirtschaftlichen Niedergang und der staatlichen Repression. Zugleich sehen sie aber auch, dass das jahrzehntelange US-Embargo zu dieser Misere beigetragen hat. Adorf: «Das historische Misstrauen gegenüber dem amerikanischen Einfluss ist tief verankert. Eine breite Begeisterung für eine Annexion oder verstärktes Mitspracherecht der Amerikaner ist äusserst unwahrscheinlich.»

Kommt es zum Krieg gegen Russland und China?

Bei Venezuela und dem Iran haben Russland und China weitgehend zugeschaut. Das dürfte bei Trumps Einflussnahme auf Kuba anders sein. Die beiden Länder könnten sich darin bestärkt sehen, selber mit einer verstärkten Militärpräsenz in anderen Weltregionen zu reagieren und den Einfluss auszubauen.

Besonders Taiwan könnte damit laut Adorf zu einem neuen Brennpunkt werden. Adorf: «In Peking könnte die Sorge wachsen, dass Washington Taiwan künftig doch stärker militärisch unterstützt. Die Wahrscheinlichkeit eines Konflikts zwischen der Volksrepublik und Taiwan steigt.»

Ein direkter Krieg der Grossmächte scheint unwahrscheinlich. Russland könnte aber als Gegenleistung für seinen Rückzug aus Kuba Zugeständnisse im Ukraine-Krieg erzwingen.

Wie kam es zur aktuellen Krise?

Nach dem Sieg der USA über die Kolonialmacht Spanien 1898 geriet Kuba unter US-Abhängigkeit. 1959 stürzte Fidel Castro (1926–2016) in einer Revolution den brutalen Diktator Fulgencio Batista (1901–1973) und machte die Insel zu einem kommunistischen Verbündeten der Sowjetunion. In letzter Minute konnte 1962 eine militärische Konfrontation auf der Insel zwischen den Atommächten USA und Sowjetunion abgewendet werden.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion traf Kubas Wirtschaft hart. US-Präsident Barack Obama (64) setzte auf Annäherung und lockerte die Sanktionen. Diese Annäherung wurde unter Trump weitgehend rückgängig gemacht, was die wirtschaftliche Isolation der Insel in der aktuellen Krise verschärft hat.

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