Darum gehts
- Post-Chef Pascal Grieder kündigt Preiserhöhungen für Briefe an
- Schweiz hat laut Grieder europaweit die tiefsten Brieftarife
- Zudem müssen einzelne Poststellen profitabler werden: Bis 2028 sollen 170 Filialen schliessen
Die Schweizerische Post steht unter Zahlendruck. Weil immer weniger Briefe versendet werden, büsst der Staatsbetrieb jährlich 85 Millionen Franken Umsatz ein. Der neue Post-Chef Pascal Grieder (47), seit November 2025 im Amt, muss liefern. Um sein Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, will er darum die Brieftarife erhöhen, wie er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» ankündigt.
Heisst: Die Konsumenten müssen für das Versenden ihrer Post bald tiefer in die Tasche greifen. Preiserhöhungen seien gar unumgänglich, sagt Grieder. Um den Millionenverlust auszugleichen, brauche es «die Freiheit, an den Preisen zu schrauben». Schliesslich habe die Schweiz – um die Kaufkraft bereinigt – die tiefsten Brieftarife im europäischen Vergleich.
Das tönte vor einigen Monaten aber noch anders: Im August 2025, also noch vor Grieders Amtsantritt, kündigte die Post Preiserhöhungen bei den Päckli-Sendungen an. Per 1. Januar ist die Versendung von Economy-Paketen 50 Rappen teurer geworden. «Die Preise für A- und B-Post-Briefe sowie Priority-Pakete bleiben unverändert», erklärt die Post damals in einer Mitteilung. Grieder hat es sich jetzt offenbar anders überlegt.
Post-Filialen müssen profitabler werden
Welche Sendungen genau verteuert werden sollen und ob auch Pakete betroffen sind, will der Post-Chef im Interview nicht sagen. Es heisst lediglich, dass man dazu mit dem Preisüberwacher im Austausch stehe.
Auch beim Filialnetz der Post ist Sparen angesagt. Grieders Vorgänger Roberto Cirillo (54) hat deshalb vergangenes Jahr umfangreiche Abbaupläne beschlossen. Bis 2028 sollen 170 Poststellen verschwinden. Im Interview sagt Grieder, es sei entscheidend, dass die Poststellen «eine gewisse Eigenrentabilität erreichen». Und: «Wie gut uns das gelingt, wird beeinflussen, wie sich die Zahl der Post-Standorte nach 2028 entwickelt.»