«Das nehme ich zurück, das ist falsch rübergekommen»
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Gemeindepräsident sagt sorry:«Das nehme ich zurück, das ist falsch rübergekommen»

Das Herz!
Streitbarer Gemeindepräsident von Ilanz tritt zurück

Anfang Februar sorgte Marcus Beer, Gemeindepräsident von Ilanz GR, mit einem emotionalen Ausbruch für Schlagzeilen. In der Folge stellte er die Vertrauensfrage, auf die das Gemeindeparlament nicht einging. Jetzt hört Beer trotzdem vorzeitig auf.
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Marcus Beer, Gemeindepräsident von Ilanz/Glion GR, gibt sein Amt per Ende Jahr auf.
Foto: Sandro Zulian
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Die Bündner Gemeinde Ilanz/Glion braucht bald einen neuen Gemeindepräsidenten: Der aktuelle Amtsinhaber Marcus Beer (64, parteilos) hat an der Gemeinderatssitzung am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt gegeben, wie RTR berichtet. Demnach gibt er das Gemeindepräsidium per Ende Jahr auf – aus gesundheitlichen Gründen.

Im Frühjahr hatte sich Beer einer Herzoperation unterzogen. Seither «fühle er sich müder und sensibler», heisst es dazu im Bericht. Für das Präsidialamt brauche es aber eine Person, die zu «100 bis 120 Prozent fit» sei. Der studierte Jurist ist seit 2023 Gemeindepräsident von Ilanz. Er wurde damals im zweiten Anlauf gewählt. Zwei Jahre später gelang ihm die Wiederwahl – eigentlich bis 2029. Eine Anfrage von Blick hat Beer bisher nicht beantwortet.

Ausraster bei Petitionsübergabe

Bereits im Februar stand ein Abgang von Beer im Raum. Auslöser war ein missglückter Auftritt: Bei einer Petitionsübergabe stauchte er eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern so richtig zusammen – die scharfen Worte wurden auf Video aufgezeichnet. Er lieferte sich ein emotionales Wortgefecht mit den Petitionären. Und sprach von einer «Schande der Alten gegenüber den Jungen». In der Petition verlangten über 1600 Personen, dass auf allen öffentlichen Parkplätzen von Ilanz mit Bargeld bezahlt werden kann. «Die Jugend zahlt diesen Scheissdreck, den ein paar Alte hier durchsetzen», sagte Beer. Damit sorgte er für einen Sturm der Entrüstung.

Später entschuldigte sich Beer für seinen Ausbruch. Im selben Atemzug stellte er die Vertrauensfrage. Das Gemeindeparlament soll darüber entscheiden, ob er nicht tragbar ist. An der Sitzung am 18. Februar war die Sache dann schnell vom Tisch: Parlamentspräsident Flavio Elvedi (43, FDP) sah aber weder Handlungs- noch Redebedarf. «Weder werde ich zu diesem Misstrauensvotum eine Diskussion zulassen, noch eine Abstimmung durchführen», sagte er damals. Ein solches Votum stehe dem Parlament nicht zu. Marcus Beer blieb damit Gemeindepräsident. Jetzt gibt er sein Amt aber freiwillig auf.

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