Brisanter Bericht aufgetaucht
Alliance Swisspass plant Aus von Bargeld und Papierbilletten im ÖV

Bargeld ade? Laut internen Protokollen plant Alliance Swisspass das Aus für Münz und Papierbillette im Schweizer ÖV. Neue Geräte sollen digitale Zahlungen fördern. Die Branchenorganisation bestreitet die Pläne.
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Klassische Papierbillette sollen bald aus dem Schweizer ÖV verschwinden.
Foto: Nathalie Benn

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Alliance Swisspass plant gemäss Konsumentenmagazin «K-Tipp» Abschaffung von Bargeld und Papierbilletten im ÖV
  • Neue Geräte laden Tickets auf Swisspass oder Prepaid-Karte, kein Papierdruck.
  • Erste Umsetzung in Basel und Nordwestschweiz, 500 Entwerter bis 2027 entfernt.
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Im Schweizer ÖV steht offenbar der ganz grosse Knall bevor: Die Branchenorganisation Alliance Swisspass macht Schluss mit Bargeld und Papier-Billetten. Bis Ende 2029 sollen Münz, Nötli und Papier ganz aus Schweizer Zügen, Bussen und Trams verschwinden. Dies berichtet das Magazin «K-Tipp» unter Berufung auf interne Protokolle vom Juli 2026. 

Die ersten Schritte sollen aber bereits nächstes Jahr erfolgen – und zwar in Basel und der Zentralschweiz. Laut dem Magazin werden ab 2027 die dortigen Billettautomaten durch 400 neue Verkaufsgeräte ersetzt. Diese drucken kein Papier mehr aus, sondern laden Tickets direkt auf den Swisspass oder eine aufladbare Prepaid-Karte. Das Billett mit Bargeld zahlen? Fehlanzeige. Bei den neuen Geräten soll das nicht mehr möglich sein. 

Das sagt die Branchenorganisation

Auf Anfrage von Blick bestreitet Alliance Swisspass jegliche Pläne zur Abschaffung von Bargeld und physischen Billetten. «Die ÖV-Branche hat keinen Beschluss gefasst, wonach innert zwei bis drei Jahren schweizweit bestimmte Automaten eingeführt werden müssen», sagt Mediensprecher Philipp Bosshard gegenüber Blick. «Ebenso gibt es keinen Beschluss über höhere Preise für nicht-digitale Billette.» Laut «K-Tipp» soll jedoch auch dies im Protokoll festgehalten worden sein.

Bei dem Entscheid handle es sich um «die strategische Stossrichtung für einen gemeinsamen Standard für die zukünftige Grundversorgung im öffentlichen Verkehr». Dieser «Standard» werde aktuell erarbeitet. «Nach einer möglichen Verabschiedung setzen die Transportunternehmen und Verbünde die Ergebnisse um», so Bosshard. 

Garantie für Smartphone-Muffel

Die Sorge, wonach im öffentlichen Verkehr künftig nur noch digital bezahlt werden kann, ist laut der Branchenorganisation unbegründet. Bosshard: «Auch künftig sollen alle den öffentlichen Verkehr einfach nutzen können. Bereits heute bestehen Angebote für Menschen, die ohne Smartphone unterwegs sind oder mit Bargeld bezahlen möchten.» Der Branchenverband müsse schliesslich auch seine gesetzlichen Pflichten erfüllen.

Das Dementi von Alliance Swisspass kommt wenig überraschend. Das interne Papier vom Juli hätte offenbar niemals an die Öffentlichkeit gelangen sollen – und bringt den Branchenverband nun gehörig in Erklärungsnot.

Wie brisant das Thema ist, scheint man sich bei Alliance Swisspass durchaus bewusst zu sein. Im Protokoll heisst es deshalb laut «K-Tipp», man müsse «politische Kommissionen und Interessenverbände frühzeitig einbeziehen».

Der Aufschrei in der Bevölkerung dürfte dennoch gross sein. Denn die Schweizerinnen und Schweizer halten am Bargeld fest – auch wenn sie immer seltener damit bezahlen. Pläne zu dessen Abschaffung stossen regelmässig auf heftigen Widerstand, wie mehrere Fälle der vergangenen Jahre eindrücklich gezeigt haben.

So sorgte etwa in der Bündner Gemeinde Ilanz ein Konzept für bargeldloses Parkieren für derart heftigen Protest, dass der Gemeindepräsident schliesslich zurücktrat. Und auch bei Postauto im Kanton Graubünden regte sich Widerstand: Tausende Menschen unterschrieben eine Petition, um ihr Billett weiterhin beim Chauffeur in bar bezahlen zu können.

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